Frankenkredite: Erste und RBI sehen Ungarn-Probleme planiert
Franken-Kredite. Die Frist für die Anmeldung bzw. Inanspruchnahme der von Budapest geforderten Umtauschmöglichkeit von Fremdwährungs- in Forint-Kredite für Privathaushalte ist abgelaufen, heimische Banken halten die gebildeten Rückstellungen für ausreichend.
Künftig soll der Forint bei ungarischen Privatkrediten regieren
Österreichs Banken dürften weitere böse Überraschungen durch das Kreditprogramm für Ungarn erspart bleiben. Dort können Privatleute ihre Fremdwährungskredite zu günstigeren Wechselkursen zurückzahlen - die Verluste müssen größtenteils die Banken tragen. Den beiden größten österreichischen Instituten Erste Group und Raiffeisen reichen die bereits gebildeten Rückstellungen nach eigenen Angaben, um die Belastungen zu bewältigen.
Am Dienstag war eine Frist abgelaufen, bis zu der ungarische Kunden nachweisen mussten, dass sie finanziell in der Lage sind, an dem Umtauschprogramm teilzunehmen. Ihr Interesse mussten sie bereits bis Ende 2011 melden. Die Erste hatte dafür im Herbst Vorsorgen über 200 Millionen Euro getroffen. "Aus heutiger Sicht werden wir uns in dem Rahmen bewegen", sagte ein Sprecher am Mittwoch. Für ihre Berechnungen hatte die Erste angekommen, dass 20 Prozent der Kunden ihre Kredite zu für sie 25 Prozent günstigeren Wechselkursen zurückzahlen.
Der Chef der Raiffeisen Bank International, Herbert Stepic, hatte vergangene Woche angekündigt, sein Institut rechne mit einem Schaden von 55 bis 60 Millionen Euro - weniger als ursprünglich erwartet.
Mit dem Ablauf der Nachweispflicht am Dienstag bekommen die Banken Aufschluss darüber, wie viele Kunden sich tatsächlich an der von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban initiierten Aktion beteiligen. Viele von ihnen müssen dafür wohl wieder einen Kredit aufnehmen - diesmal aber in der Landeswährung Forint. Mit dem Darlehen können sie dann einen Teil ihrer Franken- oder Euroschulden begleichen. Auf den restlichen Schulden bleiben die Banken sitzen. Hintergrund ist der Wertverfall des ungarischen Forint durch die Wirtschaftskrise. Dadurch können viele Ungarn ihre Franken- und Eurokredite nicht mehr zurückzahlen, die sie vor der Krise aufgenommen hatten.
Die UniCredit-Tochter Bank Austria wollte sich zunächst nicht dazu äußern. Zuletzt hatte die Bank erklärt, sie sei weniger stark von dem Schuldenerlass betroffen als die Konkurrenz.
(Reuters/ekh)
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