von Tamara Depolo | 22.07.2008 | 20:31
"Bloß kein langer Prozess"
Wolfgang Petritsch, österreichischer Diplomat und früherer Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina, sieht in der Verhaftung von Radovan Karadzic eine wichtige Veränderung und eine Chance insbesondere für den serbischen Bevölkerungsteil, sich von der Vergangenheit abzusetzen.
Paris. "Es wäre notwendig, dass sich die Führung der Republika Srpska deutlich von den Verbrechen der serbischen Kriegsführer distanziert." Dazu gehöre, zu überlegen, ob für die Benennung der Teilrepublik ein neutralerer Name statt "Serbisch" gefunden werden kann.
"Es soll diesmal nur nicht der Fehler gemacht werden, dass der Prozess zu lange dauert, wie bei Milosevic. Man sollte sich auf die Hauptanklagepunkte konzentrieren: Das Massaker in Srebrenica, die Bombardierung von Sarajevo und die politische Strategie der Vertreibung", fordert Petritsch im WirtschaftsBlatt-Gespräch.
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