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Dialog-backdrop Analystentipps sind gut, das Gegenteil ist aber besserKaufempfehlungen von Analysten zu folgen kann sich durchaus lohnen. Erheblich besser fährt aber offenbar, wer in einer Hausse das exakte Gegenteil des Analystenrats vollzieht und auf besonders schwach eingeschätzte Aktien setzt.
Seit Beginn der Erholung an den US-Börsen im März 2009 sind die von Analysten am meisten empfohlenen Aktien aus dem S&P 500 im Mittel um 73 Prozent gestiegen. Jene Aktien mit der niedrigsten Quote an Kaufempfehlungen haben laut Bloomberg-Daten hingegen mit fetten 165 Prozent Gewinn gut das Doppelte eingebracht. Der S&P 500 hat seit dem 9. März 2009 etwa 88 Prozent zugelegt. Im Jahre 2010 ergab sich ein Plus von 13 Prozent. Zu den derzeitigen Favoriten von Banken zählen in den USA Einzelhändler und Restaurantketten. Letztere Branche war 2010 der Favorit. Entsprechend ausgeweitet haben sich hier die Bewertungen - die Aktien sind insgesamt höher bewertet als der Durchschnitt des S&P 500 gemessen an den Gewinnprognosen für 2011. Wer als Investor allerdings den Analystenrat als Kontraindikator hernimmt, der sollte derzeit Versorgeraktien kaufen. Die Branche zahlt zusammen mit Telekom-Unternehmen und Banken die höchsten Dividenden. Zudem werden die Gewinne voraussichtlich dreimal so schnell zulegen wie beim Durchschnitt des S&P 500. "Andererseits", verrät Wordell, "kann bei einem Votum von 15 Verkaufseinstufungen durchaus mit einer stark überdurchschnittlichen Wertentwicklung gerechnet werden". Sein auf mittelgroß kapitalisierte Werte fokussierter Aktienfonds RidgeWorth Mid-Cap Value Equity Fund hat in den letzten fünf Jahren 98 Prozent seiner Wettbewerber hinter sich gelassen. Im zurückliegenden Jahr hat sich die Verbraucheraktie Netflix aus dem kalifornischen Los Gatos als der stärkste Gewinner im S&P 500 erwiesen und kam auf ein Kursplus von 219 Prozent, gefolgt von Industriewerten wie dem Motorenhersteller Cummins Inc. aus Columbus in Indiana mit einem Plus von 140 Prozent. Analysten hatten hingegen Gesundheitsaktien und Technologiewerten die besten Wachstumsaussichten für das Jahr 2010 attestiert. Beide Branchen verzeichneten die geringsten Aufschläge unter zehn Branchen im S&P 500 und legten jeweils weniger als zehn Prozent zu. Banken und Immobilienwerte, die von Analysten am niedrigsten eingeschätzt wurden, stiegen 2010 um 19 und um 28 Prozent. Unter den Flops fanden sich etwa Empfehlungen des Barclays-Pharmaanalysten Tony Butler aus New York, der seinen Kunden den Kauf von Pfizer Inc. und von Merck & Co. empfohlen hatte. Die Aktie von Pfizer, dem führenden Pharmakonzern der USA, beendete das Jahr mit einem Verlust von 3,7 Prozent und Merck-Aktien verloren 1,4 Prozent. "Man kratzt sich schon am Kopf und fragt sich, ob der Markt jetzt etwas weiß, dass ich vielleicht verpasst habe", sagt Butler. Insgesamt brachte Butlers Aktienauswahl im letzten Jahr einen Ertrag von 13 Prozent, was oberhalb des Durchschnitts der Pharmaanalysten insgesamt ausfiel, wie Bloomberg-Daten ergaben. Die Branche war im abgelaufenen Jahr geprägt von der Entscheidung über die Gesundheitsreform in den USA und der Einführung einer allgemeinen Gesundheitsversicherungspflicht. Wer darauf gesetzt hatte, dass die Vorlage von Obama scheitern würde, hatte schlechte Karten. Bankenaktien haben seit Beginn der Rally als Branche im S&P 500 um 172 Prozent zugelegt, zählen aber weiterhin zu den am niedrigsten eingestuften Branchen. Eine sich verbessernde Konjunktur und die sinkende Abschreibungsquote für faule Kredite hatten im letzten Jahr gerade bei regional tätigen Banken für steigende Kurse gesorgt, wie Analyst Kevin St. Pierre von Sanford C. Bernstein & Co. erklärt. So riet er zu Titeln der Zions Bancorporation aus Salt Lake City - die Aktie machte 2010 einen Kurssprung von 89 Prozent. Gestartet war der Titel in das Jahr als die am achtschwächsten eingestufte Aktie im S&P 500. "Im Laufe des Jahres 2009 und im Frühjahr 2010 war es einfach und sicher, Finanzaktien negativ einzuschätzen", sagt er. "Viele Analysten wollten es vermeiden, in fallende Messer zu greifen. Und die Messer sind gegen Jahresende 2009 geradezu massenhaft gefallen". Analysten hätten aber nicht damit rechnen können, dass neue Gesetze zur Regulierung die Gewinne der Großbanken bedrohen würden, so dass Investoren kleinere Banken bevorzugen würden, erläuterte Bankanalyst David A. George von Robert W. Baird & Co. "Vor einem Jahr war die Reform der Finanzregulierung bei niemandem auf dem Radar", sagte er. mehr Investor…
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