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W.E.B-Aktie: Windkraft-Power aus Österreich

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von Manfred Haider | 03.02.2012 | 12:34

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W.E.B-Aktie: Windkraft-Power aus Österreich

Einstieg. Bei nicht börsenotierten Windenergie-Aktien funktioniert der Ein- und Ausstieg über einen "Traderoom".

Zechmeister Alexander

Facts

Im Detail
Traderoom. Die W. E. B-Windenergie-Aktie ist nicht börsenotiert, sondern wird in einem "Traderoom" im Internet gehandelt. Im Jahr 2010 wechselten 10.307 Stück den Besitzer. Aktuell sind 288.453 Aktien im Umlauf, die von 3359 Personen gehalten werden. Zuletzt war eine Aktie um 357 € zu haben. Im Sommer 2011 wurden 5 € je Aktie als Dividende ausgeschüttet.

Börsenotierte Windkraftanlagenbauer sucht man in Österreich zwar vergebens, es gibt aber die Möglichkeit, Aktionär von nicht börsenotierten Windkraftanlagenbetreibern zu werden. Pionier auf diesem Gebiet ist die Waldviertler W. E. B Windenergie, die 1994 von CEO Andreas Dangl gemeinsam mit seiner Frau und ein paar Idealisten gegründet wurde. 1999 erfolgte nach der Umwandlung in eine AG die Hereinnahme weiterer Aktionäre. Der Preis je Aktie lag damals bei 1000 € bzw. um den Aktiensplit im Jahr 2004 bereinigt bei 100 €. Mehr als zehn Kapitalerhöhungen und zwölf Jahre später kann das Papier aktuell im "Traderoom" der Firma "Bestens" zu 357 € geordert werden. Auf der anderen Seite des Orderbuchs liegt das beste Kaufgebot bei 355 €. Die Spreads sind also gar nicht so groß, wie man vielleicht meinen könnte. Der Wertzuwachs pro Aktie in all den Jahren wiederum ist deutlich besser als beim Großteil der börsenotierten Konkurrenz.

Wind ist liebstes Kind. Gewachsen ist im Laufe der Jahre nicht nur der Kurs, sondern auch die Zahl der Kraftwerke. Aktuell sind 153 Anlagen mit einer installierten Leistung von 239 Megawatt in Betrieb. Davon stehen 83 Anlagen in Österreich, 55 in Deutschland und der Rest in Tschechien, Italien und Frankreich. Ca. 170.000 Haushalte kann man laut Firmensprecherin Theresa Willmann damit pro Jahr mit Energie versorgen. Im Laufe der Jahre wurde das Portfolio zwar um Photovoltaikanlagen und Wasserkraftwerke ergänzt, Schwerpunkt bleibt aber die Windkraft.

Ermöglicht wurde die Expansion nicht nur durch Eigenkapital, sondern auch durch Bankdarlehen und zwei Anleihentranchen. 2010 wurde durch die erste Windkraftanleihe ein Volumen von 10,1 Millionen €eingesammelt, 2011 folgte laut Bloomberg-Daten ein Volumen von weiteren 6,46 Millionen €, das mit einem eher moderaten Kupon von fünf Prozent unters Volk gebracht werden konnte. Im Vorjahr durften sich auch die Aktionäre erstmals über eine Ausschüttung freuen, wobei die Dividendenrendite gemessen an den bezahlten fünf € je Aktie und den aktuellen Preisvorstellungen verkaufswilliger Aktionäre von 357 € bei 1,4 Prozent liegt. Willmann geht davon aus, dass es auch 2012 eine Ausschüttung geben wird. Der Stichtag für die Dividendenberechtigung wird einige Tage vor der HV am 15. Juni liegen. Überwiesen wird auf das Girokonto der Aktionäre. Da weder Wertpapierkonto noch Depot nötig sind, entfallen auch die sonst üblichen Bankspesen.

Waldviertel. "Punkto Publizitätspflichten orientieren wir uns an börsenotierten Unternehmen, wir bilanzieren nach IFRS, obwohl das nicht gefordert wäre, denn wir legen auf Transparenz hohen Wert", erklärt Willmann. Dazu gehören auch ein Finanzkalender auf der Homepage und Quartalsberichte. Laut dem Neun-Monats-Bericht per Ende September 2011 ist der Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr von 14,8 auf 13,5 € gesunken. "Wir sind den Schwankungen des Windes ausgesetzt, womöglich ist das Bild unter dem Jahr ein anderes als am Ende des Jahres", sagt die Sprecherin kryptisch. Zusätzlich zum Kurs, der analog zur Börse durch Angebot und Nachfrage zustande kommt, wird einmal pro Jahr von BDO Austria anhand der Discounted Cashflow-Methode der Firmenwert ermittelt. Ende 2010 lag dieser bei 417 € je Aktie, der Wert per Ende 2011 wird am 28. Mai 2012 veröffentlicht.

In der Zwischenzeit geht die Expansion weiter. In Frankreich werden 15 Anlagen errichtet, in Niederösterreich fünf, Kanada soll mit einer neu gegründeten Tochter erobert werden. Trotz internationaler Expansion soll sich aber eines auch in Zukunft nicht ändern: Firmensitz bleibt Pfaffenschlag im Waldviertel. Dazu gab es vor zwei Jahren ein klares Votum der Aktionäre.

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