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Dialog-backdrop Das Grill-Portfolio: Aktien, die dem Depot schmeckenSommerzeit ist Grillzeit: Was liegt da näher, als sich auch einmal Aktien rund um das Thema Barbecue anzusehen. Einige schmackhafte Häppchen sind jedenfalls dabei. Links zum ThemavergrößernGrafik
Bei den aktuell tropischen Temperaturen haben Wiener Schnitzel, Schweinsbraten & Co. Sommerpause. Grillen ist angesagt. Doch kann man das Grillvergnügen auch auf die Börse umlegen? Wir haben Aktien rund um das Thema gesucht und näher betrachtet. Aber alles der Reihe nach: Um loslegen zu können, brauchen wir zuallererst einen Griller. Da bietet sich der taiwanesische Mischkonzern Tsann Kuen an. Er stellt neben Bügeleisen und Kaffeemaschinen auch Grillgeräte her, unter anderem den „George Foreman Grill“, der speziell in den USA erfolgreich ist. Im Jahr 2009 setzte Tsann Kuen mit Haushaltsprodukten umgerechnet rund 327 Millionen € um. Für unser Grill-Portfolio eignet sich das Papier aber eher weniger (zum Grund siehe Punkt 1). Nun brauchen wir natürlich etwas zum Brutzeln: Der US-Fleischriese Tyson Foods könnte so manchem Anleger munden. Positiv auf die Performance des Unternehmens wirkt sich der kürzlich aufgehobene Einfuhrbann von amerikanischem Hühnerfleisch in Russland aus. Ein weiterer Umsatzboost könnte folgen: Denn auch das Einfuhrverbot von US-Rindfleisch in China dürfte in naher Zukunft fallen. Was sagen die Analysten zu diesem Wert? Für Tyson gibt’s acht „Buys“ und sieben „Holds“. (Kasten 2). Ketchup ist Pflicht Doch was wäre ein Barbecue ohne Ketchup und Saucen? Im Sortiment von Heinz finden wir alles, was das Herz begehrt. Im abgelaufenen vierten Quartal schaffte der Konzern um zehn Prozent mehr Gewinn als im Vorjahrszeitraum. Außerdem gab Heinz den Kauf des chinesischen Sojasaucen-Produzenten Foodstar bekannt. Die dafür fälligen 165 Millionen US-$ werden in Cash hingeblättert. Die Heinz’schen Empfehlungen der Analysten: Neun Mal „Kaufen“ und zehn Mal „Halten“ lautet das Urteil (Kasten 3). Zum Runterspülen könnten wir ein kühles Blondes aus dem Hause Anheuser-Busch InBev oder Heineken vertragen (Kasten 5). Für antialkoholische Gemüter stellt sich die alte Frage: Coca-Cola oder Pepsi? Die ist nicht so leicht zu beantworten, denn beide Unternehmen spielen, zumindest punkto Bewertung, in derselben Liga (Kasten 6). 1. Griller: Tsann Kuen bringt keine Glut Große Gewinne konnten Anleger mit Tsann Kuen auf Sicht von zwölf Monaten nicht machen, im Gegenteil, es schlägt sogar ein kleines Minus zu Buche. Seit Jahresbeginn hält sich die Aktie aber gut: plus 17,8 Prozent liegen auf dem Grill. Das hat das Papier teuer gemacht, das aktuelle KGV liegt bei 21,30. Die laut Bloomberg magere Peer Group weist eines von 17,58 auf. Mangels Analysten gibt’s auch keine Schätzungen, weshalb das Grill-Depot ohne Griller auskommen muss. 2. Grillfleisch: Tyson könnte Anlegern munden Ein Investment in den US-Fleischkonzern Tyson könnte sich lohnen. Das Unternehmen ist gemessen am KGV ‘10e mit 9,13 im Gegensatz zum Median der Peer Group – er liegt bei 14,0 – günstig. Insgesamt 15 Analysten covern den Titel und sehen im Mittel einen Kurs von 22,11 US-$. Damit hätte die Fleisch-Aktie noch ein saftiges Potenzial von knapp 24 Prozent. 3. Ketchup: Auf die Steaks kommt nur Heinz Anleger freuen sich: Angesichts der guten Quartalszahlen hat das US- Traditionsunternehmen aus Pittsburgh die Dividende um zwölf Cent auf 1,8 US-Dollar je Aktie erhöht. Beim für heuer geschätzten KGV liegt der Ketchupriese zwar schon leicht über dem Median der Peer Group, dafür weist Heinz eine geschätzte Dividenden-Rendite von knapp vier Prozent auf, die Peer Group dagegen nur von 2,6 Prozent. Analysten sehen bei der Aktie noch ein Potenzial von knapp elf Prozent. 4. Brot & Gebäck: Heiße Brötchchen von Flowers Foods Der Bäckereiriese erhöhte kürzlich seine vierteljährliche Dividende um 14,3 Prozent auf 20 US-Cent je Aktie. Auch die jüngsten Umsatzzahlen sehen gut aus. „Wir gehen davon aus, dass wir heuer und die nächsten Jahre gute Ergebnisse liefern“, meinte CEO George Deese. Analysten backen jedenfalls größere Brötchen: Das mittlere Kursziel liegt bei 30,33 US-$, das ergibt ein Potenzial von fast 23 Prozent. 5. Bier: Mehr Heineken als Budweiser im Glas Zum Grillmenü passen Anheuser-Busch InBev und Heineken. Im fundamentalen Vergleich haben die Niederländer die Nase vorne: Einem KGV ‘10e von 14,8 hat Anheuser nur eines von 17,3 entgegenzusetzen, bei der geschätzten DividendenRendite sind es 2,0 zu 1,1 Prozent (beides nicht gerade berauschend). Und: Das Potenzial auf das mittlere Kursziel beträgt bei Heineken knapp neun und bei Anheuser nur knapp vier Prozent. 6. Soft Drinks: Coca-Cola und PepsiCo kämpfen Die Schlacht Coca-Cola versus Pepsi tobt seit Langem. Doch wer findet Einzug ins Portfolio? Beim KGV ‘10e liefern sich die beiden mit jeweils knapp über 15,0 ein Kopf-an-Kopf-Rennen, der Peer-Group-Median liegt mit 14,9 minimal darunter. Auch punkto Dividendenrendite ist nicht viel Unterschied: 3,3 Prozent Coca-Cola versus 3,0 Prozent PepsiCo. Und der Gipfel des Paarlaufes: Beide Aktien haben laut Analysten noch ein Potenzial von rund 16 Prozent. Fazit: Die braune Brause im Depot ist reine Geschmackssache. Fazit Ein Grill-Portfolio wäre gar keine so schlechte Idee. In fast allen Bereichen gibt es Werte mit Potenzial. So könnte man etwa eine Tyson oder Flowers Foods in Betracht ziehen. Auch die Softdrink-Riesen Coca-Cola und PepsiCo sind eine Überlegung wert. Allerdings muss man ohne Griller auskommen, der würde nämlich keine ordentliche Glut zustande bringen. Aber wir können unser Fleisch ja – ganz rustikal – über offenem Lagerfeuer zubereiten. In diesem Sinne: Fröhliches Brutzeln! mehr Investor…
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