
|
Dialog-backdrop Investmentchancen im OstenOsteuropa bleibt auch 2012 eine Region der unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Nach einem flauen Börsejahr 2011 sollte es heuer in Polen, der Türkei und Rumänien mit dem Aufschwung klappen. Ungarn bleibt Sorgenkind Nummer eins. Ein Blick auf die Börsenperformance Osteuropas im vergangenen Jahr zeigt ein einheitlich trauriges Bild: Alle Indizes rasselten mehr oder weniger zweistellig in den Keller. Den österreichischen Leitindex, der ein Minus von 35,9 Prozent einfuhr, haben bis auf die Ukraine trotzdem alle geschlagen. Die negative Entwicklung ist an sich wenig verwunderlich, schließlich hängt Osteuropa am Tropf des Westens. Und dort lief bekanntlich so einiges aus dem Ruder. Nachdem die Schuldenkrise in Europa noch lange nicht gelöst ist, rechnet Peter Havlik vom WIIW heuer mit einer starken Wachstumsverlangsamung in den Ländern Ostund Südosteuropas. Von einer befürchteten Rezession wie im Westen ist jedoch nicht die Rede. Rumänien auf Kurs Allenfalls Ungarn könnte eine negative Wirtschaftsleistung aufweisen. Damit die ehrgeizigen Pläne von Regierungschef Viktor Orban aufgehen, müsste die Wirtschaft des Landes anspringen. Bei einem prognostizierten Wachstum von 0,3 Prozent ist das jedoch unwahrscheinlich. Sorgen bereitet auch Rumänien, obwohl das Land im Gegensatz zu Ungarn die Hausaufgaben weitgehend gemacht hat. Die Regierung hat bereits zwei Misstrauensabstimmungen überstanden, nachdem die Gehälter im öffentlichen Dienst um 25 Prozent gesenkt wurden. Die Bevölkerung, so scheint es, trägt den harten Sparkurs der Regierung mit. Außerdem ist Rumänien im Gegensatz zu Ungarn ein guter Schüler des IWF, die Wirtschaft ist nicht ganz so hoch verschuldet. Das Problem: Rumänien ist von ausländischem Kapital abhängig. So hängen große Finanzhäuser wie die BCR Bank am Gängelband der Erste Group, die BDR Bank an der Société Générale. So lange die Banken des Westens die Kreditvergabe reduzieren, bleibt die Lage prekär. "Sobald die ausländischen Banken im Westen sparen und wieder im Osten investieren, geht es mit Rumänien bergauf. Damit rechne ich in der zweiten Jahreshälfte", erklärt Peter Reichel, Anlagestratege der Berenberg Bank. Die Börse bräuchte ähnlich wie Wien dringend Impulse. Derzeit werden an der Börse Bukarest Volumen von fünf bis sechs Millionen €pro Tag gehandelt. Das ist immerhin noch besser als das "praktisch tote" Sofia, wo nur noch eine halbe bis eine Million €umgesetzt werden. Im Gegensatz zu Rumänien kann Bulgarien durch die Bindung der Währung an den Euro den Leu nicht abwerten und ist so wirtschaftlich am Sand. Türkei mit Upgrade Weitaus schneller könnte sich Polen erholen. Mit der Fußball-Europameisterschaft im Juni 2012 wird das Land nicht nur Fans anziehen, sondern auch Investoren. Außerdem könnte der Zloty, der zum Euro 2011 rund elf Prozent verlor, wieder aufwerten und so die Inflation in Schach halten - obwohl sich diese mit aktuell 3,5 Prozent noch im Rahmen hält. Dazu kommt, dass Warschau neben Istanbul der attraktivste Börseplatz Osteuropas ist und von einer Erholung im Westen am deutlichsten profitieren würde. Die Türkei hat ebenfalls gute Karten. Das größte Problem ist weiterhin das hohe Leistungsbilanzdefizit. Die Regierung scheint das aber jetzt erkannt zu haben. "Sollte es gelingen, das Leistungsbilanzdefizit zu reduzieren, dann steht einem Upgrade durch die Ratingagenturen nichts mehr im Wege. Die Türkei hätte dann den Status Investmentgrade, und das lockt auf jeden Fall neues Kapital an", ist sich Anlagestratege Reichel sicher. Kleine Märkte wie Serbien und Kroatien spielen in Osteuropa weiterhin eine untergeordnete Rolle - obwohl der EU-Beitritt Kroatiens eigentlich nur noch ratifiziert werden muss. Auch das könnte dem Land den notwendigen Anstoß geben. Wer auf Osteuropa setzen will, wird an der Börse Warschau fündig. Mutige können sich auch die Erste Group oder RBI ins Depot legen. Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Börse Osteuropa…
|
Top-Artikel BÖRSE OSTEUROPA
Polens PKO BP mit Gewinnplus und skeptischem AusblickQuartalszahlen. Trotz zweistelligem Gewinnplus in den ersten drei Monaten 2012 bleibt... KeywordsGefundene OrteGefundene Personen |
2 Kommentare
Türkei = Osteuropa?
Wie kommen Sie darauf die Türkei zu Europa zu zählen?
Von Gast: Gast: snui am 04.01.2012 um 14:28
Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten
Re: sehr gut beobachtet...
... und beim EUROvision Songcontest sind die auch immer dabei und bei der Fussball EUROPAmeisterschaft spiegel die auch immer mit. Ich glaube sie sind da einer ganz grossen Verschwörung auf der Spur!
Von Gast: Gast: oneeyedbathtubpirate am 04.01.2012 um 17:46
Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten