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Trial, error & win: Die millionenschweren Flops von Google, eBay & Co

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von Oliver Bayer | 21.04.2010 | 17:40

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Trial, error & win: Die millionenschweren Flops von Google, eBay & Co

Sie sind die Elite des IT-Universums. Die jüngsten Zahlen der Tech-Riesen wie Apple und Google lassen aufhorchen. Dennoch bauen auch die so mächtigen Konzerne milliardenschwere Flops. Mit einem Unterschied: Sie können es sich leisten.

EPA

Google-CEO Eric Schmidt über das Erfolgsrezeot von Google: "Viel ausprobieren, sehr früh und sehr oft"

Bei Google, Apple und Yahoo sehen die aktuellen Unternehmenszahlen durchwegs gut aus. Dennoch bauten auch die scheinbar allmächtigen Tech-Geldmaschinen im letzten Jahr einige Flops und Missgeschicke, die auf den ersten Blick vielleicht nicht auffallen. Nicht selten gehen die Kosten dafür in Milliardenhöhen. Doch eines ist klar: Sie können es sich leisten.

Das Prinzip Google

Beim Suchmaschinenriesen Google aus Mountain View etwa ist längst nicht alles eitel Sonnenschein. "Google hat sich im ersten Quartal sehr gut geschlagen", resümierte Finanzchef Patrick Pichette bei der jüngsten Präsentation der Quartalsergebnisse. Wohl wahr, doch das begründet sich nicht zuletzt darin, dass Google sehr breit aufgestellt ist, in viele Geschäftsfelder schnuppert, sie auslotet und sich daher den ein oder anderen Flop leisten kann. Google-CEO Eric Schmidt beschreibt die Arbeitsweise von Google so: "Viel ausprobieren, sehr früh und sehr oft". Dabei kann es dann auch zu Rohrkrepierern kommen: Google Buzz und Google Wave sind zwei Beispiele der jüngeren Zeit die dem Konzern nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Mit Buzz, gestartet Anfang Februar 2010, wollte Google den Markt für Social-Networks aufmischen und Platzhirschen wie Facebook und Twitter Konkurrenz machen. Mit dem Dienst, eine Mischung aus den beiden letztgenannten Portalen, kann der User kurze Meldungen mit Fotos, Videos und Links veröffentlichen. Bereits kurz nach dem Launch wurde jedoch harsche Kritik an den Datenschutzbestimmungen von Google Buzz laut, worauf Google sofort versicherte, entsprechende Änderungen vorzunehmen. Abseits davon stößt der Dienst bei der IT-Community bislang auf eher wenig Gegenliebe: Die Vorteile von Buzz gegenüber den bekannten Portalen seien zu gering, lautet das Hauptargument. So wird das Service in einigen Tech-Blogs im Internet regelrecht zerlegt.

Auch der Hype um Google Wave, beim Start im Herbst 2009 als "Kommunikationswunder" angepriesen, hat sich schnell wieder gelegt. Die Plattform soll E-Mail, Instant Messaging und den Austausch von Dokumenten im Web verbinden. Anfangs von der Community bejubelt, ist das Interesse daran mittlerweile geschwunden. Ein Indiz dafür ist vielleicht, dass sich das Portal im April 2010 immer noch in der "Preview"-Phase befindet. Außerdem heißt es aus Branchenkreisen, dass Google mittlerweile bei der Einführung von neuen Produkten Vorsicht walten lässt.

Apple verärgert Hardcore-User

Im kalifornischen Cupertino ist seit Dienstag wieder klar: Apple bleibt weiter eine Geldmaschine. Der Konzern konnte im zweiten Geschäftsquartal (bis Ende März) den Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beinahe verdoppeln. Ende 2009 zog sich Apple aber mit einer Panne bei dem 24-Zoll-Modell des iMac böses Blut seiner Stammkunden, den Profi-Anwendern, zu. Konkret ging es um einen Fehler bei den Grafikchips, die viele eingefleischte Mac-User dazu brachte, die Handbremse anzuziehen. Die Mac-Pro Reihe, die nun endlich vor einigen Tagen in den Verkauf kam, hat nach Meinung der Händler zu lange auf sich warten lassen.

Ein anderes Sorgenkind der Kalifornier ist Apple TV, seit März 2007 im Handel. Zwar erklärt Apple-COO Tim Cook auf dem Portal macnews.de, dass man im zweiten Quartal 2010 34 Prozent mehr von der Set-Top-Box verkauft habe. Allerdings ist die absolute Zahl so gering, dass sie in der Bilanz keine Erwähnung findet. Apple TV sei immer noch ein Hobby-Projekt, meint Cook. Doch wer den Konzern kennt, der weiß, dass Apple kein Gadget einfach nur zum Spaß entwickelt. Wenig verwunderlich, dass Analysten für heuer mit einem weiteren Vorstoß von Apple auf den Fernsehmarkt rechnen.

eBay killt den Mega-Flop

Das Online-Auktionshaus eBay konnte sich Ende 2009 vom größten Flop in der Unternehmensgeschichte, dem Internetelefonieanbieter Skype trennen. 2005 kaufte eBay den Service für 2,6 Milliarden US-Dollar. Die erhofften Synergieeffekte traten niemals ein, vergeblich suchte man ein passendes Geschäftsmodell, konnte sich niemals gegen die am Videotelefonie-Markt etablieren Player Microsoft, Cisco Systems und Alcatel-Lucent durchsetzen. Stattdessen brannte Skype systematisch ein immer größeres Loch in die Bilanz. Dann der Befreiungsschlag: Nach langer Käufersuche konnte eBay Skype im November 2009 für 1,9 Milliarden Dollar an eine Investmentfirma rund um den Internet-Pionier Marc Andreessen abtreten. Im vierten Quartal überraschte eBay dadurch prompt mit einem Milliardengewinn. Inwieweit die Auktionsplattform aber wirklich aus ihrer Krise gekommen ist, werden die Zahlen für das erste Quartal 2010 zeigen, die am Mittwoch Abend veröffentlicht werden.

Amazon ist zu früh dran

Die zeitliche Komponente machen Experten für die Probleme bei Microsoft und Amazon.com verantwortlich. So sei Amazons Lesegerät Kindle zwar ein tolles Gadget, aber dennoch ein reines Nischenprodukt, das etwas zu früh auf den Markt geworfen wurde. Besonders kritisiert wird der eingeschränkte Nutzwert des Kindle: Ein Farbbildschirm, Features die über einen herkömmlichen eBook-Reader hinausgehen oder die Öffnung für andere Leseformate sei notwendig.

...und Microsoft zu spät

Microsoft ist dagegen nach Meinung der Experten sowohl mit der Suchmaschine Bing als auch mit der Einführung von Applikationen für Smartphones im Vergleich zur Konkurrenz spät dran. Erst im Herbst wird Microsoft einen eigenen AppStore eröffnen. Sorgen müssen sich die Redmonder aber keine machen: Nach der Einführung des neuen Betriebssystems Windows 7 im Oktober 2009, kommt im Mai jetzt die neue Version des Office-Pakets auf den Markt. Dies wird weiterhin für sprudelnde Umsätze sorgen, obwohl parallel dazu eine Gratis-Version im Web angeboten wird. Diese umfasst allerdings nicht alle Funktionen des Premium-Produktes.

Und bei Yahoo ist man nach den Troubles der letzten zwei Jahre ganz darauf bedacht, das Image zu verbessern. Von der Allianz mit Microsoft konnte der Konzern bereits profitieren: Im ersten Quartal konnte Yahoo den Gewinn mit 312,3 Millionen Dollar mehr als verdoppeln.

Fazit

Das von Google-CEO Eric Schmidt genannte Prinzip "Viel ausprobieren, sehr früh und sehr oft" dürfte also stimmen. Es muss auch erlaubt sein, Fehler zu machen, um erfolgreich zu sein. Eine möglichst breite Aufstellung des Geschäftsmodells, sich in vielen Branchen des IT-Universums zu bewegen, verursacht zwar den einen oder anderen Flop, führt aber oft auch zum Erfolg. Das Sprichwort "Nur wer wagt, der gewinnt", gilt also auch für die IT-Riesen.

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1 Kommentar

Danke!

@Facebook-Nutzer: Besten Dank für den Hinweis! Gemeint ist hier natürlich das zweite Quartal des Geschäftsjahres von Apple und nicht das Jahresquartal.

Liebe Grüße aus der Redaktion

Von Gast: Gast: oli am 22.04.2010 um 13:05

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