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Dialog-backdrop Schnappt ShortyBärenmarkt? Na und? CFDs, Optionsscheine oder Knock Outs bieten Investoren Möglichkeiten, um von fallenden Kursen zu profitieren. Doch Shortseller sind den Behörden seit je ein Dorn im Auge. ZitiertHakan Özal, Market Access by brokerjetDirektes Leerverkaufen ist für Privatanleger in Österreich noch nicht möglich Shortys machen sich naturgemäß wenig Freunde. Im September 1992 etwa hatte sich US-Milliardär George Soros bei der Bank of England unbeliebt gemacht, als er mit einer riesigen Short-Position gegen das Pfund spekulierte und die Briten aus dem Europäischen Währungssystem katapultierte. Die Konsequenz für Soros bestand darin, dass er im Anschluss um eine Milliarde Dollar reicher war. Den Hintern versohlen. Der Finanzminister von Malaysia ließ drei Jahre nach dem Vorfall mit einem - zumindest für malayische Verhältnisse - nicht ungewöhnlichen Vorschlag aufhorchen, wie man den ungeliebten Leerverkäufern Herr werden könnte. Er empfahl als Strafe die Züchtigung mit dem Rohrstock. Etwas weniger brutal aber ebenso bestimmt ist das Auftreten der US-Börsenaufsicht SEC. Am 21. Juli trat eine Übergangsregelung in Kraft, die das Leerverkaufen von insgesamt 19 Finanzkonzernen verbietet. Darunter sind nicht nur US-Institute wie Fannie Mae und Freddie Mac, sondern auch die Deutsche Bank und die Allianz. Kritiker hatten immer wieder bemängelt, dass die in der Finanzkrise steckenden Banken durch das Wetten auf fallende Kurse zusätzlich unter Druck kommen. Bei sogenannten Leerverkäufen verkaufen Spekulanten Aktien, die sie gar nicht besitzen, sondern sich nur von Dritten gegen Gebühr ausleihen. Sie hoffen dann auf fallende Kurse, um die Aktien billiger zurückkaufen zu können. Bisher war es sogar erlaubt, dass sich mehrere Spekulanten zeitgleich ein und die selben Aktien ausborgten. Derzeit sind Aktien im Wert von mehr als 1,4 Billionen Dollar an Shortseller verliehen. Alleine Investmentguru Jim Rogers hat im Juli mindestens 1,4 Milliarden Dollar mit Leerverkäufen gemacht. Den Hebel ansetzen. Das direkte Leerverkaufen ist in Österreich für Privatanleger derzeit noch nicht möglich, wie Hakan Özal, Produktverantwortlicher vom Internet-Broker „Market Access by brokerjet", erläutert. Was aber - im Gegensatz zu den USA - sehr wohl machbar ist, ist die Spekulation mit Contracts for Difference (CFDs). Die Vorteile von CFDs liegen vor allem darin, dass sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse gesetzt werden kann. Zudem sind sie transparenter und einfacher zu verstehen als andere Derivate. Denn ein CFD kostet immer in etwa gleich viel wie sein Basiswert. Schätzungen gehen davon aus, dass heute etwa ein Viertel aller Aktienumsätze in England mit CFDs zustande kommen. Vereinfacht gesagt wird bei einer Long-Position ein Basiswert (Aktie, Index, Rohstoff, Währung...) auf Kredit gekauft. Dafür müssen nicht nur Zinsen gezahlt werden, sondern es muss auch eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt werden. Diese liegt meist zwischen einem und 25 Prozent. Aus dieser errechnet sich auch der Hebel. Bei einer fünfprozentigen Margin beträgt der Hebel 20. Mit 1000 € können also 20.000 € gehandelt werden. Das Gewinn- und Verlustpotenzial in absoluten Zahlen ausgedrückt ist bei CFDs und dem Direktkauf einer Aktie im Wert von 20.000 € also nahezu ident. Aber in Prozent der Margin ausgedrückt, liegt das Gewinn- und Verlustpotenzial deutlich höher. Auch bei Short-Positionen muss eine Margin hinterlegt werden. Allerdings werden hier unter Umständen die anfallenden Zinsen gutgeschrieben (siehe Grafik in der Printausgabe). Der CFD-Handel mit Kontoführung in Österreich ist neben brokerjet auch bei CMC Markets möglich (siehe auch Interview mit Anastasios Papakostas). Tummelplatz Stuttgart. Andere beliebte Instrumente, um von fallenden Kursen zu profitieren, sind Optionsscheine, Knock Outs und Futures. Futures sind allerdings nur bei speziellen Brokern, wie etwa brokerjet, handelbar. Ein riesiger Tummelplatz für Derivate-Fans ist übrigens - neben der Börse Wien natürlich - die EUWAX in Stuttgart. An der größten Derivatebörse Europas sind derzeit mehr als 180.000 Anlagezertifikate gelistet. Für Anleger, die es etwas weniger spekulativ mögen, die aber dennoch von fallenden Kursen profitieren möchten, würden sich ETFs, Hedgefonds, Zertifikate oder 130/30 Fonds anbieten (s. Seite 4 in der Printausgabe). Denn schließlich kann niemand genau sagen, wann die wohl noch nicht ganz ausgestandene Baisse zu Ende sein wird. Sicher ist nur: Wenn es soweit ist, werden die Shortseller ihr Bärenfell abstreifen und als ob nichts gewesen wäre zu den Hörnern der Bullen greifen. Und da möchte man doch schließlich auch dabei sein... mehr Investor…
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