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Dialog-backdrop US-Anti-Krisen-Maßnahmen werden zunehmend unbezahlbarDas Ausmaß der Schuldenaufnahme durch die USA ist unhaltbar und gefährdet nicht nur die US-Erholung. Facts9000 Milliarden DollarUnsummen. Laut Regierungsprognosen werden die USA über die nächsten zehn Jahre in Summe ein Budgetdefizit von neun Billionen $ ausweisen. Aktuell beträgt die Staatsverschuldung im Vergleich dazu "nur" zwölf Billionen - die Summe der akkumulierten Defizite seit der Gründung vor mehr als zwei Jahrhunderten im Jahre 1776.
ZitiertKeith Wade, Chefvolkswirt, SchrodersDie Fähigkeit, das Budgetdefizit zu finanzieren, wird getestet werden, sobald sich die Konjunktur erholt Konsequenzen. Die Wirtschaft wächst, und das Wachstum scheint sich graduell zu verstärken. Mit diesen Worten kommentierte Finanzminister Timothy Geithner die aktuellsten Konjunkturdaten aus den USA: Im dritten Quartal wuchs die Ökonomie um annualisierte 2,8 Prozent. Die Exporte legten im Oktober um 2,6 Prozent zu und erreichten den höchsten Stand seit November 2008. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen im Vier-Wochen-Schnitt jüngst auf ein Ein-Jahres-Tief, die Einzelhandelsumsätze stiegen im November um überraschende 1,3 Prozent. Realistisch betrachtet sind das Erfolge, die auf die Erholung in Übersee bzw. das Konjunkturpaket von 787 Milliarden $ und das Bankenrettungsprogramm (TARP) von 700 Milliarden $ zurückzuführen sind. Bezeichnenderweise kündigte Geithner kürzlich die Verlängerung von TARP, das eigentlich Ende 2009 auslaufen hätte sollen, bis Oktober 2010 an. Begründung: "Das BIP würde ohne TARP nicht erneut wachsen." Und es sei als Schutzvorkehrung vor etwaigen neuen Schocks nötig. Die Experten sind sich einig: Die Starthilfen für die Konjunktur sind erforderlich - und teuer. Die Rechnung. Dazu die unvorstellbaren Fakten: Im Fiskaljahr 2009, das im September endete, wiesen die USA ein Budgetdefizit von 1,42 Billionen $ (9,9 Prozent des BIP) aus - das höchste seit 1945. Das entspricht mehr als 20,290.000 Porsche Cayenne. Und die Wende ist nicht in Sicht: Laut Regierungsprognosen dürfte der Fehlbetrag 2010 1,5 Billionen $ erreichen. Quasi Hand in Hand mit dem Rating-Downgrade von Griechenland blieb entsprechend auch die größte Volkswirtschaft der Welt nicht von der Kritik der Bonitätsexperten verschont: Die Analysten von Moody's orten die Gefahr, dass das US-Wirtschaftswachstum nicht ausreichen könnte, um das Haushaltsdefizit "deutlich" zu verringern - der AAA-Polster schmilzt. "Die nächsten beiden Jahre werden zeigen, ob das Wachstumspotenzial strukturell angegriffen wurde oder eine robuste und nachhaltige Erholung möglich ist", äußert sich dazu Pierre Cailleteau von Moody's. Dennoch bestünde nur im "Worst Case"-Szenario die Möglichkeit, dass die USA ihr AAA bis 2013 verlieren. Im Gespräch mit dem INVESTOR bestätigt Keith Wade, Chefvolkswirt von Schroders: "Sollten die USA ihr AAA verlieren, wäre das ein bedeutendes Ereignis. Ein unmittelbares Vorgehen der Rating-Agenturen sehe ich nicht." Der Hintergrund: Die USA können das ausufernde Defizit - noch - finanzieren. Rückzug. Obwohl die ausstehenden Schulden massiv ansteigen, schrumpfte die Zinslast 2009 von zehn auf 8,4 Prozent der Regierungseinnahmen. Die Rendite auf zweijährige Treasuries verdeutlicht die starke Nachfrage: Mit ca. 0,81 Prozent notiert sie nahe des niedrigsten Niveaus seit Jänner 2009. Nun stellt sich die Frage, wie lange die US-Gläubiger diese Nachfrage noch aufrechterhalten können bzw. wollen? Paul Chan, CIO Invesco Asien, zweifelt: "Die Chinesen können das US-Budgetdefizit auf Dauer nicht finanzieren." Zum Vergleich: Alleine (!) 2010 dürfte - wie bereits erwähnt - der Fehlbetrag 1,5 Billionen $ betragen. Diesem stehen chinesische Devisenreserven von "nur" zwei Billionen $ gegenüber. Auch die jüngsten Auktionen lassen auf zunehmende Skepsis der Staatsanleihen-Käufer schließen: Die Klasse der indirekten Bieter, die ausländische Notenbanken inkludiert, kaufte vergangene Woche 34,9 Prozent der zehnjährigen Emission - im Vergleich zu 45,6 Prozent im Schnitt seit Juni. Weil zum Zwecke der Verlängerung der durchschnittlichen Laufzeit der Treasuries zudem vermehrt Langläufer begeben werden und der Leitzins auf einem Rekordtief ist, stieg die Renditekurve massiv an: Derzeit beträgt die Differenz zwischen zwei- und 30-jährigen Staatsanleihen 371 Basispunkte - so viel, wie seit 1980 nicht. Alles deutet somit auf eine teurer werdende Finanzierung für die USA hin: Moody's rechnet mit einem Anstieg der Zinslast auf 13 Prozent der Einnahmen bis 2012, im schlimmsten Fall könnten es gar 18 Prozent werden - so viel, wie zuletzt 1980. Schroders-Ökonom Wade ortet eine damit zusammenhängende Gefahr: "Die Fähigkeit, das Defizit zu finanzieren, wird getestet werden, sobald sich die Konjunktur erholt." Verdrängung. Laut OECD wird das Budgetdefizit 2011 mit 11,2 Prozent des BIP zu Buche schlagen. Das größere Problem für Wade ist aber, dass, selbst unter der Annahme eines BIP-Aufschwungs, die Prognosen von einem Fehlbetrag von 8,5 Prozent ausgehen. Der "Crowding Out"-Effekt bereitet Kopfschmerzen: "Die Unternehmen werden wieder investieren, müssen zu diesem Zweck aber Mittel aufnehmen", erklärt Wade. Der Staat und der private Sektor werden also um Investorengelder konkurrieren und die Zinsen steigen - aber, so der Ökonom: "Die Regierung muss aus dem Weg gehen, um eine Erholung des privaten Sektors erst zu ermöglichen." Unterm Strich wird klar: Ein Staatsbankrott der USA ist kein Thema, aber das AAA wackelt, die V-förmige Erholung ist alles, nur keine "g'mahte Wiesn", das Ausmaß der Schuldenaufnahme nicht aufrechtzuerhalten und ein Sparkurs dringend nötig. Wade bemerkt: "Um den Gürtel enger zu schnallen ist es noch zu früh, aber es sollte einen Plan für 2011 geben." Ost-Dilemma. Deutlich wird damit auch die Diskrepanz zu Asien: Während die westliche Welt noch unter Deflation leidet und die ersten Leizinsanhebungen erst gegen Ende 2010 erwartet werden, deuten Daten etwa aus China bereits wieder auf Inflation hin. Die Folgen beschreibt Chan: "Der Renminbi hat sich YTD zum schwachen Dollar nicht verteuert. Zinserhöhungen könnten zu verstärktem Kapitalfluss und zu Aufwertung führen - und damit zu einem Zeitpunkt eines nach wie vor fragilen Exportsektors die Konkurrenzfähigkeit der Ausfuhren dämpfen." Das Dilemma identifiziert er für den Großteil Asiens: "Letztendlich werden die Inflationserwartungen für 2010 die Glaubwürdigkeit von Asiens Zentralbanken auf den Prüfstand stellen." Die dramatischere Realität ergänzt Wade: "Länder, die die lokale Währung an den Greenback koppeln, wie etwa Hongkong, importieren de facto die Geldpolitik der USA, was zu Inflation und Asset-Blasen führen kann." Erst diese Woche warnte Norman Chan, Chef von Hongkongs de facto Notenbank: "Die größte Bedrohung für Asien sind Asset-Blasen." Bevor Sie, liebe Leser, jetzt Ihr Erspartes in Konservendosen investieren - der INVESTOR holte sich von Chris Blum von JPMorgan ein positives Fazit: "Wir leben definitiv nicht in einer Welt ohne Risiken, aber eine Welt ohne Risiken wäre auch eine Welt ohne Möglichkeiten." Kommentare… Kommentar hinzufügen…mehr Investor…
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5 Kommentare
Ob die USA ihr AAA-Rating überhaupt verlieren DARF?
Von Gast: Gast: the real intelligence agency am 21.12.2009 um 10:27
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Wer glaubt noch...
...Aussagen und Statistiken aus den USA?
Heute so, morgen das Gegenteil.
der tiuefe Fall kommt noch, denn es ist nicht vorbei!
Von Gast: Gast: pest am 19.12.2009 um 21:54
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L-Shape Recovery (1)
Die Hauptgründe sind KAPITALKONZENTRATION und ÜBERSCHULDUNG - die schnellste Lösung - KRIEG.
Wenige besitzen den Grossteil der Vermögen und legen es am Finanzmarkt an.
Renditen kann nur die REALWIRTSCHAFT liefern - geringer Konsum - geringe Renditen.
Die Amerikaner, als die grössten Konsumenten sind über Jahre überschuldet.
Die Regierungen versuchen diese Lücke auszugleichen und sind es auch bald.
Zombie-Banken müssen durch Kapitalspritzen über Jahrzehnte am Leben erhalten werden. (HypoRealEstate, Fannie, Freddie, Japans Banken,…)
Von Gast: PickaBall am 18.12.2009 um 16:42
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L-Shape Recovery (2)
Man vermeidet zu Recht Pleitewellen - Depressionen, soziale Unruhen und radikale Regierungen wären die Folge. (die Luft muss langsam aus dem Ballon)
Banken nehmen das Notenbanken-Gratisgeld und legen es beim Staat an - über Jahrzehnte können sie so die verzockten Gelder verdienen. (Japan)
Heben Geldbesitzer nicht in Massen ihre Einlagen ab, passiert gar nichts - das Geld ist nämlich nicht da.
Kleinere BankenRuns können die Notenbanken bewältigen.
Diese Krise ist ein Marathon - kein Sprint - wer zuviel zu schnell ausgibt - hat Probleme. (Währungsflucht, Zinsanstieg, Pleiten, soziale Unruhen)
Innovations-Zyklen brauchen Kredite für die Massen - die sind aber schon überschuldet. (China kann USA nicht ersetzen)
Von Gast: PickaBall am 18.12.2009 um 16:42
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Stimulimulimulimulimulimulus and The Turn of the Tide
Die Staaten versuchen den privaten Konsum durch neuerliche StimulusPackages auszugleichen.
Die Zeit des unbeschwerten Konsumierens scheint auszulaufen - man spart vorerst EIN WENIG mehr.
Je länger diese Zurückhaltung dauert, desto stärker wird sie.
Dieses Verhalten erhält Bestätigung durch die daraus resultierenden schlechten Wirtschaftsmeldungen. (Arbeitslose, Pleiten,..)
Von Gast: PickaBall am 18.12.2009 um 16:39
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