
|
Dialog-backdrop Checken Sie nur bei den großen Airline-Aktien einDurch die hohen Kerosinpreise wird sich die Konsolidierung der Branche beschleunigen. Lufthansa und Air France-KLM werden dabei ein gewichtiges Wort mitreden. Egal ob national oder international: Die Meldungen, die derzeit über die Airline-Branche an die Öffentlichkeit gelangen, sind alles andere als rosig. Da wäre zum einen der aufgrund der Ölhausse stark steigende Kerosinpreis, der mächtig auf die Ergebnisse der Fluggesellschaften drückt. Schließlich kostet die Tonne Flugbenzin derzeit schon deutlich mehr als 1300 US-Dollar (die Spitze lag bei 1406,75 Dollar Ende Mai), seit Jahresbeginn ergibt sich somit ein Anstieg von mehr als 47 Prozent. Kerosin-Drama Dass auch die Multis der Branche eine derartige Preisrally nicht so einfach wegstecken, dafür ist die europäische Nummer eins, Air France-KLM, der beste Beweis. Die französisch-niederländische Airline musste im vierten Quartal (per Ende März) den ersten Quartalsverlust seit 2003 vermelden. Der Carrier schrieb 542 Millionen € Miese und erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein um 30 Prozent niedrigeres Ergebnis. Zum Handkuss kommen aber auch die Billig-Airlines. Die Mutter aller Low-Cost-Flieger, Ryanair, flog in ihrem vierten Quartal mit einem Minus von 64 Millionen € den ersten Quartalsverlust seit 2004 ein. Noch dazu betreibt der Carrier praktisch kein Hedging. Deshalb wird Ryanair laut CEO Michael O’Leary im laufenden Jahr die Ticketpreise um im Schnitt fünf Prozent erhöhen. Branchenbereinigung Darin sieht Per-Ola Hellgren, Airline-Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), eine Gefährdung des Billig-Geschäftsmodells: „Die Preissteigerung fällt im Vergleich zu den größeren Airlines höher aus.“ Hellgren rechnet damit, dass es insbesondere im Low-Cost-Bereich bald zu einer Bereinigung kommen wird. Bis Jahresende könnte die eine oder andere Billig-Fluglinie in den Konkurs fliegen, wenn die Spritpreise weiterhin so hoch bleiben oder gar steigen. Nicht zugreifen Das Kerosin-Drama ist aber nicht das einzige, was die Flug-Branche erschüttert. Die sich abschwächende Konjunktur bereitet dem Sektor ebenfalls Sorgen. „Und das ist genauso schlimm wie der Ölpreis“, sagt Bernd Maurer, Analyst und Spezialist für Flugaktien bei der Raiffeisen Centrobank. Der deutliche Rückgang von Geschäftsaktivitäten im Finanzsektor und die schwache US-Wirtschaft schlagen bereits durch. So meldet der Internationale Luftfahrtverband IATA, dass in Europa im März rund ein Sechstel weniger zahlungskräftige Fluggäste unterwegs waren. Insgesamt sei die Zahl der Passagiere in der Ersten Klasse und der Business Class auf internationalen Langstrecken im März so stark gesunken wie seit 2003 nicht mehr. Falls sich dazu noch der Ölpreis weiter bei rund 135 Dollar je Fass bewegt, wird die gesamte Branche laut IATA 2008 einen Verlust von 6,1 Milliarden Dollar einfliegen. „Ich würde daher bei Flugaktien nicht zugreifen, solange kein Trigger auftaucht – obwohl viele Aktien jetzt logischerweise als günstig bewertet erscheinen“, lautet daher das Resümee von RCB-Analyst Maurer. Ein Auslöser, wieder einen Blick auf die Branche zu riskieren, wäre ein sinkender Ölpreis, eine Verbesserung der Konjunktur oder eine Konsolidierung, die Maurer aber erwartet. Strategische Vorteile Nicht ganz so pessimistisch sieht LBBW-Experte Hellgren die Lage. „Die Bewertung der Branche reicht von massiver Überbewertung bis hin zur starken Unterbewertung.“ Günstig sind aus seiner Sicht die beiden europäischen Riesen Air France-KLM und Lufthansa. „Die haben den Vorteil, dass sie in der kommenden Konsolidierung eine entscheidende Rolle spielen werden“, begründet der Analyst die strategische Überlegenheit der deutschen und französisch-niederländischen Airlines. Innerhalb der Airline-Branche wird gerechnet, dass es in den kommenden Jahren zu mehreren Übernahmen und Fusionen kommen wird. Letztendlich dürften in Europa lediglich drei bis vier Luftfahrtriesen übrig bleiben. Dazu zählen sicher Lufthansa, Air France-KLM sowie die British Airways.
Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Investor…
|
Top-Artikel
Tunnel mit OhrenTelematik. Ein Projekt der Asfnag wertet ungewöhnliche Geräusche in Tunneln aus - so... wirtschaftsblatt.at Service-Tools
UmfrageSollen Manager Aktien eigener Unternehmen kaufen? |
1 Kommentar
Zahlungskräftige Fluggäste
Erste Klasse und Business Klass muß zurück gehen. Früher hat man für einen Langstreckenflug - Business, Europa - Asien Euro 2500 - 3500 bezahlt. Heute bekommt man keinen freien Platz und die Preise sind bei 4500 - 6000 Euro. Manche Dinge kann man einfach aus normal Sterblicher nicht verstehen !
Von Gast: Gast: sharan am 11.06.2008 um 02:08
Beleidigend? Anstößig? Kommentar meldenAntworten