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Oh, wie schön ist Panama!

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von Ann Kathrin Hermes | 24.02.2012 | 17:41

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Oh, wie schön ist Panama!

Steueroasen. Orte, an denen Geld unbeschwert und erholsam Urlaub machen kann.

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Bahamas: Sonne, Sandstrand und Schwarzgeld

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Ein Inseltraum für das liebe Geld. Auf den Bahamas werden von ausländischen Privatpersonen keine Einkommens-, Körperschafts-, Vermögens-, Erbschafst-, Schenkungs-oder Kapitalertragssteuer erhoben

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O wie schön ist Panama! Das gilt auch für die vielen Offshore-Unternehmen, die sich in Lateinamerika niedergelassen haben

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Die Cayman-Islands sind ein Paradies für Hedgefonds. Auf 52.000 Einwohner kommen 280.000 Firmen.

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Andorra versprüht dagegen einen eher schroffen Charme

Sie sind Paradiese für internationales Kapital. Geschäfte werden zum steuerlichen Diskonttarif gemacht. Es gibt keine Bankenaufsicht, keine störenden Regeln, die Investoren von der Finanzidylle ablenken könnten und auch niemand, der lästige Fragen stellt. Wer man ist, woher man kommt, woher man sein Geld hat und wie viel Geld man besitzt. Auch wer hinter den vielen Briefkästen steht, die offizielle Firmenhauptsitze internationaler Untenehmen repräsentieren will  niemand wissen. Selbst die Einkünfte und Umsätze der Unternehmen sind Privatsache.

„Eine Schätzung des damit verbundenen Einkunftsverlusts für andere Staaten ist schwer", erklärt Pasquale Pistone, Steuerrechtsprofessor an der WU Wien. Auch Wirtschaftsprüfer Dr. Karl Bruckner schließt sich dieser Meinung an. "Ich rechne aber doch in der Größenordnung von einigen hundert Millionen Euro", erklärt Bruckner. 

Einige hundert Millionen Euro, die anderen Staaten entgehen, das sind mehrere Griechenland-Pakete. Für Pistone steht daher fest: „Steueroasen gefährden die Souveränität anderer Länder."

Das WirtschaftsBlatt begibt sich auf die Suche nach den Orten, an denen das Geld gut aufgehoben ist.

Andorra: Der 468 km² große Staat zwischen Frankreich und Spanien gelegen, ist nicht nur ein Paradies für Skifahrer, sondern auch für Briefkastenfirmen. Erst seit 2006 wird eine Mehrwertsteuer von vier Prozent auf Waren und Dienstleistungen erhoben. Direkte Steuern, wie Einkommens- Körperschaftssteuer, sowie Erbschafts- oder Vermögenssteuer müssen die rund 84.000 Einwohner nicht zahlen.

Der in den Pyrenäen gelegene Zwergenstaat ist das einzige europäische Land in dem es kein Finanzamt gibt. Mit dem Versuch dies zu ändern, und eine Einkommenssteuer einzuführen, scheiterte der ehemalige Regierungschef Jaume Batumeu Cassany im Februar 2011. Sein Nachfolger Antoni Marti Petit kündigte an die Pläne weiterzuführen. Die Körperschaftsteuer sowie die Einkommensteuer könnten vom Jahr 2012 an, die Mehrwertsteuer 2013 erhoben werden. Mit der Unterzeichnung des OECD-Abkommens zum Informationsaustausch in Steuerfragen zwischen Liechtenstein und Andorra, strich die OECD Andorra von der „Schwarzen Liste" - ein Anfang.

Bahamas: Wer statt Schnee lieber die Sonne bevorzugt, ist hier richtig. Man stelle sich vor: Sonne, Strand, Palmen und dabei auch noch Geld sparen - ein Traum. Dieser Traum kann auf den Bahamas Realität werden, denn der Inselstaat im Nordatlantik erhebt keine direkten Steuern. Ausländische Privatpersonen bezahlen keine Einkommens-, Körperschafts-, Vermögens-, Erbschafts-, Schenkungs- oder Kapitalertragssteuer. Hauptsächlich finanziert sich der Inseltraum aus Zöllen und Exportabgaben.

Cayman-Islands: Die Inseln der Hedgefonds. Ein hohes Maß an Vertraulichkeit und Verschwiegenheit in Sachen Geld bieten die Cayman-Islands. Wenn auf 52.000 Einwohner 280.000 Firmen kommen, wird nicht gefragt, wer hinter dem Firmennamen steckt.

Auch Anleger können sich in den Mantel des Schweigens hüllen: möchte man von einem Cayman-Islands-Konto Geld abheben, ohne dass nachvollziehbar ist, wem das belastete Konto letzten Endes gehört, reicht es eine Cayman-Islands Company als Kontoinhaber einzutragen. Einkommens- und Kapitalertragssteuern gibt es auf der karibischen Inselgruppe nicht.

Panama: O wie schön ist Panama! So oder so ähnlich könnte der Ausruf der zahlreichen Offshore-Unternehmen, die sich in Lateinamerika niedergelassen haben, lauten. Wesentlicher Grund dafür: In Panama werden keine Steuern auf im Ausland erzielten Einkommen erhoben. Auch kürzlich abgeschlossene Doppelbesteuerungsabkommen ändern nichts an der Tatsache, dass Panama einer der beliebtesten Offshore-Holdingstandorte ist.

Liberia: Auf den ersten Blick dürfte der Westafrikanische Staat aus der Liste der bisherigen Steueroasen aus der Reihe fallen. Nach jahrelangem Bürgerkrieg ist die politische Lage noch eher instabil. Für Schifffahrtunternehmen ist Liberia aber dennoch eine stabile Geldanlage. Fährt ein Schiff nämlich unter liberischer Flagge muss lediglich ein einmaliges Registrierungsgeld bezahlt werden, Steuern fallen keine an. Mit dem Verkauf dieser „Billig-Flaggen" hat Liberia, an Bruttoregistertonnen gemessen, die zweitgrößte Flotte der Welt.

Delaware: An der Ostküste Amerikas kann man ihn noch leben, den American Dream. Das haben auch zahlreiche US-Firmen realisiert und haben sich in Delaware registriert. Darunter auch solch namhafte wie Google oder die Coca-Cola Company. Der Grund ist simple: Gewinne, die außerhalb des Bundesstaates erzielt wurden, müssen dort nicht versteuert werden. Zudem bietet Delaware kaum Transparenz in Sachen Eigentümerstrukturen. Zahlreiche Briefkastenfirmen sind in der Heimat des US-Vizepräsident Joe Biden registriert.

Jersey: Ganz anders als das oftmals verregnete Großbritannien präsentiert sich die sonnenreiche Kanalinsel Jersey. Die Insel ist nicht nur bei Touristen sehr beliebt, sondern auch bei Offshore-Gesellschaften. Ausländische Gesellschaften, die sich auf der Kanalinsel ansiedeln, sind praktisch steuerbefreit. Für sie existiert keine Körperschaftssteuer.

Um das Loch zu stopfen, die diese fehlenden Einnahmen in den Staatshaushalt reißen, wurde 2008 die „Goods and Service Tax" eingeführt, eine Steuer auf alle Waren und Dienstleistungen, abgesehen von Finanzdienstleistungen. Sie liegt derzeit bei 5%.
Auch die Julius Meinl-Gesellschaft genoss so manche Vorzüge der Insel...

Brüssel: Auch die europäische Hauptstadt entpuppt sich als ein Steuerparadies. Wer bei der Euro-Control in Brüssel arbeitet, kann mehr als nur belgische Schokolade genießen. „Die Euro-Control hat ein internes Steuersystem, also sie erheben eine eigene Steuer auf die Gehälter ihrer Angestellten. Angestellte der Eurocontrol sind dann gleichzeitig in ihrem jeweiligen „Heimatland" von der jeweiligen nationalen Steuerpflicht befreit. Das heißt, wechselt ein Fluglotse von der Austro-Control zur Euro-Control, dann ist er in Österreich steuerbefreit, er zahlt keine Lohnsteuer.", erläutert WU-Professor Pistone.

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