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Abu Dhabi steht zu Dubai - aber nur von Fall zu Fall

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von joa / Agenturen | 28.11.2009 | 12:34

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Abu Dhabi steht zu Dubai - aber nur von Fall zu Fall

Für einige Investoren könnte es nun eine böse Überraschung geben, denn wider Erwarten springt Abu Dhabi nur für selektive Problemfälle in Dubai rettend ein. Unterdessen rechnet die deutsche Wirtschaft rechnet mit spürbaren Auftragseinbußen wegen der Krise in Dubai.

Dubais Nachbarn aus Abu Dhabi springen ein, aber nur von Fall zu Fall (epa)

Dubais Nachbarn aus Abu Dhabi springen ein, aber nur von Fall zu Fall

Abu Dhabi hat dem in Zahlungsnöte geratenen Nachbar-Emirat Dubai nun seine Unterstützung zugesagt. Es werde aber keinen Blankoscheck für das Nachbarland geben, sagte ein Regierungsvertreter des weltweit drittgrößten Ölexporteurs am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir werden uns die Verpflichtungen Dubai's anschauen und sie von Fall zu Fall prüfen", so die Aussage. "Und wir werden uns aussuchen, wo und wann wir eingreifen."

Die selektive Hilfe für Firmen im Netzwerk der "Dubai Inc." würde für viele Investoren ein hartes Erwachen bedeuten, da sie jahrelang davon ausgegangen waren, dass Abu Dhabi für sein Nachbaremirat als Fangnetz herhalten würde, analysiert Reuters.

Das Emirat Dubai hat einen Zahlungsaufschub für seine hoch verschuldeten Bauentwickler Dubai World beantragt und damit weltweit die Finanzmärkte verunsichert. Es geht dabei um eine Verschuldungshöhe von 59 Milliarden Dollar. Abu Dhabi, das Emirat, das 90 Prozent der regionalen Ölvorkommen besitzt,  pumpte bereits 15 Milliarden Dollar an indirekter Hilfe nach Dubai.  Unterdessen gehen von Markt zu Markt die Aufräumarbeiten und Analysen weiter: Wir stark wird die Realwirtschaft getroffen? 

Deutschland rechnet mit Problemen
"Viele deutsche Unternehmen werden betroffen sein", sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHK) auf die Frage, was die Zahlungskrise in Dubai für Folgen haben könnte. Die Dauerbaustelle Dubai sei über viele Jahre hinweg ein wichtiger Markt gewesen für jeden, "der Produkte und Leistungen rund ums Bauen liefert - von der Bohrmaschine über Bagger bis zu Armaturen und Fenstern".

Auch der psychologische Effekt der Schuldenkrise am Golf sei nicht zu verachten, sagte Wansleben in einem Interview in der Osnabrücker Zeitung. "In der aktuellen labilen Situation ist jeder Rückschlag gefährlich. Vor diesem Hintergrund ist Dubai durchaus ein Schlag ins Kontor." Die Entwicklung zeige, "dass wir noch den ein oder anderen Rückschlag einstecken werden".

4,5 Millionen Inder arbeiten am Golf

Auch in anderen Märkten, wie etwa Indien, beginnt jetzt die Analyse der Dubai-Folgen. So arbeiten etwa 4,5 Millionen Inder in der Golf-Region und überweisen jährlich zehn Milliarden Dollar ihrer Löhne an Familienmitglieder in Indien. Indien ist der weltweit größte Empfänger von Geldsendungen der im Ausland arbeitenden Staatsbürger. In Summe wurdenm 2008 52 Milliarden Dollar von Auslands-Indern nach Hause überwiesen, Chinesen überwiesen an ihre Angehörigen daheim 49 Milliarden Dollar.

Österreicher in Dubai

Spurlos werde die jüngste Krise nicht an den österreichischen Unternehmen vorbei gehen, berichtete das WirtschaftsBlatt bereits in seiner Freitag-Ausgabe. Einige österreichische Unternehmen haben ihren Schwerpunkt schon vor einiger Zeit von Dubai in den arabischen Raum verlegt. Oder sie haben sich von vornherein breiter aufgestellt. „Wir haben derzeit in Dubai nichts laufen“, sagt Johann Sischka von Waagner Biro Stahl-Glaskonstruktionen. Zu einem Drittel tragen die VAE zum Waagner Biro Stahl-Glas-Umsatz bei. Schon vor einiger Zeit habe Waagner Biro den Schwerpunkt nach Abu Dhabi verlegt. Anzahlungen sichern gegen Zahlungsverzögerungen ab, ebenso internationale Partner als Generalunternehmer.

Auch Unger Stahlbau hat seinen Schwerpunkt nach Abu Dhabi verlagert und hat Aufträge aus der gesamten Region (Oman, Katar, Bahrain). „In Dubai gab es einen spürbaren Rückgang“, sagt Matthias Unger. Die Krise betreffe den Immobereich, Unger Stahlbau-Kunden kommen aus der Industrie.

Büromöbelerzeuger Bene hat sich von vornherein breit in der Region aufgestellt. Zu 95 Prozent seien die Kunden internationale Unternehmen, heißt es. Für Fruchtsafthersteller Peter Pfanner ist Dubai wichtig, aber kein A-Markt.

Der Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel will das Potenzial der anderen Emirate künftig intensiver nutzen. Der Leuchtenhersteller betreibt in Dubai ein Büro mit zehn Mitarbeitern. Aktiv sei Zumtobel aber vorallem im Krankenhaus- und Museumsbereich. Dieser sei nicht von der vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit betroffen, so eine Sprecherin gegenüber dem ORF.

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