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Dialog-backdrop "Unsere Aufgabe ist es, einfach Geld zu verdienen"Trygve Tøraasen, Fondsmanager des Fidelity European Dynamic Growth Fund, braucht keine Benchmark. Er sucht Unternehmen mit Wachstumschancen - egal aus welchem Land oder welcher Branche.
Auf der Suche nach Wachstumswerten setzt Fidelity Fondsmanager Trygve Tøraasen auf Aktien wie H&M und Tod's Links zum ThemaINVESTOR: Ihr Fonds gilt als kompromissloser Growth Fund. Was unterscheidet Ihren Fonds von anderen? Trygve Tøraasen: Wir legen uneingeschränkt Wert darauf, Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial zu finden - unabhängig von einem zugrunde liegenden Index, Ländern und Branchen. Wichtig ist nur, dass die Unternehmen auf lange Sicht Wachstumspotenzial aufweisen. Dabei muss aber das Chancen-Risiko-Verhältnis im Auge behalten werden. Bei kleineren Unternehmen ist uns das Risiko zu hoch, grosse bieten wieder zu wenig Potenzial. Deshalb konzentrieren wir uns auf mittelgrosse Unternehmen. Wie gross sind diese Unternehmen dann im Schnitt? Die Grösse liegt in der Regel bei rund ein bis zwei Milliarden Euro Marktkapitalisierung. Sie räumen in Ihrem Fonds dem italienischen Luxusgüterhersteller Tod's einen hohen Anteil ein... Tod's ist auch ein gutes Beispiel für hohes Potenzial. Im Gegensatz zu den alteingesessenen Herstellern wie Louis Vuitton oder Hermes profitiert Tod's noch durch Geschäftseröffnungen in grossen Städten. Erst dann folgt die Expansion in kleinere Städte. Ausserdem kommen dem Unternehmen auch noch neue Märkte wie Russland zugute. Sie setzen auch auf H&M. Ist die Aktie nicht schon sehr teuer? Bei H&M überzeugten mich einerseits die hohen Margen, andererseits aber auch, dass der Konzern sein Wachstum alleine aus dem Cashflow finanzieren kann. Ausserdem haben sie ein einzigartiges Produkt - selbst Zara (Inditex, Anm.) kommt da nicht heran. Es gibt die Diskussion Substanz- versus Wachstumswerte. Wachstumswerte gerieten zuletzt etwas ins Hintertreffen. Warum sollte ein Anleger in Ihren Growth Fonds investieren? Diese Diskussion ist aus meiner Sicht ein bisschen zu künstlich, aber Substanzwerte setzen gerne auf Unternehmen mit hohen Dividendenzahlungen oder auch auf Themen wie Restrukturierungen. Wir dagegen suchen einfach Unternehmen, die das Potenzial haben, ihr Unternehmen voranzubringen, also stark zu wachsen. Darunter fällt das Gewinnwachstum, aber auch ein Wachsen durch neue Produkte und durch neue Märkte. Solange dieses Upside-Potenzial vorhanden ist, solange stehen wir auch zu diesem Unternehmen. Es gibt sogar einige, denen wir seit Auf-legung des Fonds 2001 treu sind. Europa droht eine Abschwächung der Konjunktur. Machen Sie sich deshalb Sorgen? Nein, mittelfristig sind wir nicht besorgt. Wir sehen zurzeit in den Emerging Markets ausserordentlich hohe Wachstumsraten. Und die USA haben bisher immer bewiesen, dass sie mit wirtschaftlichen Problemen gut umgehen können. Ausserdem ist der Einfluss der USA auf die europäische Wirtschaft deutlich kleiner geworden. Die jüngste Korrektur hat auch Ihren Fonds stark getroffen... Ja, allerdings schaue ich nicht sehr auf den Aktienkurs. Wichtig ist, nie vom Weg abzukommen, egal, ob die Märkte jetzt rauf- oder runtergehen. Unsere Aufgabe ist es, spannende Unternehmen zu finden. Aber in Zeiten einer Korrektur rufen wir natürlich unsere Unternehmen an und überprüfen sie noch einmal genau. Wie sieht es eigentlich mit der durchschnittlichen Haltedauer aus? Um es mit Warren Buffett zu sagen: Am liebsten für immer. Prinzipiell versuchen wir auszusteigen, bevor die Spitze des Wachstumszyklus erreicht ist. Fällt es Ihnen schwer, sich von Unternehmen, in die Sie schon lange investiert sind und dessen Management Sie gut kennen, zu trennen? Nein, dazu habe ich schon zu oft zu hohe Kursverluste in nur wenigen Stunden einstecken müssen. Das kann ich seither gut trennen. Unsere Aufgabe ist es, einfach Geld zu verdienen. Mehr nicht. |
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