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Ungarische Fluglinie Malev stellt ihren Flugbetrieb ein

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von Reuters/semp | 03.02.2012 | 13:50

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Ungarische Fluglinie Malev stellt ihren Flugbetrieb ein

Ungarn/Luftfahrt. Die ungarische Airline Malev steht vor dem Aus. Seit dem Freitagmorgen heben keine Flugzeuge mehr ab.

EPA

Budapest mit der Malev - das geht derzeit nicht

Budapest. Die angeschlagene ungarische Fluggesellschaft Malev hat ihren Betrieb eingestellt. Seit Freitagmorgen hebe keine Maschine mehr ab, teilte die Airline mit. Die Liquiditätslage sei untragbar geworden. Zulieferer hätten das Vertrauen verloren und verlangten umgehende Zahlungen, während die Regierung keine Kapitalspritzen mehr zur Verfügung stellen könne.

In den vergangenen Tagen war das Unternehmen unter Gläubigerschutz gestellt worden, ein staatlicher Insolvenzverwalter wurde bestellt. Anfang des Monats hatte die EU-Kommission die Fluggesellschaft dazu aufgefordert, illegale Staatsbeihilfen zurückzuzahlen. Es geht dabei um Subventionen in Millionenhöhe, die zwischen 2007 und 2010 geleistet wurden.

Gläubigerschutz

Ohne weitere Kapitalspritzen des Staates zog sich die Schlinge nun um Malev immer enger. In den vergangenen Tagen war das Unternehmen unter Gläubigerschutz gestellt worden und hatte einen Insolvenzverwalter an die Seite bekommen. Zuletzt hätten Geschäftspartner das Vertrauen verloren und Vorauszahlungen verlangt, erklärte Malev den akuten Finanzengpass. 
   
Das hoch verschuldete und am Rande einer Rezession stehende Ungarn liegt mit der Europäischen Union (EU) derzeit im Dauerkonflikt: Die EU will dem Land den Geldhahn zudrehen, weil die Finanzminister und die Kommission der Gemeinschaft in Budapest keine ausreichenden Anstrengungen für die Haushaltssanierung erkennen können. Wegen umstrittener Medien-, Justiz- und Zentralbankgesetze hat die EU zudem drei Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn eingeleitet.

Festgehaltene Flieger

Bei Malev überschlugen sich zuletzt die Ereignisse. Wegen ausstehender Zahlungen würden zwei Malev-Maschinen im Ausland festgehalten, teilte die Fluggesellschaft mit, und zwar in Israel und Irland. Um weitere Verluste zu verhindern, blieben die übrigen Flugzeuge nun am Boden.

Malev hat eine Flotte aus 22 Leasing-Maschinen. Für die  Gesellschaft mit rund 2600 Mitarbeitern kommt das Aus nach 66 Jahren praktisch kontinuierlicher Arbeit in dem einst kommunistisch regierten Land, das inzwischen zur EU gehört. Nach gescheiterten Privatisierungsversuchen hat die Regierung in Budapest 2010 das Unternehmen bis auf fünf Prozent wieder ganz übernommen. 

 Malev sorgt jährlich für rund 40 Prozent des Verkehrsaufkommens am Budapester Flughafen.

 

 

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