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Europas Börsen wegen Konjunktursorgen tief im Minus

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22.09.2011 | 13:51

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Europas Börsen wegen Konjunktursorgen tief im Minus

US-Notenbank sprach von "signifikanten Abwärtsrisiken" für die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag zu Mittag mit massiven Verlusten tendiert. Die US-Notenbank sprach von "signifikanten Abwärtsrisiken" für die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft und drückte damit global auf die Aktienkurse. Gestärkt wurden die Konjunktursorgen durch einen schwachen Einkaufsmanagerindex aus China - dem Land, das als Stütze für die Weltwirtschaft angesehen wird.

Der DAX in Frankfurt notierte um 12.30 Uhr mit 5.239,89 Punkten und einem herben Verlust von 193,91 Einheiten oder 3,57 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London rasselte um 243,9 Zähler oder 4,61 Prozent auf 5.044,50 Stellen in die Tiefe. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 rutschte um 81,16 Einheiten oder 3,87 Prozent auf 2.017,33 Punkte ab.

Banken-Abwertung belastet

Als zusätzlichen Belastungsgrund für die sehr trübe Stimmung am Markt nannten Händler die Ratingabstufung von sieben italienischen Banken durch Standard & Poor's und einigen US-Banken durch Moody's. Die französischen Finanzwerte verbuchten überdurchschnittliche Abschläge. Sie zählen zu den am stärksten engagierten Instituten im von der Schuldenkrise geplagten Griechenland und besitzen auch Töchter in Italien.

Die Titel der Societe Generale (SocGen) brachen um 6,56 Prozent auf 15,86 Euro ein. Zudem berichtete die französische Zeitung "Les Echos" ohne Nennung von Quellen, dass die SocGen den Verkauf von Tochterunternehmen plane, um damit 4 Milliarden Euro einzunehmen.

Die Aktien von BNP Paribas verbuchten ein Minus von 3,74 Prozent auf 23,57 Euro. Hier könnte ein weiterer Pressebericht die Verluste einigermaßen in Grenzen gehalten haben. Demnach hofft die vom Absturz der Börsen stark betroffene Großbank auf frisches Geld aus den reichen Staaten am Persischen Golf.

Italien besser als der Markt

Viele italienische Finanzwerte schlugen sich besser als Markt. Spitzenreiter im EuroStoxx waren sogar die Titel der von S&P abgestuften Bank Intesa SanPaolo, die um 0,31 Prozent auf 0,97 Euro stiegen. Die Papiere der ebenfalls abgestuften Mediobanca verbuchten ein Minus von 1,82 Prozent auf 5,405 Euro. Die Unicredit-Titel sanken um 3,03 Prozent auf 0,674 Euro. Ein Analyst sagte: Nachdem die Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Italiens bereits am Dienstag um eine Note von "A+" auf "A" herabgestuft hatte, hätten die Marktteilnehmer bereits damit gerechnet, dass nun früher oder später auch die Bonität der Banken des Landes gesenkt wird.

Außerhalb des Finanzsektors fielen die Titel von TUI Travel in dem sehr schwachen Markt um 3,74 Prozent auf 149,10 Pence. Europas größter Reiseveranstalter stellt sich angesichts der Umbrüche in Nordafrika auf eine weitere Zurückhaltung der Urlauber ein.

Rohstoffe als größte Verlierer

Die europaweit größten Abschläge musste der Rohstoffsektor hinnehmen, wie der entsprechende Branchenindex zeigte. So verloren am Ende des britischen "Footsie" die Aktien von Vedanta, Xstrata, Rio Tinto und Kazakhyms jeweils mehr als acht Prozent an Wert. Die Unternehmen würden eine Abschwächung der Konjunktur besonders stark zu spüren bekommen, hieß es.

Zudem gab es wegen der Konjunktursorgen sehr deutliche Verluste im Autosektor. Aktien von BMW sackten um 5,65 Prozent auf 52,93 Euro ab, Daimler bremsten um 5,59 Prozent auf 33,42 Euro und Volkswagen-Aktien verloren 4,64 Prozent auf 105,90 Euro.

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