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Dialog-backdrop Grünes ErwachenBärenmarkt. Die Börsebilanz der Solar- und Windkraftunternehmen ist katastrophal. Die Sonne scheint ewig und der Wind wird niemals aufhören zu wehen: Im Prinzip waren die Prophezeiungen der Investmentindustrie zwar richtig, doch die Bilanz an der Börse ist katastrophal. Freilich ist die Hoffnung grün - und die stirbt bekanntlich zuletzt. Wenn man die Agenturschlagzeilen der vergangenen Wochen über die Solarbranche Revue passieren lässt, sollte man sich nicht in einer depressiven Phase befinden. Die Meldungen taugen weder als Gute-Nacht-Geschichten für Kinder noch machen sie Appetit auf ein Engagement bei grünen Aktien. "Solon muss Insolvenz anmelden", hieß es am 13. Dezember 2011, "Solar Millennium ist pleite" nur acht Tage später, "Q-Cells steht vor dem Abgrund" sprang es einem vorige Woche ins Gesicht. Ein Jammer. Börse läuft voraus. Wie so oft ist die Börse dem Drama in der Realwirtschaft schon lange vorausgeeilt. Die Kurse der Solarmodulhersteller, der Windkraftanlagenbauer und auch die ihrer Zulieferindustrie befinden sich aufgrund von Überkapazitäten und der asiatischen Billigkonkurrenz seit Jahren im freien Fall. Richtig in Fahrt gekommen ist der Absturz 2008 im Zuge der Finanzkrise. Im Gegensatz zu den Aktien anderer Branchen sind sie bis heute nicht wieder hochgekommen. Doch weil die Hoffnung grün ist und zudem sprichwörtlich zuletzt stirbt, stemmten sich die Solaraktien seit Jahresbeginn analog zum Gesamtmarkt wieder tapfer nach oben. Skeptiker tun dies allerdings als technische Gegenbewegung ab. Ein Dorn im Auge. In der Tat sind die Aussichten im Solar-Vorreiterland Deutschland nicht gerade berauschend. Im Vorjahr sind zwar so viele Solaranlagen ans Netz gegangen wie niemals zuvor, doch genau das ist der Politik ein Dorn im Auge. Denn je mehr Solarstrom in die Stromnetze gespeist wird, desto stärker ist die Belastung für Steuerzahler und Verbraucher durch großzügige Förderungen. Die über Jahre hinweg garantierte Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien wird zwar jedes halbe Jahr stetig reduziert, doch Umweltminister Norbert Röttgen von der CDU geht das nicht schnell genug. Bei einem Treffen mit Branchenvertretern hatte er vor knapp zwei Wochen angedacht, die garantierte Vergütung nicht wie bisher halbjährlich zu senken, sondern in Monatsintervallen. Dadurch sollen die Rallys bei der Anschaffung neuer Anlagen vor dem jeweiligen Stichtag vermieden werden. Die Stromverbraucher werden es sicher danken, denn über die EEG-Umlage bekommen sie laufend die Rechnung für die Energiewende präsentiert. Schmerzen wird eine Förderkürzung aber nicht nur die deutschen Modulhersteller, sondern auch die chinesischen, weil die Abnehmer wegen der geringeren Kosten zunehmend auf deren Produkte zurückgreifen. Keine Sonne ohne Reue. In der Tat konnte sich sowohl im Mehr-Jahres-als auch im Ein-Jahres-Vergleich kaum ein Solarkonzern dem Negativtrend entziehen, und zwar egal, an welcher Börse er gelistet ist, wo er seinen Firmensitz hat und in welchem Land er die Module produzieren lässt. Für all jene, die an eine Fortsetzung des im neuen Jahr erfolgten Rebounds glauben, haben wir die Mitglieder des Bloomberg Leaders Solar Index einem Ranking unterzogen, das wie immer auf den Konsensprognosen der Analysten basiert. Attraktiv bewertet sind demnach der französische Alternativenergiekonzern Sechilienne-Sidec und der deutsche Solarzulieferer Centrotherm. Den seit Jahren wehenden Rückenwind von der Rohstofffront konnten die Modulhersteller nicht optimal nutzen. Die Spotpreise für Silizium sind nämlich deutlich gesunken (s. Chart). Blowing in the Wind. Nicht ganz so drastisch wie der Kurssturz beim Solarindex mutet das Minus beim Bloomberg Wind Energy Index an (s. Chart). Fairerweise muss man sagen, dass in diesem Index nicht nur reine Windkraft-Player wie Vestas oder Nordex gelistet sind, sondern auch breit diversifizierte Blue Chips wie etwa Siemens. Windkraft ist zwar nicht der Hauptgeschäftszweig von Siemens, doch die Deutschen sind nicht irgendwer in der Branche, sondern Weltmarktführer bei Offshore-Windkraftanlagen. 80 Prozent der insgesamt 866 Megawatt Leistung, die 2011 in der EU aus dieser Quelle ans Netz gegangen sind, kamen von Siemens. Umso ernüchternder war Anfang der Vorwoche die Meldung, wonach im ersten Quartal in diesem Segment ein Fehlbetrag von 48 Millionen €angefallen ist. Schuld daran sind ein harter Preiskampf und höhere Personalkosten. "Man muss einfach sehen: Die goldenen Zeiten, in denen man immer mit zweistelligen Wachstumsraten rechnen konnte, sind vorbei", meinte CEO Peter Löscher. Der Markt werde kurzfristig hart umkämpft bleiben. Zu kämpfen hat aber auch die weltweite Nummer eins unter den Windturbinenherstellern. Die dänische Vestas ließ Anfang des Jahres eine Gewinnwarnung vom Stapel und hat kurz danach den Abbau von 2335 Stellen verkündet. Rivale Nordex hat bereits im Vorjahr weltweit 260 Stellen gekappt. Im Aktiencheck der Windkraftanlagenbauer sind beide Aktien weiter hinten gelandet und mussten den Chinesen den Vortritt lassen. Beim Ranking der Blue Chips mit großen Erneuerbare-Energie-Sparten wiederum musste Siemens sich Royal Dutch, General Electric und E. ON geschlagen geben. Großteils herbe Verluste erlitten haben auch aktiv gemanagte Ökofonds. Besser gehalten haben sich jene, die auf diversifizierte Blue Chips gesetzt hatten; noch besser jene, deren Fondsmanager die Aktienquote auf fast null reduzierten und in Anleihen( fonds) umgeschichtet haben. Übrig geblieben ist nur ein hübsch klingender Fondsname. Auf deren Auflistung haben wir daher verzichtet und stattdessen ETF porträtiert (s. unten). Alles in allem gilt, dass man als ökologisch orientierter Anleger in den vergangenen Jahren mit einem simplen Sparkonto besser gefahren wäre. Um das grüne Gewissen zu bedienen, kann man sich ja mit den Zinsen und ersparten Verlusten ein Solarmodul aufs Dach setzen lassen. Der Umwelt ist damit sicher mehr gedient. mehr Investor…
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