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Schlussbericht: Nur knapp am Gemetzel vorbei

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von Elmar Hillebrand/APA | 05.02.2010 | 18:22

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Schlussbericht: Nur knapp am Gemetzel vorbei

Zum Glück hat auch der letzte Handelstag der Woche eine Schlussglocke. Der ATX verliert im Nachmittagsverlauf weiter und geht mit einem Minus von 3,32 Prozent unter 2400 Punkten aus dem Handel. Nicht zuletzt Finanzwerte belasten.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am heutigen Freitag bei hohem Volumen mit sehr schwacher Tendenz beendet. Der ATX fällt nach dem massiven Minus vom Donnerstag gegenüber dem Schlusskurs von 2.474,85 heute nochmals um 82,16 Punkte oder 3,32 Prozent auf 2.392,69 Zähler.
Gegenüber Ultimo 2009 liegt der ATX per heute 102,87 Punkte oder 4,12 Prozent im Minus.
Der ATX Prime schloss mit einem Minus von 3,21 Prozent oder 37,08 Punkten bei 1.119,11 Einheiten.
Der IATX rutscht unter 130 Zähler, verliert gut drei Prozent und schließt bei 127,27 Punkten. Vor allem Immoeast und Immofinanz leiden mit Abschlägen von 4,30 bzw. 4,20 Prozent auf 3,33 und 2,27 Euro stark.

Auch die europäischen Leitindizes verlieren im späten Handel leicht, nachdem sie sich bis 15.00 etwas stabilisieren können. Die Abschläge erreichen allerdings nicht die Dimensionen des ATX, der nach 15.30 Uhr nochmals deutlich abrutscht. die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: DAX -1,78 Prozent, FTSE -1,33 Prozent und CAC-40 in Paris -2,90 Prozent.

Gehandelt wurden im Wiener prime market 15.605.710 (Vortag: 10.225.765) Stück Aktien (Einfachzählung). Umsatzstärkste Aktie war Erste Group mit 2.527.729 Stück Aktien. Wertmäßig kam heute ein Umsatz im prime market (Doppelzählung) von 516,943 (366,525) Millionen Euro zu Stande, wovon 131,57 Millionen Euro allein auf Erste Group entfielen.

Ans untere Ende des Kurszettels rutschen die Aktien von Raiffeisen International ab. Europaweit gehören Banken zu den Verlierern, doch die heimischen Bankentitel unterbieten beide den Sektordurchschnitt im Euro-Stoxx-600.
Raiffeisen-Papiere verschlechtern sich bis Handelsschluss um 6,29 Prozent auf 33,83 Euro und Erste Group fallen um 3,15 Prozent auf 25,52 Euro. HSBC stuft die Raiffeisen-Anteile in einer Ersteinschätzung mit "Neutral" ein und nennt ein Kursziel von 40 Euro.

Andere schwere ATX-Werte kommen ebenfalls deutlich unter die Räder: Die Voestalpine saust nachrichtenlos um 5,44 Prozent auf 24,68 Euro nach unten und OMV fallen mit einem sehr schwachen europäischen Ölsektor um 3,62 Prozent auf 28,21 Euro.
Und auch Telekom Austria, die sich lange im Plus behauptet hatten, dreht bis Handelsschluss noch in die Verlustzone mit minus 1,73 Prozent auf 9,66 Euro.
Ohne Nachrichten geraten Vienna Insurance Group (VIG) und Wienerberger deutlich unter Druck. Wienerberger reduzieren sich um 3,92 Prozent auf 12,49 Euro und VIG verschlechtern sich um 4,64 Prozent auf 32,90 Euro.

Während die US-Börsen die Abschläge nach Handelsbeginn in Grenzen halten können, werden die europäischen Indizes weiter geprügelt. Die Anleger fliehen nicht nur aus dem Euro, sondern auch aus europäischen Papieren.
Die Gemeinschaftswährung rutscht im Tagesverlauf am Freitag nachhaltig unter 1,37 Dollar. 1,3639 Dollar bedeuten den tiefsten Stand des Euro seit Mai 2009.
Bauchweh verursachen den Anlegern vor allem Meldungen aus Portugal, wo die Opposition die Sparbemühungen der Regierung blockiert. In der Folge steigen die Risikoaufschläge für Staatspapiere aus Portugal, Spanien und Griechenland drastisch.

Bleibt abzuwarten, wie das Wundenlecken der Anleger über das Wochenende ausfällt. Die hohen und steigenden Handelsvolumina in den fallenden Märkten sind jedenfalls kein gutes Vorzeichen.

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6 Kommentare

The Reversal Day


Dieses Chartmuster bedeutet, dass Kurse innerhalb eines Tages massiv fallen und zum Börsenschluss über dem Vortagesniveau schließen.

Um glaubwürdig zu sein, sollte das Ganze von hohen Umsätzen begleitet werden.

Die Umsätze waren gestern beim Dow Jones aber die meiste Zeit auf dem Niveau der Vortage.

Erst in der letzten Stunde wurde es lebhafter, wobei der Umsatz in der letzten Minute auf das Dreißigfache explodierte.

Die Profis sahen aufgrund des Orderflows die Buy-Order bei der 10.000er Marke und pushten den Markt nach oben, bis sie die Order auslösten.

Von Gast: PickaBall am 06.02.2010 um 15:53

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Re: maximale Disruption

Da das reale Unterfutter - also Nachfrage und Vertrauen - fehlt geht es 2010 sehr steil hinunter.

USA sind politisch paralysiert, Obamas Hoffnung auf bipartisan policy gescheitert, die Kriege im Irak und Afghanistan ohne baldige Aussicht auf ein Ende verloren.

Und die Krise wird zunehmend als tiefe Systemkrise wahrgenommen. Aggressive Innovationen im Bereich Prozessintegration werden die Arbeitslosigkeit in den entwickelten Ländern weiter stark steigen lassen.

Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben. An den Börsen kann darauf gewettet werden.

Von Gast: Gast: Open Source Banking Now! am 06.02.2010 um 17:15

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Re: Re: Systemkrise

Das Wort über die "Systemkrise" kommt inzwischen so häufig vor wie das Unwort "Reform" - und das "Ende vom Dollar". Gebe aber gerne zu, dass ich z.Z etwas ratlos bin...

Von Gast: Gast: Alexander Barti am 06.02.2010 um 22:16

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Re: Re: Re: Back to basics by passing the bottom hole

Ohne Fundamentaldaten ist alles nichts, und diese sind verheerende schlecht. Zu viele Menschen stehen nicht in Lohn und Brot, wobei es mittlerweile unerheblich ist ob sie arbeitslos sind (kein Lohn) oder nur gering verdienen (kein Brot).

Auf Firmendaten ist insofern wenig Verlass da Unternehmen bloß treibende Getriebene sind und schon aus dem Selbstverständnis des Managements nur geschönte Daten liefern können.

Und ohne (ausreichendes) Vertrauen und (ausreichende) Nachfrage bricht das System schneller zusammen als sich das 99,5% vorstellen können oder wollen.

Die Stimmung in den USA ist "aufgeladen", durchaus gewaltbereit. Die Boni Gambler und fat cats müssen jedenfalls aufpassen, dass sie nicht spontan von einem Flash Mob erschlagen werden. http://en.wikipedia.org/wiki/2005_Cronulla_riots



Von Gast: Gast: nur ein Gast am 07.02.2010 um 16:55

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Re: Alles schon erlebt..

Künstlich die 10000er marke halten nur wielange noch?
Wenn die marke (und davon ist auszugehen) charttechnisch noch 2-3mal(und wieder mit viel kapital zurückerobert wird)
nach unten durchbrochen wird, erleben wir einen massiven absturz bis zur unterstützungszone 8500.
Vor dem großen absturz 2009 das gleiche szenario!
Die banken machen wieder den anfang.

Von Gast: Gast: columbo am 06.02.2010 um 16:48

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Re: Re: ja aber...

... der newsflow ist ein komplett anderer. im vorjahr war er extrem schlecht, die perspektive war eine katastrophe. heuer ist die nachrichtenlage (auch wenn manches nicht so schnell geht) positiver, ausblick: weitere (langsame) besserung. charttechnik ist nicht alles, sonst wären wir schon alle kleinere oder größere buffets.
ergo: so what!
bin auch der meinung, dass wir am freitag einen reversal day hatten.

Von Gast: Gast: surricata surricata am 07.02.2010 um 09:27

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