von Andre Ballin | 09.02.2011 | 17:52
Korruption in Moskau schlägt alle Rekorde
Wer in der russischen Hauptstadt ungehindert Geschäfte machen will, bezahlt. Und zwar überdurchschnittlich viel.
Bestechung in Moskau ist russlandweit am teuersten
Moskau. Bestechen in Moskau ist teuer und alltäglich: Laut dem amtierenden Moskauer Chef der Ermittlungsbehörden Wadim Jakowenko liegt die durchschnittliche Bestechungssumme in Moskau bei 600.000 Rubel (15.000 €) - zumindest laut den Fällen, die aufgeflogen sind. Das ist 20-mal mehr als im landesweiten Vergleich.
Zugleich geht aus einer Umfrage des Klein- und Mittelstandsverbands „Opora" hervor, dass 68 Prozent der in Moskau tätigen KMU Bestechungsgelder an Beamte zahlen, um ihr Geschäft unbehelligt führen zu können oder Entscheidungen in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Die Summe sei vergleichbar mit eigenen Untersuchungsergebnissen, bestätigt der stellvertretende Leiter von Transparency International Iwan Ninenko. „Dass Jakowenko so eine hohe Zahl nennt, ist erstaunlich und erfreulich, denn es zeigt, dass inzwischen auch größere Fische ins Netz gehen", sagte er dem WirtschaftsBlatt. Möglicherweise handle es sich aber auch um eine Abrechnung mit dem System Luschkow, schränkt er ein.
Die Korruption ist in Russland ein weit verbreitetes Phänomen. Nach Angaben von Ninenko ist die Alltagskorruption bei der Verkehrspolizei in Russland am höchsten. Viele Patrouillen kassieren Verkehrssünder gleich persönlich ab, statt Strafzettel auszustellen. Den höchsten Tarif bei den Bestechungsgeldern nimmt aber der russische Zoll.
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