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Die Ereignisse um MEL und Immofinanz haben den Finanzplatz Wien beschädigt

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von Harald Fercher | 06.06.2009 | 14:28

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Die Ereignisse um MEL und Immofinanz haben den Finanzplatz Wien beschädigt

Monika Fiala, CFO bei der update Software, über den Börseplatz Wien, die Unterschied zwischen der deutschen Bafin und der FMA und was die MEL-Affäre in Frankfurt ausgelöst hat.

WB/Foltin

Die obligate Frage ob sie an eine Rückkehr nach Wien denken, lass ich diesmal besser entfallen?
Unsere Meinung dazu hat sich nicht geändert. Unser Hauptmarkt ist Deutschland und ein Wechsel nach Wien würde uns wertvolle PR kosten. Ein Doppellisting würde unsere ohnehin geringe Liquidität halbieren und die Kosten dafür verdoppeln. Frankfurt bietet für uns sowohl von der Größe als auch vom Verständnis für Software (Anm.: eine geeignete und ausreichend große Peergroup ist vorhanden) einen guten Zugang zum Kapitalmarkt.

Weiters haben die Ereignissen der letzten Zeit, die Geschehnisse rund um Meinl und Immofinanz, dem Finanzplatz Wien sicherlich auch geschadet. Auch in Frankfurt war das Thema in aller Munde.

Die Vorkomnisse rund um Meinl European Land war auch in Frankfurt ein Gesprächsthema?
Ja, weil ja auch dortige Fonds investiert waren. Wie das losgebrochen ist wurden unter anderem Roadshow-Termine abgesagt. Uns hat es nur insofern betroffen, dass unsere Termine abgesagt wurden, weil sich die Fondsmanager um ihre Portfolios kümmern mussten. Insgesamt hat man sich wegen dieser Sache schon sehr negativ über den Wiener Finanzplatz geäußert.

Woran liegt das aus ihrer Sicht, waren das mangelnde Kontrollen, oder...
Ich denke schon, dass da auch die Finanzmarktaufsicht versagt hat.

Aber ähnliche Fälle hat es ja auch in Deutschland gegeben?
Man hat aber den Eindruck, dass in Deutschland bei Bekanntwerden solcher Fälle, professioneller - vielleicht auch nur medial - damit umgegangen wird.

Was kann man aus ihrer Sicht dagegen tun?
Vielleicht eine klarere Trennung von Verantwortungen bei den Kontrollorganen. Die einseitige Überfrachtung der Unternehmen mit immer mehr Compliance-Vorschriften alleine, scheint mir keine geeignete Maßnahme zu sein.
Es muss hier eben durch die Kontrollorgane das Bewusstsein geschärft werden, dass das keine Kavaliersdelikte sind. Ein verantwortungsvolleres Verhalten aller Beteiligten am Kapitalmarkt wäre wünschenswert. Allerdings wird es leider immer Leute geben wird die sich bereichern wollen und das wird man mit noch so ausgeklügelten Gesetzten und Compliance-Vorschriften nie ganz verhindern können. In Wien hat es sich eben in jüngster Zeit gehäuft.

Irgendwie gewinnt man den Eindruck, dass die Justiz in Österreich etwas überfordert ist.
Soweit ich das beurteilen kann, habe ich schon den Eindruck, dass die Bafin in Deutschland generell viel härter agiert und dass die FMA in Österreich ein eher zahnloses Tier ist. Prinzipiell sehe ich ein Problem darin wie in kleinen Märkten wie Wien mit Informationen umgegangen wird. Man hat den Eindruck, dass immer jeder alles weiss ... nur wenn es in der Zeitung steht ist es zu spät, denn die Journalisten erfahren es am Schluss.

 

 

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