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Dialog-backdrop Angriff ist die beste Verteidigung2010 wird das Jahr der defensiven Aktien - so der Tenor der Marktauguren. Der INVESTOR hat deshalb die attraktivsten Aktien aus den entsprechenden Branchen herausgefiltert. Und dennoch an dieser Stelle eine Warnung: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben. Das wird das Jahr der faden Aktien", sagt Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali Invest (siehe auch S. 11). Auch Helge Rechberger, Aktienexperte der RZB, empfiehlt, mit einer defensiven Ausrichtung ins neue Jahr zu gehen. Favorisiert werden klarerweise die Branchen Telekom, Gesundheit, nichtzyklischer Konsum, aber auch Energie und IT. Und die ING Groep geht davon aus, dass "Dividendenrenditen bei den Aktienerträgen eine größere Rolle spielen dürften, da die Weltkonjunktur nach wie vor von geringem Wirtschaftswachstum geprägt sein wird". Und defensive Aktien sind traditionell die besseren Dividendenzahler. Wo die - zumindest nach außen transportierte - einhellige Meinung herrührt? Zum einen haben die "Defensivler" enormen Aufholbedarf. Denn im Aktienjahr 2009 waren nicht Substanzwerte gefragt, sondern es war das Jahr jener, die während der Finanzkrise schwer abgestraft wurden bzw. an deren Entstehung nicht unschuldig waren. So haussierten Banktitel gemessen am Branchenindex BEBANKS seit Beginn der Rally am 9. März bis zum Jahresende um sagenhafte 137 Prozent. Aber auch Zykliker, von der Weltwirtschaftskrise besonders betroffen, gehörten zu den absoluten Top-Performern. So legte etwa das Barometer für die europäische Stahlbranche, der BESTEEL, 114 Prozent zu. Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt in Form des Bloomberg European 500 kommt seit Anfang März auf einen Zugewinn von knapp 62 Prozent. Dagegen sehen punkto Zuwächsen die Branchen Pharma, Telekom, Versorger und Nahrungsmittelindustrie wie arme Schlucker aus. Am besten schnitten mit einem Kursplus von mehr als 48 Prozent noch die Lebensmittelproduzenten (BEFOOD) ab. Am schwächsten performten mit einem Zugewinn von 37 Prozent die Pharmakonzerne. Doch die Underperformance allein muss nicht automatisch heißen, dass am heurigen Ende des Jahres eine Outperformance vorhanden ist. Korrektur. "Denn eine Outperformance der defensiven Aktien zu anderen Sektoren gibt es nur dann, wenn der Markt schwächelt", sagt Monika Rosen, Chefanalystin im UniCredit-Private Banking. Würde also heißen, dass die Chefstrategen eine Aktienkorrektur erwarten, das aber aus Angst, den Markt in Aufruhr zu versetzen, nicht aussprechen und stattdessen den Fokus auf defensive Werte lenken. Rosen ist jedenfalls davon überzeugt, dass "die Rally nicht ungespitzt anhalten wird". Nachsatz: "Es wird Enttäuschungen geben." Viel wird auch vom Verhalten der Notenbanken abhängen. "Niemand kann vorhersagen, wie die Welt reagiert, wenn die Regierungen und Notenbanken die Maßnahmen, die während der Krise umgesetzt wurden, einstellen. Der Zeitpunkt, wann Wachstumsanreize wie die quantitative Lockerung aufgehoben werden, ist sorgfältig zu überlegen", heißt es im Marktausblick von Schroders. Der deutsche Aktienguru Hans A. Bernecker erwartet jedenfalls eine moderate Korrektur, aber danach eine bis ins Jahr 2011 andauernde Rally (siehe Interview Seite 9/10). Anleger sollten sich wohl auf eine Abwärtsphase einstellen - die attraktivsten "Defensivler" gibt's auf den Seiten 6/7. Wer sich allerdings zu verhalten aufstellt, könnte es möglicherweise in absehbarer Zukunft bereuen ... mehr Investor…
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