von Sissi Eigruber | 29.11.2009 | 17:35
Rumänischer Wein aus österreichischer Hand
Der Tiroler Jakob Kripp und seine Frau Baronin Ileana Kripp setzen in ihrem rumänischen Weingut Prince Stirbey in der Region Dragasani auf Qualität statt Quantität.
Weingut Stirbey in Rumänien
Bukarest. Rumänischer Wein hat es in Westeuropa imagemäßig nicht leicht. Der Tiroler Jakob Kripp und seine Frau Baronin Ileana Kripp wollen das ändern und setzen in ihrem rumänischen Weingut Prince Stirbey in der Region Dragasani auf Qualität statt Quantität.
Die rumänische Fürstenfamilie Stirbey, urkundlich erstmals im 15. Jahrhundert nachweisbar, aus der Walachei in Südrumänien stammend, prägte über viele Generationen die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes. „Dementsprechend bekannt ist der Name Stirbey in Rumänien", sagt Jakob Kripp im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt. Das Weingut Stirbey wurde unter der Herrschaft der Kommunisten 1949 enteignet und als Staatsbetrieb weitergeführt. Baronin Ileana Kripp erreichte als Enkelin von Prinzessin Maria Stirbey im Jahr 2001 eine Restitution des Weingutes - mit tatkräftiger Unterstützung der Fähigkeiten ihres Mannes, der früher als Jurist bei der Erste Bank tätig war.
Nach umfangreichen Investitionen und Erneuerungen der veralteten Anlagen produziert das Weingut Prince Stirbey auf 25 Hektar Weinbergen heute 80.000 bis 100.000 Flaschen Wein pro Jahr. „Wir verkaufen in Westeuropa ausschließlich an den Fachhandel, in Rumänien auch an die Gastronomie und ab Hof. Die Preise für den Endverbraucher liegen zwischen sieben und 15 € pro Flasche", so Kripp.
Exporte auch nach Österreich
Rund zwei Drittel der Produktion werden im Inland verkauft, der Rest geht nach Westeuropa, vor allem nach Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich und Belgien. In Rumänien gibt es für den Qualitätswein laut Kripp kaum Konkurrenz. „Hier gibt es vor allem große Industrieproduktionen, die Millionen von Weinflaschen herstellen", so der Winzer. Trotz Krisenjahr sei die Nachfrage heuer ungebrochen gut gewesen, und das wird laut Einschätzung von Kripp auch nächstes Jahr so weitergehen. (sei)
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