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Kreditschulden in Russland steigen

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von André Ballin | 03.08.2009 | 17:58

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Kreditschulden in Russland steigen

Immer mehr Schuldner in Russland können ihre Kredite nicht rechtzeitig zurückzahlen. Unter Druck stehen Autoindustrie, Metallurgie, Retailsektor und Holzbranche.

EPA

Moskau. Nach Angaben der Zentralbank haben russische Banken derzeit etwa 19,3 Billionen Rubel (440 Milliarden €) Kredit an Unternehmen und Bürger vergeben. Doch immer mehr Kredite werden nicht rechtzeitig zurückgezahlt. Der Anteil der Verspätungen oder Ausfälle ist bei den korporativen Krediten auf 4,5 Prozent gestiegen.
„Angesichts der Wirtschaftskrise war eine solche Dynamik bei den faulen Krediten zu erwarten", sagte Analyst Anton Strutschinewski von Troika Dialog dem WirtschaftsBlatt. Die Lage sei für die russische Wirtschaft insgesamt „nicht fatal", beruhigt er. Aber in einigen Branchen sei die Entwicklung „Besorgnis erregend".
Zu den Sorgenkindern gehört in erster Linie die Automobilindustrie: Der Motor stottert gewaltig und genauso gewaltig sind damit die Probleme der Autobauer beim Abstottern der Kredite.

Ausgebremst

Auf 9,5 Prozent haben sich die Kreditschulden der russischen Autobauer zum 1. Juni 2009 (neuere Zahlen hat die Zentralbank noch nicht) addiert. Das ist deutlich über dem Durchschnitt. Erschreckend ist auch das Tempo, mit dem die Schulden steigen: Innerhalb von zwei Monaten haben die Ausfälle bei den Ratenzahlungen um über 60 Prozent zugenommen.
Dank des Verhandlungsgeschicks von Oleg Deripaska dürfte sich die Schuldenlage im Sommer zumindest optisch aufhellen. Deripaska hat eine Stundung der Schulden für die Gaz-Gruppe (rund eine Milliarde €) erwirkt, sodass diese Kredite vorläufig nicht als überfällig zählen.

Doch die Situation bleibt kritisch: Ein halbes Dutzend Autoproduzenten, darunter auch der russlandweit größte Fahrzeughersteller AvtoVaz, ist wegen Absatzstaus in den erzwungenen Sommerferien. Wenn die Verkaufszahlen nicht anspringen, wird es schwer, aus den Schulden zu kommen. Der Automobilsektor sei „wie ein schwarzes Loch", bekennt Strutschinewski, alles Geld, was der Staat hineingepumpt hat, ist ohne sichtbare Wirkung verschwunden.

Problematisch ist die Situation auch für die Bereiche Metallurgie, Holz, Bau und Retail. Vor der Krise haben sich Retailer und Bauunternehmer eifrig mit Krediten versorgt, um aggressiv zu expandieren. Doch die Geschäfte laufen nicht, die Schulden wachsen schnell. Die niedrigen Preise für Holz und Metalle treiben Firmen aus diesen Branchen in die Schuldenfalle.
Noch gibt es Hoffnung. Im Herbst werden die Banken wieder mehr Kredite vergeben. Damit können zumindest kurzfristige Engpässe überbrückt werden. Die Strukturprobleme müssen die Krisenbranchen selbst lösen.

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1 Kommentar

Ihr Der-Osten-ist-super-Jubelkommentar, Manni?

Von Gast: Gast: Alexander Barti am 04.08.2009 um 09:12

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