von APA/oli | 30.07.2010 | 19:08
Schweizer Börse schließt nach Wechselbad der Gefühle im Minus
Auch in der Schweiz machte sich am Freitag Konjunkturpessimismus breit: Das US-BIP zog den Züricher Leitindex runter, der Einkaufsmanagerindex und die Konsumentenstimmung sorgten für Belebung. Ein Plus ging sich aber nicht mehr aus.
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einem mehrheitlich von Konjunkturpessimismus geprägten Handel etwas schwächer geschlossen. Die Sorgen um eine sich abschwächende Entwicklung der Weltwirtschaft setzte den Leitindex SMI bereits früh unter Druck. Am Nachmittag ließen enttäuschende Angaben zum US-BIP den SMI auf Tagestiefstwerte abrutschen. In der Folge stützten gut aufgenommene Daten zum Chicago-Einkaufsmanagerindex sowie die von der Universität Michigan nach oben revidierten Angaben zur US-Konsumentenstimmung die Börse.
Das Blue-Chips-Barometer Swiss-Market-Index (SMI) schloss 0,32 Prozent tiefer auf 6.200,78 Punkten. Zur Vorwoche notierte der SMI unverändert. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,40 Prozent auf 955,21 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) gab um 0,31 Prozent auf 5.489,77 Punkte nach.
UBS (plus 1,6 Prozent) gingen als Tagessieger aus dem Handel. Im Wochenvergleich ergab sich gar ein Kurssprung von 15,1 Prozent. Die UBS-Woche war zu Beginn von den Ergebnissen des Bankenstresstests positiv geprägt. Am Dienstag ließen überraschend stark ausgefallene Quartalszahlen den Kurs in die Höhe schnellen. Zu Wochenschluss habe die Ratingerhöhung von Bernstein auf "Outperform" weitere Kaufargumente geliefert, hieß es am Markt.
Die anderen Finanzwerte notierten am Ende zumeist tiefer. Während Baloise nach einer Heraufstufung durch Citigroup auf "Buy" um 0,1 Prozent leicht zulegten, gaben Credit Suisse (CS) um 0,6 Prozent, Julius Bär um 2,8 Prozent oder Swiss Life Holding um 1,2 Prozent auf 109,50 Franken nach. Immerhin schlossen CS die Woche mit einem Plus von 7 Prozent ab.
Für Swiss Life senkte die Citigroup in einer Studie zum Versicherungssektor das Kursziel auf 120 (zuvor 130) Franken. Solange die Bond-Renditen auf dem aktuellen Niveau blieben, sei eine überdurchschnittliche Entwicklung der Titel unwahrscheinlich, hieß es in der Begründung.
Zu den größten Verlierern gehörten Holcim (minus 1,8 Prozent). Gemischt ausgefallene Zahlen des Konkurrenten HeidelbergCement und der wenig erfreuliche Ausblick des Mitbewerbers Lafarge wurden als kursbelastend angeführt.
Auf wenig Kaufinteresse stießen Nestle (minus 0,3 Prozent). Umschichtungen in Aktien des Konkurrenten Unilever machten Beobachter dafür verantwortlich.
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