Aufsichtsrat nimmt Treichl-Bonus unter die Lupe
Erste Group-Chef Andreas Treichl wird möglicherweise um einen Teil seiner variablen Vorstandsgage erleichtert.
Die veränderte Ertragslage der Erste Group veranlasse den Aufsichtsrat, die im Vorjahr bezahlten Vergütungen für Manager zu diskutieren, berichtet "Der Standard" (Freitagausgabe). "Selbstverständlich wird man sich den Bonus anschauen, der an den Vorstand ausgeschüttet wurde", wird Heinz Kessler, Aufsichtsratschef der Erste Group, zitiert.
Die nächste reguläre Sitzung des Aufsichtsrats werde im Dezember stattfinden. Sollte es davor bereits zu einer außerordentlichen Sitzung kommen, könnte das Thema auch schon früher auf der Agenda stehen. In welcher Höhe der Bonus revidiert werden könnte, stehe aber noch nicht fest.
In Aufsichtsratskreisen werde zudem nicht ausgeschlossen, dass Treichl diesbezüglich selbst einen Vorschlag einbringt, heißt es im Bericht. Insgesamt habe die Erste 2010 für Vorstandsgagen 8,8 Millionen Euro ausgegeben.
Laut dem Bericht hat Treichl zuletzt 1,297 Millionen Euro als "leistungsabhängiger Geldbezug" sowie ein "sonstiger Bezug" in der Höhe von 448.000 Euro zusätzlich zum Fixbezug von 1,050 Millionen Euro bezogen. In Summe habe der Bank-Chef damit im Vorjahr 2,795 Millionen Euro Gage kassiert.
Nicht angetastet wird laut Kessler die Aufsichtsratsvergütung. Diese wurde bei der im Mai abgehaltenen Hauptversammlung der Bank auf 700.000 Euro verdoppelt. Das hat für massive Kritik seitens der Anleger gesorgt. Laut Kessler habe man die Gagen angehoben, um international wettbewerbsfähig zu werden, da man im Aufsichtsrat auch internationale Experten anlocken möchte. Die Vergütung hänge aber freilich mit der Entwicklung der Bank zusammen und könnte zukünftig ebenfalls ein Thema werden.
Dass an den Manager-Boni gerüttelt werde, geht laut Zeitung auch auf die Vergütungsrichtlinie CRD III zurück. Die EU-Richtlinie besage, dass eine variable Vergütung mit einem soliden und wirksamen Risikomanagement vereinbar sein solle und es je nach Geschäftserfolg auch zu Änderungen beim Bonus kommen könne.
(APA)
AT0000652011
1 Kommentar
Blanker Wahnsinn
€ 700 Millionen Verlust produzieren und dafür Gagen von € 8,8 Mio. kassieren. Normalerweise müssten die Erste Bank Chefs nicht nur ihre Boni verlieren sondern fristlos entlassen werden. Aber in einer Welt in der Großteils Gehirnamputierte herumlaufen darf einen nichts mehr wundern.
Von Gast: Gast: Realist am 21.10.2011 um 07:42
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