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"Dollar-Erholung hält an"

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von Erich Pöltner | 28.12.2009 | 03:32

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"Dollar-Erholung hält an"

RZB-Währungs-Experte Peter Brezinschek erwartet im kommenden Jahr einen vergleichsweise starken Dollar. Weniger optimistisch ist er für das britische Pfund.

WirtschaftsBlatt: Der Dollar hat sich gegenüber dem Euro im Dezember deutlich erholt, wie erklärt sich das?

Peter Brezinschek: Der Dollar wird derzeit vor allem von den sich aus den veröffentlichten Wirtschaftszahlen abgeleiteten Zinserwartungen bewegt. Jüngste Auslöser für eine Dollar-Erholung waren die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten. Denn die Novemberzahlen haben gezeigt, dass der Höhepunkt des Arbeitskräfteabbaus in den USA bereits früher als erwartet abgeschlossen worden ist.

Wird diese Stärke in den kommenden Monaten anhalten?

Für Anfang 2010 erwarten wir aufgrund der sich abschwächenden Vorlaufindikatoren eine Korrekturphase bei risikoreicheren Assetklassen. Deswegen dürfte sich die Dollar- Erholung auch noch weiter fortsetzen. Bis zur Jahresmitte sollte sich der Dollar im Band zwischen 1,40 und 1,47 bewegen.

Drücken die Ratingdiskussionen zu Griechenland auf den Wert des Euro?

Diese werden in den kommenden Monaten sicherlich eine Rolle spielen. Schließlich könnten auch einige andere europäische Länder gezwungen werden, einen Sparkurs einzuschlagen. Das sollte den Dollar - dank einer Euro- Schwäche - zu Jahresanfang ebenfalls unterstützen.

Ab Jahresmitte wird sich das Blatt wenden?

Es ist in den vergangenen Tagen deutlich geworden, dass sowohl die EZB als auch die Fed zuerst ihre liquiditätsentziehenden Maßnahmen in Angriff nehmen werden, bevor man an Zinsschritte denkt. Da die EZB die insgesamt umfangreicheren Maßnahmen plant, könnte der Euro zur Jahresmitte eine Härtephase erleben.

Wann kommen die ersten Zinsschritte der EZB und der Fed?

Diese erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte 2010.

Wie stark werden die Leit zinsen steigen?

Sobald der Zinsanhebungsprozess eingeleitet ist, wird man nicht bei 0,50 oder 0,75 Prozent stoppen. Die Leit zinsen werden in Richtung der erwarteten Inflationsraten steigen, also bis in die Region zwischen ein und zwei Prozent. Und selbst von diesem Niveau ausgehend dürfte es noch weiter nach oben gehen.

Gilt diese Inflationsannahme für die USA und Europa gleichermaßen?

Im Jahresschnitt rechnen wir in den USA mit 1,5 Prozent, in Europa sollte die Inflation etwas niedriger in einer Bandbreite zwischen 1,0 und 1,25 Prozent liegen. Dabei haben wir dem Ölpreis zu Jahresbeginn eine flache Entwicklung unterstellt und diesen bei 72 Dollar angesiedelt.

Betrifft dieser verhaltene Ausblick auch andere Rohstoffe?

Den im ersten Halbjahr 2010 nachlassenden Vorlaufkonjunkturindikatoren folgt im zweiten Halbjahr ein deutlich flacheres Wachstum, was sicherlich Spuren hinterlassen wird.

Wie werden die erwarteten Zinsschritte das Dollar-Euro- Verhältnis beeinflussen?

Wir gehen davon aus, dass die Zinsdifferenzen langsam verschwinden werden, also die US-Zinsen nicht mehr ewig unter jenen Europas liegen werden. Der Dollar wird nach seinem Zwischentief zur Jahresmitte, wo er bei 1,50 notieren könnte, daher tendenziell wieder an Stärke gewinnen. Gegen Jahresende sehen wir diesen möglicherweise sogar wieder unter 1,40.

Um Großbritanniens Konjunktur ist es nicht gerade rosig bestellt, wie wirkt sich das auf das Pfund aus?

Tendenziell ist die Entwicklung natürlich alles andere als gut für das Pfund. 2010 sollte zwar das britische BIP nach dem schweren Einbruch 2009 wieder mit bis zu 1,5 Prozent wachsen, die Inflation wird aber sehr wahrscheinlich über der Zwei-Prozent-Marke und damit über jener in der Euro- Zone liegen. Das ist gemeinsam mit der sich verschlechternden fiskalischen Situation Großbritanniens für die Pfund- Schwäche verantwortlich. Ob wir die Ein-Euro-Parität sehen werden, bleibt abzuwarten, eine Abschwächung bis auf 0,95 ist aber vorstellbar.

Wird China 2010 die lang geforderte Aufwertung des Yuan vorantreiben?

Mit Ende des ersten Quartals ist ein erster Schritt in diese Richtung zu erwarten. In der zweiten Jahreshälfte ist dann ein Wechselkurs von 6,65 Yuan je Dollar denkbar.

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