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Dialog-backdrop Rumänien: Stillstand kostet Land InvestitionenIn einem Memorandum kritisiert der österreichische Holzindustrielle Gerald Schweighofer die Investitionsbedingungen in Rumänien. FactsDie Kritikpunkte im Memorandum:Fehlnde Servicebereitschaft und Sachkenntnis der nationalen Behörden
Bürokratie ist ineffizient und entspricht nicht dem EU-Standard Keine konkrete EU-Förderrichtliche für Industrie Keine effektive nationale Förderpolitik Über ein neues Forstgesetz wird seit langem diskutiert, das hemmt die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes Verkehrsinfrastruktur nicht konkurrenzfähig Bukarest, Wien. Holzindustrie Schweighofer kritisiert die Investitionsbedingungen in Rumänien. Wie das WirtschaftsBlatt in der Print-Ausgabe vom Dienstag berichtet, hat das Unternehmen die Kritikpunkte in einem Memorandum zusammengefasst. Dieses wurde der rumänischen Regierung anlässlich des Besuchs von Bundeskanzler Gusenbauer, der mit einer Wirtschaftsdelegation in Rumänien war, vor knapp zwei Wochen übergeben. Schweighofer gehört zu den grössten ausländischen Investoren in Rumänien. Bis dato hat das Unternehmen 260 Millionen € unter anderem in zwei Sägewerke investiert und über Tausend Arbeitsplätze geschaffen. Regierung lähmt Investagentur Einer der Kritikpunkte betrifft die mangelende Servicebereitschaft der nationalen Behörden. Zum Beispiel die Investitionsagentur Arisinvest. "Früher unter der sozialdemokratischen Regierung hat die Zusammenarbeit gut funktioniert", so eine Sprecherin von Schweighofer gegenüber dem WirtschaftsBlatt. "Wir haben schnelle und starke Antworten auf unsere Anfragen bekommen." Seit zwei, drei Jahren sei es damit vorbei. Man merke, Arisinvest habe keine Unterstützung von der Regierung mehr. Das Personal dort sei ausgewechselt worden, es gebe kaum fachlich geeignetes Personal. "Das hat zum Stillstand geführt." Vor Weihnachten habe Schweighofer ein konkretes Projekt vorgelegt, mit der Bitte um Vorschläge zur Unterstützung. "Nach Wochen kam die einzige Antwort: Sie bekommen einen Termin beim Ministerium". Darüber sei man prinzipiell erfreut, insgesamt sei die Antwort mager und wenig konkret. Rumänien säumig bei EU-Förderungen Ein weiterer Kritikpunkt des Memorandums, das dem WirtschaftsBlatt exklusiv vorliegt, betrifft die Förderungen aus EU-Strukturfonds. "Bis jetzt hat es Rumänien nicht geschafft, Aufrufe für Projekte in Energie und Infrastruktur zu machen." Seit März gebe es Aufrufe, für Mikrounternehmen im Agrarbereich. Und bei den nationalen Förderungen werde Schweighofer seit 2006 vertröstet, dass es ein neues Gesetz geben werde, das festlege, für welche Investitionen es wie viel an Förderungen gebe. Dennoch investiert Schweighofer habe seine Investitionen dennoch durchgezogen. "Wir können nicht warten. Ein Sägewerk kann nicht stellstehen." Wie viel jedoch an Förderungen dem Unternehmen durch die Lappen gegangen sind, kann die Sprecherin nicht sagen. "Das wäre Kaffeesudlesen, weil ja immer noch nicht feststeht, wie viel Prozent eines Projekts gefördert werden." Dem Land seien jedenfalls Investitionen abhanden gekommen, davon sei Schweighofer überzeugt. Einer der grössten Investoren Schweighofer betreibt zwei Sägewerke, eines in Sebes und eines in Radauti. Letzteres werde offiziell im Frühjahr seine volle Produktion aufnehmen. An beiden Standorten hat das Unternehmen Kraftwerke für die Wärme- und Stromproduktion aus erneuerbarer Energie errichtet. Und in Radauti ein 4-Stern-Hotel um sechs Millionen € errichtet. Zu den bisher geschaffenen Tausend Arbeitsplätzen könnten nochmals 400 dazukommen. Milliardenschwere Wirtschaftsdelegation Holzindustrie Schweighofer war Teil einer milliardenschweren Wirtschaftsdelegation, die Bundeskanzler Gusenbauer bei seinem Besuch in Rumänien vor knapp zwei Wochen begleitet hat. Der Delegation gehörten auch Fritz Egger GmbH, Alpine Bau, Salinen Austria, Wiener Städtische, Strabag, Voest und die Österreichische Staatsdruckerei an. Probleme der Österreicher Holzindustrie Schweighofer ist nicht das einzige Unternehmen, dass die derzeitigen Bedingungen in Rumänien kritisiert. Wie das WirtschaftsBlatt berichtete, wurden bei dem Besuch auch Probleme der österreichischen Unternehmen besprochen - mangelnde Infrastruktur und Korruption. Rumäniens Premier Tariceanu bot den Österreichern an, sich im Fall von Korruption jederzeit direkt an ihn zu wenden. So etwa war Alpine Bau vor einem Jahr bei der Errichtung der Autobahn nördlich von Bukarest nicht zum Zug gekommen, obwohl ein rumänischer konkurrent mit 32 Millionen € doppelt so teuer war, bestätigte Firmenboss Dietman Aluta. Stefan Maix, Vorstand der Salinen Austria, wartet seit vier Jahren auf den Zuschlag in Rumänien. Mit den Gewerkschaften sei schon alles ausverhandelt, so Maix, die Salinen wollen 80 Millionen € investieren. Der Kauf der Salrom wäre eine "perfekte Ergänzung". mehr Osteuropa…
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