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Fusion Festnetz-Mobil kann bis 200 Millionen € bringen

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von Manfred Mader | 10.02.2010 | 17:09

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Fusion Festnetz-Mobil kann bis 200 Millionen € bringen

Im Schnitt brachten solche Zusammenlegungen ein Synergiepotenzial von sieben Prozent der Betriebskosten

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Arbeitnehmer

Betriebsrat Hinker will Jobgarantie bei Fusion
Für Markus Hinker, neuer Zentralbetriebsrat der Telekom Austria, war es ein Sprung ins kalte Wasser. Nachdem sein Vorgänger Michael Kolek aus gesundheitlichen Gründen überraschend sein Amt niederlegen musste, übernahm Hinker gestern das Ruder. Gleich am ersten Tag musste er zur geplanten Zusammenlegung von Festnetz- und Mobilfunkbereich Stellung nehmen. Hinker ist zutiefst skeptisch: „Wir haben schon die Abspaltung mitgemacht, jetzt soll wieder fusioniert werden und wir haben keine Informationen, was das kostet oder bringen soll.“ Hinker will unter anderem eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter, um der Fusion im Aufsichtsrat zustimmen zu können.

„Die Chance sehen“
Werner Luksch, sein Gegenpart bei der Mobilkom, steht der Fusion weit positiver gegenüber. „Das ist einfach der internationale Trend“, so Luksch. „Wir sehen uns einem beinharten Wettbewerb gegenüber, dem wir uns stellen müssen.“ Luksch wird, sollte der Vorstand einen Antrag auf Fusion im Aufsichtsrat stellen und es zu einer Abstimmung kommen, für die Zusammenlegung von Mobilfunk und Festnetz stimmen.

Eine von dreißig europäischen Telekomunternehmen beim Unternehmensberater ATKearney in Auftrag gegebene Studie ist Wasser auf den Mühlen des Telekom Austria-Managements. Denn sie stützt die These, dass eine Fusion von Festnetz- und Mobilfunkgeschäfts - wie von der TA-Führung angestrebt - sowohl hohes Einsparungspotenzial als auch einen Wettbewerbsvorteil brächte. „Im europäischen Schnitt konnten die Telekomfirmen, die die Zusammenlegung bereits bewerkstelligt haben, sieben Prozent der Betriebskosten einsparen", so ATKearney-Telekomexperte Hagen Götz Hastenteufel. Bei der TA schätzt der Berater das Synergiepotenzial etwas geringer ein, „da schon viele Einsparungsmöglichkeiten gehoben wurden". Doch selbst wenn nur fünf Prozent des operative Kosten (OPEX) eingespart werden, sind das knapp 200 Millionen € pro Jahr.
Allerdings dürfte auch Konfliktstoff mit der Arbeitnehmervertretung vorprogrammiert sein. Hastenteufel: „Es ist ganz klar, dass solche Zusammenlegungen immer auch mit Personalreduktionen verbunden waren." Es lasse sich jedoch schwer ermitteln, welcher Anteil am Jobabbau im direkten Zusammenhang mit einer Zusammenlegung steht und welcher ohnehin geplant war. Daher möchte Hastenteufel auch keine Prognose abgeben, wieviel Arbeitsplätze bei der Telekom Austria durch die Zusammenlegung eingespart werden könnten.

Schwierige Zeiten
Für die ATKearney-Experten steht fest, dass den Telekom-unternehmen harte Zeiten bevorstehen. Der Markt ist gesättigt, die Preise verfallen und die Regulierungsvorschriften knappern zusätzlich am Umsatz. Zudem erwächst mit Google, Apple & Co neue Konkurrenz. Diese internationalen Player versuchen zunehmend, die Telekomfirmen zu umgehen und direkt den Endkunden anzusprechen. „Es wird wohl das härteste Jahrzehnt in der Geschichte der Telekomindustrie", prognostiziert ATKearney-Österreich-Chef Robert Kremlicka. Geht die Kosten- und Umsatzentwicklung so weiter, ließe sich bereit 2013 keine Margen im Mobilfunk mehr erzielen. Neben klassischer Kostensenkung können kombinierte Produkte aus Festnetz und Mobilfunk einen Wettbewerbsvorteil im noch härter werdenden Marktumfeld darstellen. Für Kremlicka ist es „ganz klar, dass wir in Österreich in drei Jahren zumindest einen Mobilfunkanbieter weniger als derzeit haben werden."

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