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Dialog-backdrop Nastrovje! Carlsberg schluckt russische Tochter zur GänzeAktiencheck. Die Aktie von Russlands größtem Bierbrauer Baltika schnalzt nach oben. Carlsberg selbst wird im Kennzahlenvergleich von Unibrew geschlagen. Es zeugt zwar nicht unbedingt von Geselligkeit, wenn man seine alkoholischen Getränke in den eigenen vier Wänden konsumiert, aus wirtschaftlichen Gründen bleibt aber oft keine andere Wahl. Aufgezeigt wird dieser Zusammenhang anhand einer Bloomberg-Grafik, die den Anstieg der Arbeitslosigkeit mit den Ausgaben für zu Hause getrunkene alkoholische Getränke in den USA in Verbindung setzt. Die stärksten Zuwächse gibt es dabei bei Spirituosen und Wein, während Bier eher stagniert (s. Grafik). Da rollt der Rubel An der Börse zeigt sich im Segment Alkohol hingegen ein recht einheitliches Bild. Auf Eurobasis schafften sowohl der BI GL Breweries Index mit einem Plus von rund 14 Prozent als auch der BI GL Distilleries Index mit einem Plus von rund 13 Prozent gegenüber dem branchenübergreifenden Bloomberg World Index (Plus 1,3 Prozent) eine klare Outperformance (s. Grafik). Nicht ganz so gut gelaufen ist in diesem Zeitraum die Aktie von Russlands größtem Bierbrauer Baltika. Vielleicht war der tiefe Kurs auch der Grund, warum Mutterkonzern Carlsberg gestern im Rahmen seiner Zahlenvorlage für das Geschäftsjahr 2011 angekündigt hat, dem Streubesitz von rund 15 Prozent ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreiten zu wollen. Die rote Linie wurde bei 1550 Rubel gezogen. Mehr wollen die Dänen nicht zahlen, wobei das Gebot auch darunter liegen kann. Die Aktie machte daraufhin zwar einen Satz nach oben, ist vom Limit aber noch mehr als 100 Rubel entfernt. Russen bunkern Bier Carlsberg selbst hat gestern für das abgelaufene Geschäftsjahr ein organisches Umsatzwachstum von sechs Prozent auf 63,6 Milliarden Kronen (8,55 Milliarden €) gemeldet. Analysten hatten nur mit einem Plus von 5,4 Prozent gerechnet. Gehapert hat es allerdings bei der Profitabilität. Wegen höherer Rohstoff-und Logistikkosten sowie gestiegener Vertriebs-und Marketinginvestitionen ist der Gewinn um vier Prozent auf 5,15 Milliarden Kronen (693 Millionen €) gesunken. Die Geschäfte bei der russischen 85-Prozent-Tochter Baltika, die nun übernommen werden soll, liefen zuletzt eher schleppend. Höhere Steuern auf Bier und strengere Vorschriften für den Alkoholverkauf hatten den Umsatz belastet. Separat betrachtet gab es im vierten Quartal dennoch einen Umsatzschub, weil die per 1. Jänner angehobenen Steuern zu Hamsterkäufen geführt hatten. Die Komplettübernahme von Russlands größtem Bierbrauer wird sich laut Carlsberg dennoch sofort ertragssteigernd auswirken und eine größere operative Flexibilität ermöglichen. Klein, aber oho Im Aktiencheck musste die Aktie der weltweiten Nummer vier dem ebenfalls aus Dänemark stammenden, aber deutlich kleineren Rivalen Royal Unibrew Platz machen. Alles andere als klein ist im Branchenvergleich hingegen die geschätzte Dividendenrendite von fünf Prozent. Ein noch bis 27. April laufendes Aktienrückkaufprogramm erhöht zudem die Kursfantasie. Jahreszahlen legt Dänemarks Nummer zwei am 9. März vor und berichtet damit einen Tag nach der weltweiten Nummer eins Anheuser-Busch Inbev, die es im Aktiencheck nach dem japanischen Branchenprimus Asahi Group und der weltweiten Nummer fünf Molson Coors auf den vierten Platz schaffte. Gösser-Mutter spart Carlsberg selbst schaffte es noch vor Heineken und der ebenfalls börsenotierten Heineken Holding auf den sechsten Platz im Aktiencheck. Die Brau Union-Mutter Heineken (Gösser, Schwechater, Puntigamer) hatte in der Vorwoche einen Anstieg beim operativen Gewinn von 1,46 auf 1,58 Milliarden € gemeldet und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Weiters kündigten die Niederländer ein Sparprogramm über 500 Millionen € bis 2014 an.
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