Dienstag, 16. März 2010 a  
Dialog-backdrop
Artikel versenden

Für Sicherheit und mehr Ertrag sitzt das Geld wieder lockerer

Geben Sie hier die E-Mail-Adresse des Empfängers ein (z.B. m.mustermann@wb.com). Mehrere Empfänger werden durch Komma getrennt.

von Martin Fellhuber | 05.02.2010 | 11:03

A- A A+ Drucken Artikel weiterempfehlen zu den Kommentaren

Für Sicherheit und mehr Ertrag sitzt das Geld wieder lockerer

Das Fondsvolumen sollte heuer um zehn Prozent steigen - geht es nach den drei größten österreichischen Fondsgesellschaften.

Colourbox

Zitiert

Mathias Bauer, RCM

Garantieprodukte haben ihr Versprechen in der Extremsituation Finanzkrise absolut gehalten.

Das Jahr hat gut angefangen. Wenn sich Dieter Kerschbaum von der Erste Sparinvest die Zahlen vom Jänner ansieht, rechnet er für das Gesamtjahr mit einem Anstieg des Fondsvolumens von zehn Prozent. Ähnlich sieht dies Mathias Bauer, Geschäftsführer des heimischen Marktführers Raiffeisen Capital Management: Auch er geht davon aus, dass die Fondsgesellschaft ihr Volumen heuer um rund zehn Prozent steigern wird. "Da wir - nicht zuletzt als Teil einer sehr konservativen Bankengruppe - im Zuge der Finanzkrise überdurchschnittlich hohe Volumenseinbußen hinnehmen mussten, haben wir nun mehr Aufholpotenzial als unsere Mitbewerber", so Bauer. Aber auch Andreas Nurscher von Pioneer Investments hält die Latte von zehn Prozent im heurigen Jahr für durchaus realistisch.

Wobei sich das Verhalten der Anleger etwas geändert hat: "Garantiefonds haben ihr Versprechen in der Extremsituation Finanzkrise absolut gehalten und die Anleger vor unverhältnismäßigen Verlusten geschützt", so Bauer. Daher werden solche Produkte auch heuer einen entsprechenden Stellenwert haben. Im Großkundengeschäft wiederum ortet die KAG auch einen Trend in Richtung Emerging Markets - sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen.

Pioneer Investments ist zuletzt mit Garantieprodukten ebenfalls gut gefahren. Die Aussicht, mit Emerging Markets auf eine bessere Performance zu kommen, sorgt aber auch für eine höhere Nachfrage nach ebensolchen Produkten. Pioneer trägt dieser Entwicklung mit neuen Produkten Rechnung: mit Garantiefonds, die eben in Emerging Markets investieren. Ein Fonds, der in "Greater China", also China, Hongkong und Taiwan investiert, wird gerade aufgelegt, ein weiterer Emerging Markets-Garantiefonds soll noch im Frühjahr folgen.

Bei der Erste Sparinvest hat sich das Anleger-Verhalten ebenfalls leicht geändert. Im Vordergrund stehen derzeit Rentenfonds - allerdings nicht jene mit niedrig verzinsten Euro-Anleihen. Osteuropäische Hochzins-Anleihen mit entsprechender Rendite, in einem Fonds gebündelt, der mit einem fixen Kupon ausgestattet ist - das werde am Markt gut aufgenommen. Aber auch Aktienfonds, die am Wachstumspotenzial der Emerging Markets partizipieren sollen, sind gefragt. Cash-Fonds finden sich derzeit nicht ganz oben in der Beliebtheitsskala. Anleger sind also wieder bereit, ein gewisses Risiko einzugehen. "Man muss hier den Kunden sagen, dass es sich um längerfristige Investitionen handelt und kurzfristig Korrekturen möglich sind", steht und fällt für Kerschbaum der Erfolg solcher Produkte mit der Beratung.

Trendwende.

Die Finanzkrise ging an der Fondsbranche nicht spurlos vorüber: Das Fondsvolumen in Österreich fiel von 167,3 Mrd. € im Jahr 2006 auf 126 Mrd. € (2008), ehe es im Vorjahr wieder auf 136,7 Mrd. € kletterte. Anleger mussten Kursverluste verschmerzen und zogen zum Teil ihr Geld ab. Der März 2009 kennzeichnete für die Branche die Trendwende: Mit steigenden Kursen kehrte das Vertrauen der Anleger zurück - wenngleich sehr langsam. Als Erstes vertrauten institutionelle Anleger den KAGs wieder ihr Geld an.

Kommentare… Kommentar hinzufügen…

mehr Investor…