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Immobilien: Projektstopps kosten Millionen

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von Irina Frühmann | 15.06.2009 | 17:18

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Immobilien: Projektstopps kosten Millionen

Teures Krisenmanagement: Das Auf-Eis-Legen von Immoprojekten kostet die börsenotierten Gesellschaften viel. In der Regel gehen zehn Prozent der ursprünglichen Gesamtprojektkosten für Schadenersatz, verlorene Investments usw drauf, sagen Immo-Maanager zB. von UBM und S Immo.

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Projektstopp: Österreichs börsenotierte Immo-Firmen legen krisenbedingt Milliardenvorhaben auf Eis und müssen dafür Millionen berappen

Krisenmanagement kann teuer kommen. Und der jüngste Rechtsstreit, den Atrium in der Türkei wegen eines verzögerten Projekts hat, ist kein Einzelfall: Denn Österreichs börsenotierte Immobiliengesellschaften geben für krisenbedingte Projektstopps insgesamt Millionen aus.

Freikaufen

„Das Freikaufen aus Projekten kostet etwas, nämlich bis zu zehn Prozent der ursprünglich veranschlagten Gesamtinvestitionssumme. Je weiter ein Vorhaben in puncto Planung und Genehmigung schon fortgeschritten ist, umso teurer wird das Ganze“, sagt Sparkassen Immo-­Vorstand Ernst Vejdovszky zu den aktuellen Problemen der Branche.

Er selbst hat bei einer Liegenschafts­entwicklung in der Slowakei die Reißleine gezogen und dafür dem Projektpartner nach längeren Verhandlungen einen Schadenersatz in Höhe von fünf Prozent der veranschlagten Gesamtkosten bezahlen müssen.

Zehn Prozent verloren

„Wenn ein vor Baustart stehendes Developing abgeblasen wird, bei dem schon alle Genehmigungen vorliegen, sind gut zehn Prozent Einstellungskosten zu veranschlagen. Wobei gilt: Je weiter ostwärts das Investment liegt, umso teurer wird ein Ausstieg“, sagt UBM-Vorstand Karl Bier, der laut eigenen Aussagen selbst keines seiner Vorhaben einstellen musste.

Neben Schadenersatz sind es vor allem die vorab getätigten Investments für Planungen usw., die bei Projektstopps vorerst als „verlorene Kosten“ zu verbuchen seien.

Als Richtwert nennt Bier folgende Kostenpunkte: Die Erwerbsnebenkosten, die fünf bis sieben Prozent des Grundstückspreises ausmachen; Planung und Baugenehmigungsverfahren, die sich mit fünf Prozent der Projektkosten zu Buche schlagen; sowie Zinsen, die laut dem Manager mit fünf bis sechs Prozent jährlich (auf die Grund- und Planungs­kosten) zu berechnen sind.

Wertverlust nach Stopp

Ein indirekter Kostenfaktor sind Wertberichtigungen der jeweilig betroffenen Liegenschaften: So hat die CA Immo-Gruppe die Grundstücke, wo Bauvorhaben nicht gestartet wurden, abwerten müssen. Dazu CA Immo-Vorstand Wolfhard Fromwald: „Der Schaden, der entsteht, hält sich bei uns zum Glück bislang in Grenzen – das heißt im einstelligen Millionenbereich“.

Die Gesellschaft habe bislang kein in Bau befindliches Projekt stoppen müssen, sondern nur solche Vorhaben zurückgehalten, die sich in frühen Planungs­stadien befinden, sagt Fromwald.
Tiefer in die Tasche greifen müssen wird allerdings die Immoeast. Sie hat ihre riesige Projekt-Pipeline von 3,5 Milliarden € (Stand April 2008) auf 1,7 Milliarden € (derzeit) eingekürzt. Laut Erste Bank-Analyst Gernot Jany wurde davon eine Milliarde € bereits konkret investiert.

Details, etwa über konkrete ­Schadenersatzfälle und Kostenaufschlüsselungen, geben die wenigsten Immobiliengesellschaften bekannt – auch nicht die Immoeast. Bei Letzterer findet sich aber immerhin in der Bilanz ein kleiner Hinweis: ­Demnach wurden für die erwarteten Projektstopp-Kosten vorsorglich Rückstellungen in Höhe von 352 Millionen € angelegt.

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