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Mercator-Verkauf in Slowenien treibt seltsame Blüten

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23.12.2011 | 15:47

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Mercator-Verkauf in Slowenien treibt seltsame Blüten

Der vorerst gestoppte Verkauf von slowenischer Handelskette Mercator an den kroatischen Lebensmittelkonzern Agrokor verwickelt sich weiter. Mercator hat am Freitag eine Übernahmeabsicht an dem slowenischen Getränkekonzern Pivovarna Lasko veröffentlicht. Beobachter fragen sich nun, ob es sich nur um ein Abwehrmanöver gegen den Verkauf an Agrokor oder ernste Absicht handelt.

WB/Peroutka

Lasko, mit 23,24 Prozent Mercator-Eigentümer, gehört zum Verkaufskonsortium, das die Hälfte der Handelsriesen an Agrokor verkaufen will. Bei dem überraschenden Zug stellt sich die Frage, ob es sich dabei um ein Abwehrmanöver gegen den unerwünschten Verkauf an seinen kroatischen Konkurrenten oder um eine ernste Absicht handelt. Laut der Tageszeitung "Dnevnik" soll es Mercator tatsächlich auf den finanziell angeschlagenen Getränkekonzern abgesehen haben. Das Übernahmeangebot für Lasko werde spätestens in 30 Tagen veröffentlicht werden, kündigte Mercator in der Absichtserklärung an. Der Börsenwert des gesamten Getränkekonzerns beträgt 97 Mio. Euro.

Der Mercator-Vorstand behauptet, dass eine strategische Verbindung mit Pivovarna Lasko zu zahlreiche positive ökonomischen und finanziellen Effekten führen könne. Unter anderen glaubt Mercator bis 2013 eine finanzielle Sanierung des stark verschuldeten Getränkekonzerns durchführen zu können, berichteten slowenischen Medien. Genauere Pläne soll Mercator in dem Übernahmeprospekt enthüllen.

Die Übernahmeabsicht kollidiert mit der Entscheidung über den Verkauf von Mercator-Anteilen an Agrokor. Der Kaufvertrag für 52,10 Prozent der Mercator-Anteile zwischen Agrokor und dem Verkaufskonsortium, das aus mehreren Banken und Pivovarna Lasko besteht, konnte am Mittwoch nicht unterzeichnet werden, denn nicht alle Verkäufer hatten bis dahin grünes Licht für den Deal bekommen. Der Lasko-Aufsichtsrat sollte darüber am heutigen Freitag entscheiden, doch durch die Übernahmeabsicht wird sich das verzögern. Die Übernahmeabsicht hat laut dem slowenischen Übernahmegesetz auch zu Folge, dass nun die Lasko-Aktionärsversammlung dem Verkauf von Mercator zustimmen muss.

Bereits am Dienstag gab es eine weitere angekündigte Übernahmeabsicht für Lasko seitens einer unbekannten US-Firma, Eatons Capital aus Las Vegas. Die Wertpapierbehörde hatte ein Tag später diese Übernahmeabsicht als ungültig erklärt. Die Erklärung war nämlich weder unterschrieben noch abgestempelt gewesen, dazu war sie von einem Faxgerät an einem Postamt in Slowenien abgeschickt worden. Wegen dieser Umstände hat die Wertpapierbehörde ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Marktmanipulation eingeleitet.

Die größten Lasko-Aktionäre sind die Banken, welche die Aktien als Pfand für vergebene Kredite einkassiert hatten. Den größten Anteil davon hält die staatliche Großbank Nova Ljubljanska banka (NLB) mit 23,5 Prozent. Der Staatsfonds Kad besitzt 7,08 Prozent. Restliche Aktien sind in Händen von slowenischer Hypo-Tochter, Hypo Alpe-Adria Bank (7,04 Prozent), Probanka (7,03 Prozent), Gorenjska banka (6,20 Prozent), Abanka (3,28 Prozent), Banka Celje (2,89 Prozent) und Banka Koper (2,04 Prozent). Die selben Banken gehören auch zum Verkaufskonsortium, das die Hälfte von Mercator verkauft.

Pivovarna Lasko hat in ersten neun Monaten einen Umsatz von 253 Mio. Euro verzeichnet, um 6 Prozent mehr im Jahresvergleich. Der operative Gewinn 23,8 Mio. Euro (Plus 8 Prozent), der Nettogewinn war mit 1,9 Mio. Euro um mehr als fünfmal niedriger im Jahresvergleich ausgefallen. Ihr Schuldenstand betrug im September rund 390 Mio. Euro. Nach dem abgeschlossenen Verkauf von Fruchtsaftproduzenten Fructal an serbischen Nektar soll Lasko bis Jahresende ihre Schulden unter 350 Mio. Euro senken.

(APA)

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