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Wiener Börse will neues Kapitalmarkt-Gremium

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von Bernhard Fischer | 18.12.2008 | 17:09

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Wiener Börse will neues Kapitalmarkt-Gremium

Besonders in Krisenzeiten soll künftig eine eigene Institution die Auswirkungen des Kapitalmarkts auf die Realwirtschaft beeinflussen können.

WB/Foltin

Wiener Börse-Chef Heinrich Schaller wünscht sich neues Finanzmarkt-Gremium

Kapitalmarktbeauftragten gibt es keinen mehr, daher fordert die Wiener Börse ein eigenes Gremium. Dazu hat sie auch bereits ein Positionspapier erarbeitet, bestätigte Börsevorstand Heinrich Schaller im Klub der Wirtschaftspublizisten. Dieses soll auf dem Tisch des Finanzministers schon gelandet sein, heißt es aus informierten Kreisen.

Im Finanzministerium hält man sich noch bedeckt. Die Vorschläge seien derzeit eine Rohversion. Darin fordert die Börse ein eigenes Komitee, das den österreichischen Kapitalmarkt weiterentwickeln soll.

„Die Idee des Komitees ist eine Überlegung, die wir mit dem Finanzministerium besprechen wollen", bestätigt Börsechef Heinrich Schaller gegenüber dem WirtschaftsBlatt. Insbesondere die Wirkung des Kapitalmarkts auf die Realwirtschaft sollte in dem neuen Gremium behandelt werden. Doppelgleisigkeiten mit dem Finanzmarktkomitee im Finanzministe­rium gebe es laut Wiener Börse daher nicht.

Das neu zu schaffende Kapitalmarktkomitee soll von Oesterreichischer Nationalbank (OeNB), Finanzmarktaufsicht (FMA), Wiener Börse und Kontrollbank (OeKB) beschickt werden und seine Expertise auf „höchster politischer Ebene" einbringen. ­Zudem sollen „regelmäßig die aktuelle Lage analysiert, Handlungsbedarf identifiziert und Empfehlungen ausgesprochen werden", heißt es in dem Papier.

Strafausmaß erhöhen

Um im Krisenfall effizient eingreifen zu können, sollten die Aufsichten - auch über die Grenzen hinweg - mit mehr Rechten ausgestattet werden, so der Appell. Und: Das Strafausmaß für Kapitalmarktdelikte solle erhöht werden. Die derzeitige Obergrenze für Strafen sei deutlich zu tief angesetzt.

Die OeKB „unterstützt das Papier", sagt ein Sprecher. Die FMA ist zumindest für die „Fortsetzung der Corporate-Governance-Gespräche", die Finanzminister Josef Pröll und der ehemalige Kapitalmarktbeauftragte Richard Schenz begonnen haben.

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