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„Russische Aktien? Lieber direkt Rohstoffe kaufen!“

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von Andre Exner | 26.01.2010 | 15:35

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„Russische Aktien? Lieber direkt Rohstoffe kaufen!“

Die Schweizer Bank Sarasin macht bei der Russland-Euphorie der anderen Investmentgesellschaften nicht mit. Dafür gefallen dem Haus polnische und türkische Aktien.

WB/Mayr

In der EU verzeichnete nur Polen 2009 ein BIP-Plus. „Ich bin ein Fan von Polen“, sagt Sarasin-CIO Burkhard Varnholt

Üblicherweise lautet die Antwort Russland, wenn man Investmentprofis nach ihrem Lieblingsland in Osteuropa fragt. Die Ausnahme: Burkhard Varnholt. „Ich werde nicht richtig warm mit Russland“, sagt der Chief Investment Officer der Schweizer Bank Sarasin. „Wenn ich Russland will, kaufe ich doch lieber gleich Rohstoffe und nicht russische Aktien“, erklärt er mit Hinblick auf die mangelhafte Corporate Governance in Putins Reich.

Sarasins Fokus liegt seit zwei Jahrzehnten auf Nachhaltigkeit. Die Erfahrung zeigt: Wer nachhaltig investiert, kann nicht nur besser schlafen, sondern auch besser essen, um Kostolanys bekannten Spruch zu verdrehen. Denn nachhaltiges Investment liefert im Aktienbereich vier Prozentpunkte und bei Bonds 200 Basispunkte Überrendite. „Unternehmen, die nachhaltig sind, haben niedrigere Kapitalkosten“, erklärt Varnholt. Zudem gehen sie auch seltener pleite: „In all den Jahren hatten wir keinen einzigen Default.“

Auch in Osteuropa findet man Unternehmen, die man guten Gewissens kaufen kann. „Ich bin ein Fan von Polen“, sagt Varnholt: Die Größe des Landes kombiniert mit der Tradition und der Unternehmenskultur stelle die richtige Mischung dar. Varnholt mag hier beispielsweise die Bank PKO. „Wenn einem ein Land makroökonomisch gefällt, ist der Bankensektor das naheliegendste Investment“, sagt er. Auch die Türkei findet der Manager aus ähnlichen Gründen attraktiv. Seine Tipps: Garanti Bankasi, „auch Haushaltsgerätehersteller sind in der Türkei interessant.“

Generell hofft der CIO auf ein gutes Anlagejahr. 2009 hat zwei Drittel der Erholung vom Tief gebracht, das fehlende Drittel kommt heuer – das lässt der Vergleich mit den zehn größten Krisen der letzten 100 Jahre erwarten. Negativ-Szenarien, die Desaster in Osteuropa erwarten, findet Varnholt falsch. „Die jetztige Krise ist nichts Einmaliges, die Wirtschaft ist zyklisch. Sprich: Auch wenn die Dynamik heuer abflachen sollte, ist das noch kein ‘Double Dip’, nur eine normale Delle.“

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