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"Rating-Downgrade belastet den Standort"

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von Hans-Jörg Bruckberger | 30.01.2012 | 10:14

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"Rating-Downgrade belastet den Standort"

Interview. Wolfgang Kniese, Finanzchef T-Mobile Austria, über den Umsatzrückgang in der Branche und den Einfluss des Rating-Downgrades

T-Mobile

Wolfgang Kniese, Finanzchef T-Mobile Austria

WirtschaftsBlatt: Herr Kniese, als Vorstand des CFO Club Austria sind Sie mit dem CFO-Barometer bestens vertraut. Was sagen Sie zu den aktuellen Ergebnissen, entsprechen sie Ihren eigenen Einschätzungen?

Kniese: Im Großen und Ganzen schon. Ich denke, wir sind noch nicht durch die Krise durch, aber die österreichischen Unternehmen sind gut vorbereitet. Es gibt sicher nach wie vor viele Risiken wie die Staatsdefizite, politische Instabilitäten, die Situation in Ungarn etc. Und bei allem stellt sich natürlich die Frage, ob kurzfristige Hilfen längerfristig nicht auch schaden. Aber, um es pointiert auszudrücken, das Schöne am Pessimisten ist ja, dass er nicht negativ überrascht werden kann.

Wie sieht es in ihrer Branche aus? Hier tobt ja starker Preiskampf und durch den Merger von „3" und Orange nimmt die Konsolidierung weiter zu.

Die Branche leidet seit Jahren unter einem massiven Umsatzrückgang wegen des starken Preisverfalls. Die Telekommunikation beeinflusst die Inflation positiv. Irgendwann spießt es sich dann aber schon. Wir werden weiter unter Kostendruck stehen, sind allerdings als Nummer zwei am Markt gut aufgestellt - noch dazu mit einer Eigenkapitalquote von 60 Prozent.

Und die Konsolidierung?

Eine Konsolidierung ist eine zu erwartende Folge des intensiven Wettbewerbs in Österreich, insbesondere da die betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeit des Parallelaufbaus und -betriebes von vier Mobilfunknetzen in einem derart kleinen Markt fraglich ist.

Ist T-Mobile ein Übernahmekandidat oder werden Sie selbst zukaufen, womöglich sogar im Festnetz? Es gibt ja einen Trend zum Vollanbieter.

In Österreich gibt es doch kaum welche! Außerdem bin ich mir bei diesem Trend gar nicht so sicher, in den USA geht die Diskussion schon wieder in die andere Richtung, Verizon denkt angeblich über eine Aufspaltung nach. Zu Deals in der Branche will und kann ich derzeit nichts sagen; bei uns gibt es nichts Konkretes.

Stehen auch Sie auf der Investitionsbremse?

Wir investieren jährlich rund 100 Millionen € in Infrastruktur und sind und bleiben damit ein großer Investor in Österreich. Allerdings merkt man innerhalb eines internationalen Konzerns sehr wohl, dass ein Rating-Downgrade, wie es Österreich kürzlich erlebt hat, ein negativ beeinflussender Faktor für den Standort ist.

Und wie zyklisch ist Ihr Geschäft?

Zum Glück nicht allzu stark, man meldet ja nicht gleich sein Handy ab, wenn die Konjunktur schwächelt.

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