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Japan: Rating-Tadel von S&P bleibt folgenlos – Byron Wien empfiehlt japanische Aktien

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von Jochen Hahn | 26.01.2010 | 16:05

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Japan: Rating-Tadel von S&P bleibt folgenlos – Byron Wien empfiehlt japanische Aktien

Die hohen Staatsschulden Japans führen zu einer Ausblicks-Abstufung. Leitzinsen bleiben faktisch auf null, dafür sieht Byron Wien die Börse Tokio als überaus aussichtsreich an.

Bloomberg

Zitiert

John Alkire, Morgan Stanley

Im vergangenen Jahr haben ausländische Investoren über weite Strecken gesagt: Kaufe niemals Japan. Aber in diesem Jahr meine ich: Sag niemals nie!

Negativer Ausblick. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Bonitätsbewertung von Japans Staatsanleihen vorerst bestätigt, den Ausblick jedoch gesenkt. Laut S&P wird der langfristige Rating-Ausblick wegen der Verschlechterung der öffentlichen Finanzen auf „Negativ" nach „Stabil" zurückgenommen. Eine tatsächliche Rating-Herabstufung wird von den Konsolidierungsmaßnahmen der Regierung und den Schritten gegen die Deflation abhängig gemacht.

Die Ratingagentur geht davon aus, dass die Staatsschuld in Japan am Ende des laufenden Fiskaljahres, per 31. März 2010, bei 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen wird. Dies sei eines der höchsten Niveaus aller bewerteten Staaten, erklärte S&P. Darüber hinaus lassen die Pläne der Regierung auf ein langsameres Tempo bei der fiskalischen Konsolidierung schließen als bisher erwartet. „Zusammen mit anderen Sozialpolitiken, die wohl nicht den mittelfristigen Wachstumstrend erhöhen werden, und dem anhaltenden Deflationsdruck prognostizieren wir, dass die allgemeine Staatsverschuldung in Japan in den kommenden Jahren bei 215 Prozent des BIP ihren Höhepunkt erreichen wird", heißt es in der Begründung.

Die Bewertung für langfristige Verbindlichkeiten wurde mit der Bonitätsnote „AA" bestätigt, auch das Kurzfrist-Rating von „A-1+" bleibt unverändert. Grund hierfür ist unter anderem die Rolle des Yen als Reservewährung und die Widerstandsfähigkeit des japanischen Finanzsystems im Zuge der globalen ­Finanzkrise.

Apropos Yen: Der legt seit der Vorwoche deutlich gegenüber € und US-$ zu und zeigt sich damit völlig unbeeindruckt von der Ausblick-Senkung von S&P. Die Stärke begründen Experten mit der durch die anhaltende Börsenkorrektur steigenden Risikoaversion. Die japanische Währung macht damit ihrem Ruf als Carry Trade-Währung wieder alle Ehre.

Zinsen unverändert
Und das dürfte auch so bleiben, denn die Bank of Japan hat am Dienstag die Leitzinsen unverändert bei 0,1 Prozent belassen. „In einem Umfeld, in dem die Wirtschaft an Schwung verliert, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass die Notenbank unter Druck geraten wird, die Geldpolitik weiter zu lockern", sagt Teizo Taya, ehemaliges Notenbankmitglied und nun Berater beim Daiwa Forschungsinstitut in Tokio. Die Notenbank werde wahrscheinlich eine Ausweitung der Kreditfazilitäten in Betracht ziehen. Im Dezember hat die Bank of ­Japan ein Notprogramm zur Kreditvergabe im Umfang von 10 Billionen Yen (7,9 Milliarden €) initiiert.

Lang- wie kurzfristige Staatsanleihen zeigten sich ­sowohl von S&P als auch von der Zinssitzung völlig unbeeindruckt, die Kurse bewegten sich nur minimal.

Experten gefällt's
Deflation, Stagflation und Staatsverschuldung - alles egal? Das meint zumindest ­Byron Wien, Marktlegende und Berater bei Blackstone. „Japan ist mein Favorit", erklärt er und fügt hinzu: „Die Börse Tokio erscheint relativ attraktiv, wenn die Gewinne so ausfallen, wie ich das erwarte."

„Im Vergleich zu anderen Vermögenswerten sind japanische Aktien so billig wie nie, selbst wenn die Konjunktur stagnieren sollte", meint auch David Herro von Harris Associates, der von Morningstar im vergangenen Jahr zum besten internationalen Fondsmanager gekürt wurde. John Alkire von Morgan Stanley setzt darauf, dass das niedrigere Verschuldungsniveau der Unternehmen die Kurse stärker anschieben wird als in den USA. Daher sollen japanische Dividendentitel 2010 jene aus den USA und Europa schlagen. Und tatsächlich, 43 Prozent der japanischen Unternehmen haben laut Bloomberg keine Verbindlichkeiten. „Im vergangenen Jahr haben ausländische Investoren über weite Strecken gesagt: Kaufe niemals Japan. Aber in diesem Jahr meine ich: Sag niemals nie", erklärt Alkire.

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