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Nachtflugverbot über Frankfurt – Lufthansa als Leidtragende

11.10.2011 | 17:31 | Reuters/hahn (wirtschaftsblatt.at)

Ab Ende Oktober dürfen in der Zeit zwischen 23.00 und 5.00 Uhr keine Maschinen mehr starten oder landen.

Am Frankfurter Flughafen gilt nach den Klagen mehrerer Anwohner ab Ende Oktober vorerst ein Nachtflugverbot. Das Verbot trete mit Inbetriebnahme der neuen vierten Landebahn in Kraft, sagte eine Sprecherin des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs am Dienstag. In der Zeit zwischen 23.00 und 5.00 Uhr dürften dann keine Maschinen mehr starten oder landen. Der Flughafenbetreiber Fraport nimmt die neue Bahn zu Beginn des Winterflugplans am 30. Oktober in Betrieb. Lufthansa Cargo rechnet mit hohen Belastungen durch das Urteil.

Geklagt hatten Einwohner der besonders vom Fluglärm betroffenen Städte Rüsselsheim und Offenbach. Derzeit donnern dort noch 50 bis 60 Flieger nachts über die Dächer - ab dem Winterflugplan sollte ihre Zahl ursprünglich auf 17 sinken. Nun könnte es bald sehr ruhig werden.
Vorbei ist der jahrelange Streit zwischen Anwohnern, dem Flughafen und den Fluggesellschaften damit aber noch nicht. Endgültig Klarheit dürfte erst ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Nachtflugverbot schaffen - ein ähnlicher Fall ist dort bereits anhängig. Vor Ende des Jahres sei aber nicht mit einer Entscheidung zu rechnen, sagte ein Sprecher des Leipziger Gerichts.

Der Clinch begann bereits Ende der 1990er Jahre. Anwohner des Großflughafens gingen seinerzeit gegen die vierte Landebahn auf die Barrikaden. Der Flughafen> und der damalige Ministerpräsident Roland Koch sicherten den Gegnern das Nachtflugverbot zu, um den Ausbau durchzusetzen. Später ging die hessische Landesregierung gegen das Verbot aber vor Gericht vor.

Lufthansa erwartet herbe Einbußen
Den Flughafen und die Fluggesellschaften stellt das Urteil vor große Probleme. Insbesondere Fracht-Airlines haben in der Vergangenheit immer wieder die wirtschaftliche Bedeutung der nächtlichen Verbindung in alle Welt für die exportorientierte deutsche Industrie betont. Allein bei Lufthansa Cargo führe das Nachtflugverbot zu einem wirtschaftlichen Schaden in Millionen-Höhe, sagte ein Sprecher der Frachtgesellschaft. Die Gerichtsentscheidung komme viel zu kurzfristig. "Als Linien-Gesellschaft planen wir unser Kapazitäten langfristig, üblicherweise ein halbes Jahr im Voraus." Lufthansa Cargo müsse nun ihre geplanten Flüge - soweit das die begrenzten Kapazitäten am Flughafen überhaupt zuließen - verschieben oder sogar streichen. Ursprünglich plante die Frachtfluglinie mit Start des neuen Flugplans in Frankfurt elf Nachtflüge.

Auch Fraport bemängelt, dass die Vorbereitungszeit viel zu kurz sei. "Das stellt eine äußerst schwierige Situation dar und hat Auswirkungen auf weltweit vernetzte Flugverbindungen", sagte ein Fraport-Sprecher.


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