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AUA zeigt sich von der besten Seite - Shortlist soll ab 12. September stehen

03.09.2008 | 14:44 | Leo Himmelbauer/APA (wirtschaftsblatt.at)

Das AUA-Management präsentiert sich derzeit den potenziellen Partner. Ende Oktober soll unterschrieben werden. Die Aktie hebt weiter ab. Und deutsche Medien sehen die Lufthansa unter Kauf-Druck.

Der Run auf die wieder ATX-würdige AUA-Aktie ist ungebrochen. Bei hohem Handelsvolumen stieg am Mittwoch der Kurs auf mehr als sieben €. Dieses Niveau gab es zuletzt im November 2007. "Äußerst positiv" wird die Kurserholung bei Kernaktionär ÖIAG gesehen. Schliesslich ist Merrill Lynch mit der Käufersuche für das Anteilspaket im Volumen von 42,75 Prozent beauftragt.

Seit heute Mittwoch darf sich das AUA-Management mit Alfred Ötsch an der Spitze vor den potenziellen Käufern präsentieren. Noch bis bis 8. September, 12 Uhr, läuft übrigens die Bezugsfrist für die pro forma gestartete Kapitalerhöhung. Dann wird feststehen, ob Scheich Al Jaber so freudlich war, junge Aktie zu 7,10 (wie ursprünglich ausgemacht) zu kaufen. Anzunehmen ist das freilich nicht. Wie es dann weiter geht: Bis 12. September sind Angebote möglich, dann wird eine Shortlist erstellt. Es folgen Detailverhandlungen, bis 21. Oktober müssen verbindliche Angebote auf dem Tisch liegen, Ende Oktober soll das Signing erfolgen, unmittelbar darauf der glückliche Sieger im Poker um die AUA bekannt gegeben werden. Die im Verschwiegenheit bemühte ÖIAG rechnet freilich selbst nicht damit, dass ein Geheimnis bis zum Schluß gewahrt werden kann, zu groß ist das mediale Interesse am Ausgang des Bieterprozesses.

Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland ist die AUA ein Dauerthema. Wenn die Kooperation mit der russischen AirUnion scheitert, ist Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber mehr denn je auf die österreichische AUA angewiesen, schreibt etwa das deutsche Magazin "Wirtschaftswoche" in seiner neusten Ausgabe. Hintergrund seien die Russland-Aktivitäten des Kranich. Das Russland-Geschäft reibe den Lufthansa-Chef auf, so die Zeitung.

Zunächst hätten russische Behörden 2007 der Tochter Lufthansa Cargo zeitweise verboten, über Russland zu fliegen. Dann hätten russische Steuerbeamte Konten der Fluggesellschaft eingefroren, bis die Lufthansa versprach, ihre Frachtflugzeuge auf dem Weg nach Asien nicht nur in Kasachstan zwischenlanden zu lassen, sondern einige auch auf dem russischen Flughafen Krasnojarsk aufzutanken.

Vor wenigen Wochen erst sei die Passagiersparte vom Moskauer Chaos-Flughafen Scheremetjewo nach Domodedowo umgezogen. Dort landen auch die Flugzeuge der russischen Flugallianz AirUnion, mit der die Lufthansa kooperieren will. Doch jetzt drohe AirUnion das Aus. Die russische Regierung ist nach Informationen des Blatts nicht bereit, die offenen Rechnungen der AirUnion in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar zu begleichen.

Dem Magazin zufolge verstärkt all das den Druck auf die Lufthansa, bei Austrian Airlines (AUA) einzusteigen, wo der Staatsanteil (ÖIAG-Anteil) von 42,75 Prozent Prozent zum Verkauf steht. Die AUA ist im Osteuropa-Geschäft besonders stark. Um den AUA-Anteil pokern allerdings auch Air France-KLM, Turkish Airlines, Air China und die russische S7. Sie könnten, wie auch in der deutschen Branche gemunkelt wird, eher als die Lufthansa geneigt sein, Österreichs Forderung zu erfüllen und Wien als Drehkreuz für Osteuropa beizubehalten. Hinzu komme, dass sich Russlands Marktführer Aeroflot dem "Sky Team" angeschlossen hat, dem auch Air France-KLM angehört.


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