von Andre Ballin | 28.09.2009 | 08:24
Deripaska wehrt Piraten ab
Oleg Deripaska
Moskau. Als "Form der Piraterie" hat Oleg Deripaska die Attacke der Alfa-Bank gegen zwei Tochterfirmen von Rusal kritisiert. Die Alfa-Bank von Milliardär Michail Fridman hat Bankrottklage gegen die beiden Unternehmen eingereicht, um Deripaska zum Zahlen seiner Schulden zu zwingen.
Die Verhandlungen über die Umstrukturierung der Rusal- Schulden sind kompliziert; immerhin hat der Aluminiumgigant rund 20 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten. Nur ein kleiner Teil der Schulden (100 Millionen Dollar) entfällt auf die Alfa-Bank, trotzdem ist sie der unangenehmste Gläubiger. Schon im Frühjahr hatte Fridman gegen Deripaska geklagt. Ging es da um Baufirmen, zielt er nun auf das "Kronjuwel" Rusal. Die Bankrottklage stört die Verhandlungen mit den übrigen Kreditoren. Deripaska hat daher nachgegeben und die 86 Millionen Dollar Schulden sofort bezahlt.
Oligarchenkrieg
Doch damit ist der Streit nicht beendet. Insgesamt schuldet Deripaska der Alfa-Bank 700 bis 800 Millionen Dollar. Alfa stimmt einer Stundung einzelner Kredite erst zu, wenn es eine Lösung für das Gesamtpaket gibt. Zudem hat die Alfa-Bank gedroht, Schuldscheine anderer Gläubiger aufzukaufen, um ihre "Position zu stärken". Weitere Klagen liegen in der Luft.
Das Verhalten sei "destabilisierend", Fridman provoziere den Bankrott von Rusal, nur um Sonderkonditionen zu erhalten, klagt Deripaska.
Tatsächlich scheint es ein gutes Geschäft für die Alfa- Bank zu sein, fremde Schulden aufzukaufen, um dann vor Gericht ihre Forderungen durchzusetzen. Bislang konnte sich Fridman dabei auf seine Juristen verlassen.
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