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Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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von Jochen Hahn | 01.03.2009 | 13:55

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Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Die Wall Street erlebte den schlechtesten Februar aller Zeiten – der März wird auch nicht viel besser.

Angesagt! In der Vorwoche erteilten wir der Hoffnung auf steigende Kurse an den US-Börsen eine Absage. Und wir behielten leider Recht, denn die Wall Street ging gehörig auf Tauchstation und beendete den Februar mit der schlech­testen Performance aller Zeiten. So musste der Dow Jones im zweiten Monat des Jahres 11,72 Prozent abgeben, der marktbreite S&P 500 sackte um 10,99 Prozent ab, nur die Technologiebörse Nasdaq konnte die Verluste mit einem Minus von 5,36 Prozent einigermaßen in Grenzen halten.

Als letzter Lichtblick und Rettungsanker zugleich gilt derzeit noch, dass der 7000er im Dow Jones gehalten hat. Allerdings dürfte das nur eine psychologische Marke sein, denn der S&P 500 plumpste in der Vorwoche unter das Novembertief und die charttechnisch so wichtige Marke von 740 Punkten. Eine Fortsetzung des Bärenmarkts scheint daher quasi abonniert.

Die fundamentale Begleitmusik für die neuen Tiefs an der Wall Street konnte jedenfalls ernüchternder nicht sein, denn die Rezession in den Vereinigten Staaten ist noch tiefer als gedacht: Das Bruttoinlandsprodukt sank von Oktober bis Dezember mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 6,2 Prozent. Das ist der kräftigste Rückgang seit Anfang 1982. In einer ersten Schätzung ging das Handelsministerium Ende Jänner noch von einem Minus von 3,8 Prozent aus. Grund für den Einbruch am Jahresende waren stark sinkende Konsumausgaben und Exporte: Die Verbraucher schränkten ihre Ausgaben um 4,3 Prozent ein, die Exporte brachen sogar um 23,6 Prozent ein.
Analysten zeigten sich bestürzt über die Talfahrt der weltgrößten Volkswirtschaft: „Die Zahlen sind schrecklich", sagte Matt Esteve von Tempus Consulting. Die Marktmeinung ging vor Datenveröffentlichung von einem BIP- Minus von 5,4 Prozent aus.

Auch vom größten Problemkind, dem Immobilienmarkt, gibt es weitere Horrornachrichten: Der Preisverfall am US-Häusermarkt beschleunigt sich aufgrund sich häufender Zwangsversteigerungen drastisch. Im Dezember lagen die Preise in den 20 wichtigsten Ballungsräumen der USA 18,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Noch nie seit Erstellung des Marktbarometer S&P/Case-Shiller-Index ist das Preisniveau derart schnell gefallen.
Die Zahl der Eigenheim-Zwangsversteigerungen ist im Jänner laut Marktbeobachter RealtyTrac um 18 Prozent gestiegen. 2008 wurden insgesamt 2,3 Millionen Anträge auf Zwangsvollstreckungen gestellt. Im Januar haben Bauunternehmen in den USA so wenige Eigenheim-Neubauten begonnen wie noch nie seit Statistikbeginn.

Das Dauerproblem Banken liegt Börsianern aber mindestens genauso schwer im Magen wie das nicht verstummende Rezessionsgeheul. So schockte die Großbank Citigroup am Freitag zum wiederholten Male mit einem Milliardenloch: Neuerliche Wertberichtigungen kosten dem Institut 9,6 Milliarden Dollar. Ein Zusammenbruch des schwer angeschlagenen Finanzriesen scheint aber ausgeschlossen, denn die US-Regierung hat sich mit der Citigroup geeinigt, die Staatsbeteiligung von acht auf etwa 36 Prozent auszubauen und Vorzugs- in Stammaktien umzuwandeln. Damit erhält die US-Administration ein größeres Mitspracherecht.
Bereits im Rahmen des Tarp-Programms, das zur Stützung der Finanzbranche aufgelegt wurde, hat die Citigroup seit Oktober 45 Milliarden Dollar und außerdem staatliche Bürgschaften für riskante Vermögenswerte von über 300 Milliarden Dollar erhalten.

Der gelernte Anleger kann aufgrund des negativen News­flows daher nur eines annehmen: Der März wird auch im Zeichen der Bären stehen. Aber wie heißt es so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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