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Dialog-backdrop Russland verfolgt eigene Interessen in SyrienRüstungsindustrie. Zu Syrien legt Moskau eine eigene Haltung an den Tag. Wird sich die Uno einig, dürfte Russland einen weiteren Markt für seine Rüstungsexporte verlieren. Moskau/Stockholm. Trotz international schwindender Unterstützung kann das Regime in Damaskus nach wie vor auf einen Verbündeten zählen: Russland hat erneut das Zustandekommen einer UN-Resolution zu Syrien im Sicherheitsrat verhindert (siehe Artikel unten). Mit ein Grund für die ablehnende Haltung Moskaus, speziell gegenüber der Verhängung eines Waffenembargos, dürften auch handfeste wirtschaftliche Interessen sein. Einerseits zählt Syrien seit Langem zu den Kunden der russischen Rüstungsindustrie. Andererseits liegt im syrischen Hafen Tartus die einzige russische Militärbasis außerhalb der ehemaligen Sowjetunion. Auf vier bis fünf Milliarden US-$ schätzt das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) das Volumen der Lieferverträge zwischen den beiden Ländern. Davon sind Verträge in der Höhe von 1,5 Milliarden US-$ bereits unterzeichnet; weitere 3,5 Milliarden US-$ werden noch verhandelt, schätzt das SIPRI. Bezogen hat Syrien in den vergangenen vier Jahren unter anderem Luftabwehrsysteme sowie Abwehrsysteme, die gegen Schiffe eingesetzt werden können. Größte offene Bestellung sind 24 MIG-29 SMT-Kampfflugzeuge. Zuletzt wurde berichtet, dass Syrien einen Vertrag über die Lieferung von 36 Yak-130-Kampfflugzeugen zum Preis von 550 Millionen US-$ unterzeichnet hat. Keine Offenlegung Weder Syrien noch Russland legen jedoch den vollen Umfang des Rüstungshandels offen: "Wir wissen zum Beispiel nicht, ob Russland auch Kleinwaffen und Munition geliefert hat, wie sie gegen die Rebellen eingesetzt werden", so Pieter Wezeman vom SIPRI in Stockholm. So gibt es Berichte, dass Russland in den vergangenen Jahren den Auftrag erhalten hat, 1000 syrische T-72-Panzer zu modernisieren. Diese seien in Videoaufnahmen von Militäraktionen gegen Rebellen zu sehen, so Wezeman. Russland ist mit einem Anteil von 64 Prozent der wichtigste Waffenlieferant Syriens (siehe Grafik); ein Anteil von rund 1,5 Prozent an den russischen Waffenexporten zwischen 2006 und 2010. Hauptabnehmer russischer Waffenexporte ist Indien, das in den vergangenen Jahren China abgelöst hat. "Im Vergleich ist der prozentuale Anteil des syrischen Marktes nicht besonders hoch", so Wezeman. Doch nach dem Iran und Libyen, wo Russland der Verhängung eines Waffenembargos zugestimmt hat, wolle Moskau wohl nicht erneut einen Exportmarkt verlieren, so Wezeman weiter. Auf rund 790 Millionen US-$ schätzt der russische Raketenbauer TRV seine Verluste durch den libyschen Bürgerkrieg. Gegenüber Syrien habe man alle Verpflichtungen erfüllt, teilte das Unternehmen diese Woche mit. Eine künftige Zusammenarbeit werde von der Entwicklung im Land abhängen. mehr Osteuropa…
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