von Tamara Depolo | 16.09.2009 | 10:14
Strabag findet keine Kreditgeber für Bosnien-Deal
Der Baukonzern ist mit Bankgarantien für die erste von fünf Autobahnstrecken säumig
Wien/Banja Luka. Der österreichische Baukonzern Strabag soll Schwierigkeiten haben, Kreditgeber für sein PPP-Autobahnprojekt in Bosnien-Herzegowina aufzutreiben. Dies soll Strabag selbst gegenüber dem Auftraggeber, der Regierung der Republika Srpska, nun zugegeben haben. Verkehrsminister Nedjeljko Cubrilovic sagt, dass Strabag einen Brief geschickt habe, in dem die Rede davon ist, dass Banken abgesprungen sind, die Strabag jedoch "auf anderem Wege" die Projektfinanzierung aufstellen will.
EBRD stieg aus
Laut einem Abkommen vom November soll Strabag mehrere Autobahnstrecken im serbischen Landesteil Bosniens (Republika Srpska) bauen, insgesamt geht es um fast 400 Kilometer und drei Milliarden €, bei einer Konzessionsdauer von 30 Jahren. Das ist der größte Auftrag der Strabag bis dato in Südosteuropa. Die erste Teilstrecke, die gebaut werden soll, ist jene von Banja Luka bis Doboj - 72 Kilometer um knapp 500 Millionen €. Die Regierung der Republika Srpska will, dass im Herbst die Vorarbeiten beginnen, und der Bau nach der Winterpause losgeht.
Damit der Austro-Konzern mit Vorarbeiten beauftragt werden kann, muss er die erforderlichen Bankgarantien aufstellen - damit gibt es nun offenbar Probleme. Dem Vernehmen nach ist auch die EBRD als Financier ausgestiegen - aus formalen Gründen. Die Strabag hat gestern trotz wiederholten Anfragen kein Statement hierzu gegeben. Auch von der EBRD war bis Redaktionsschluss kein Kommentar zu bekommen.
Die Regierung der serbischen Teilrepublik räumt ein, dass man regelmäßig mit der Strabag spricht. Die Geduld dürfte aber schon strapaziert sein, Verkehrsminister Cubrilovic meint, man wolle der Strabag keine weiteren Risiken abnehmen. Bis dato will die Regierung den Ankauf der erforderlichen Grundstücke finanziert haben.
500 Millionen €
Die Teilstrecke Banja Luka-Doboj verspricht laut Strabag eine solide Nutzungsfrequenz. Die Strecke wird als erste von fünf gebaut, sie kostet knapp 500 Millionen €. Zu dem Zweck haben Strabag und staatliche Straßenerhalter ein Joint Venture gegründet, an dem Strabag 90 Prozent hält. Die künftigen Gewinne aus dem Autobahnbetrieb, sofern sie eintreten, werden 50:50 geteilt.
2 Kommentare
Autobahnbau in Südosteuropa
Ich bin der Ansicht, dass es sich natürlich lohnen wird ein solches Projekt im südosten Europas zu starten. Ob die Regierung in Bosnien-Herzegowina korrupt ist oder nicht ist dabei nicht essenziell, denn Sie ist sicherlich nicht die Einzige. Vielmehr geht es um einen Mega-Deal, welcher neue Arbeitsplätze bringen wird was für uns in Österreich sowie im Entwicklungsland gut zu bewerten ist. Die Region des West-Balkan auf der anderen Seite weiter entwickelt werden um den Menschen ein besseres Leben bieten zu können. In Sachen Wirtschaft, Investitionen und somit Migrationswellen zu vermeiden ist es gut ein solches Projekt zu unterstützen und im Endeffekt durch zu führen.
Von Gast: Gast: International Development am 23.09.2009 um 00:50
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kommentar
guten tag,
ich glaube nicht ,dass sich 400 KM für strabag lohnen,natürlich sind die banken nicht blöd um das geld ,vor allem jetzt einfach so aus dem fenster zu schmeissen.
abgesehen davon ist die regierung in der republika srpska sehr korrupt und kriminell.
danke
Von Gast: Gast: floh am 20.09.2009 um 14:11
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