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Wenn Analysten analysieren – oder auch nicht

03.11.2008 | 18:21 | Michaela Lexa (wirtschaftsblatt.at)

Am Montag war in Wien Analystentag. Bei der Voest meldeten sich gleich vier zu Wort. Dafür kam Autozulieferer Frauenthal einer abhanden.

Wenn’s kommt, dann aber gleich ordentlich. Das galt diesfalls nicht für den Wiener Leitindex ATX, sondern für eines seiner Mitglieder. Demnach war am Montag Voestalpine-Tag, denn gleich vier Analysehäuser knöpften sich den österreichischen Stahlkocher vor. Diese in alphabetischer Reihenfolge: Citigroup kürzte das Kursziel von 34 auf 25 €, das „Buy“ wurde bestätigt. Die Deutsche Bank reduzierte von 64 auf 30,2 € und bekräftigte ebenfalls ihr „Buy“. Sal. Oppenheim stufte das Target von 33,90 auf 32,20 € und – erraten – ließ ihr „Buy“ unangetastet. Und last but not least gab die UBS ein „Short Term Rating: Sell“ aus, auf Zwölfmonatssicht bleibt aber das „Kaufen“, inklusive einer Kursziel-Kürzung von 34 auf 30 €. Anleger taten, was empfohlen wurde und langten zu: plus 2,95 Prozent.

Und weil’s so schön ist, bleiben wir noch ein Weilchen bei den Analysten. Jene der UniCredit fuhren beim Autozulieferer Polytec vor. Ergebnis: eine Bremsung beim Target von 15,50 auf 10,50 € sowie volle Fahrt bei der Empfehlung, oder anders ausgedrückt „Kaufen“. Allerdings erfordere die schwierige Situation in der Automobilindustrie eine Korrektur der Ergebnisschätzungen nach unten. So wurde der Gewinn je Aktie heuer von 1,48 auf 1,44 € gekappt, jener für 2009 von 3,08 auf 2,35 €. Die Aktie parkte lieber bei der Empfehlung als bei der Ergebnisreduktion und legte 4,21 Prozent zu.

Einem anderen Autozulieferer, nämlich Frauenthal, fuhr ein Analysehaus auf und davon. Ohne die Angabe einer Begründung beendeten die Wertpapierspezialisten von Sal. Oppenheim die Bewertung von Frauenthal. Zuletzt lautete die Einstufung: „Reduce“ mit einem Kursziel von 7,0 €. Dementsprechend groß war bei Frauenthal die Freude, diese nicht gerade berauschende Empfehlung los zu sein: plus 6,43 Prozent auf 7,45 €.

Und dann erwarten die Analysten von Erste Group, UniCredit und RCB noch, dass der Umsatz bei Palfinger nach den ersten neun Monaten im Mittel um 18,7 Prozent auf 599 Millionen € steigen wird – und der Nettogewinn um 2,7 Prozent auf 56,2 Millionen €. Auf die tatsächlichen Zahlen müssen Anleger aber noch bis Donnerstag warten. Zudem gab der Kranhersteller bekannt, dass die Übernahme der amerikanischen Omaha Standard abgeschlossen ist. Dafür gab’s einen Tagesgewinn von 1,69 Prozent.

Was tat sich sonst? RHI holt sich Lenzing-Chef Thomas Fahnemann als neuen Vorstandschef, was der Feuerfestkonzern mit einem Plus von 4,51 Prozent quittierte. Ebenfalls stark der Flughafen Wien mit einer Rendite von 10,82 Prozent. Ach so, fast vergessen: Der ATX rückte um 2,38 Prozent auf 2045,47 Punkte vor.


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