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Kroatien: Viele Gäste aber zu wenig Umsatz

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von Marijana Miljkovic | 10.08.2011 | 18:38

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Kroatien: Viele Gäste aber zu wenig Umsatz

Laut einer Studie schöpfen die kroatischen Regionen ihre Potenziale nicht voll aus. Die Effizienz-Sieger sind Istrien und Zagreb. Die Hauptstadt wird zur Marke.

EPA

Fast sieben Millionen Touristen besuchten Kroatien von Jänner bis Juli. Ein neuer Rekord wird erwartet.

Facts

Zahl
6,8 Millionen Gäste kamen in den ersten sieben Monaten 2011 nach Kroatien, wobei allein im Juli drei Millionen Urlauber anreisten. Zagreb und die Gespanschaft Split verzeichneten die meisten Gästezuwächse im Juli, zehn und 7,8 Prozent, wobei Istrien mit 740.000 die meisten Touristen unterbrachte. Laut dem World Travel and Tourism Council (WTTC) hat der Tourismus und damit verbundene Sektoren 27,6 Prozent Anteil am BIP, wobei dieser Anteil bis 2021 noch um 4,3 Prozent steigen soll. (mil)

Zagreb/Split. Nach dem Feiern kommt meistens das große Jammern, so auch im kroatischen Tourismus. Die Touristiker jubeln derzeit über mehr Gäste und Übernachtungen, die Gespanschaften (Bundesländer) an der Küste vermelden neue Rekorde. Die heurige Saison, darüber sind sich alle in dem Segment tätigen einig, wird eine gute.
Doch Rekorde sind nicht gleich Effizienz, mahnt nun das Ökonomische Institut in Zagreb. Denn vergleicht man die Ressourcen im Tourismus mit den Einnahmen, ist die Stadt Zagreb effizienter als die Gespanschaft Split-Dalmatien, die am meisten besuchte Region Kroatiens.

In dem Untersuchungszeitraum von 2004 und 2008 erwies sich Istrien im Schnitt als jene Region, die am besten von ihrem Tourismus profitiert. In Istrien wird ein Drittel des gesamten Umsatzes im Tourismus erwirtschaftet.

Nur das Geld zählt

Die Statistik setzte den Erfolg im Tourismus mit der Anzahl der Ankünfte und der Nächtigungen gleich, merkt die Studie an. Doch um den Erfolg zu messen, müsse man andere Faktoren berücksichtigen, wie etwa Konsum außerhalb der Unterkünfte, Attraktivität des Urlaubsortes, die Analyse der soziodemografischen Merkmale der Touristen und andere. Für die Untersuchung wurden ebendiese anderen Daten mittels Rechenmodellen verglichen.
Trotz des verblüffenden Ergebnisses für Split, ist es vielleicht beruhigend, dass 60 Prozent der 21 Gespanschaften doch effizienten Tourismus betreibt, sprich, auch Geld herausbekommt.

Schlechter schneiden Gespanschaften im Landesinneren ab, die Studienautorinnen ratrn deshalb zu Kapazitäten- und Personalabbau.
„Es überrascht nicht, dass Istrien sehr effizient ist, während Split es nicht ist", kommentiert Vladimir Preveden vom Consulter Roland Berger. „Istrien ist durch seine Erreichbarkeit per Auto und das Hinterland im Inneren der Halbinsel touristisch deutlich entwickelter als Dalmatien." Split hingegen werde als Industrie- und Hafenstadt gesehen und daher touristisch nicht entwickelt. Die zur Gespanschaft zählenden Inseln, Hvar etwa, können ihr touristisches Kapital wegen mangelnder Budgets, Infrastruktur oder fehlender Synergien nicht ausschöpfen. Zagreb attestiert Preveden viel mehr Potenzial.

Marke Zagreb

Dass die Stadt mehr bieten kann, hat Zagreb offenbar erkannt. Unlängst wurde das Beratungsunternehmen Horwath HTL Zagreb beauftragt, die Hauptstadt touristisch zu „branden". Mit der neuen Marke Zagreb soll mehr Geld in die Tourismuskassa der Stadt gespült werden.

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