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Ende der Wechselstuben in Russland?

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von Andre Ballin | 08.02.2010 | 10:17

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Ende der Wechselstuben in Russland?

Die häufigen Betrügereien sind einer der Gründe warum die russische Zentralbank die Wechselstuben schließen will.

bloomberg

In russischen Wechselstuben sin die Kurse günstig, aber trotzdem ist beim Wechseln Vorsicht geboten.

Moskau. Voller Wut schlägt eine Frau gegen die eiserne Tür der Wechselstube: "Sie haben mich soeben um 1000 Rubel (knapp 24 €) betrogen", schreit sie den Kassier an, als er sie einlässt. Der bleibt kühl. "Ich habe Ihnen doch die Summe vorgezählt", sagt er. Die fehlenden 1000 Rubel liegen in einer tiefen eisernen Schublade, in der die Dollar, Euro und Rubel zwischen Kassierer und Kunden hin- und hergeschoben werden. Sie sind am klebrigen Boden hängen geblieben, außerhalb des Sicht - feldes der Kundin - ein beliebter Trick, um Tauschwillige in Russland zu betrügen.

Die häufigen Betrügereien seien einer der Gründe, warum die Wechselstuben abgeschafft werden müssten, erklärt Michail Suchow, Abteilungsleiter für Lizenzvergabe bei der russischen Zentralbank. Zudem würden Banken, die sich allein auf Wechselgeschäfte spezialisierten, normalen Banken das Leben erschweren.

Günstige Kurse

Auch wenn nach Angaben der Zentralbank Russen die Dienste von Valutahändlern längst nicht mehr so aktiv in Anspruch nehmen wie noch in den 90er-Jahren, als sich viele aus Angst vor der Rubel- Entwertung ihr Geld in Dollar auszahlen ließen. Auch heute noch herrscht oft reger Betrieb in den Wechselstuben.

Denn trotz schlechtem Ruf bieten die Wechselstuben in Moskau in der Regel einen wesentlich günstigeren Kurs an als die normalen Geschäftsbanken.

Insofern macht sich die Zentralbank mit der Forderung nach Abschaffung der Wechselstuben auch zum offenen Interessenvertreter eben jener Großbanken. Denn das Spiel mit den Wechselkursen verspricht ein dickes Geschäft - nicht nur an der Börse.

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