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Dialog-backdrop "Die Wirtschaftskrise könnte noch vier Jahre dauern"Die Wirtschaftskrise hinterlässt ein pechschwarzes Bild, die Politik will mit Milliarden einspringen. Und eines ist klar: Irgendwer muss die Zeche für die bisherigen Fehler bezahlen. Davos. Die schlechte Nachricht: Die Wirtschaftskrise hat erst begonnen. Die Anzahl derer, die zumindest auf Grund des Basiseffektes 2010 wieder mit einem Plus bei der globalen Wirtschaftsleistung rechnen, war beim Weltwirtschafts-Forum in Davos eher gering - wobei nicht die Wirtschaftskapitäne, sondern vor allem Politker Durchhalteparolen gegen die Wirtschaftskrise von sich gaben. Ein pechschwarzes Bild malte Bill Gates. Der Microsoft- Gründer, der in Davos für seine wohltätige Arbeit warb, sieht einen längeren Abschwung. "Die globale Wirtschaftskrise könnte noch bis zu vier Jahre dauern", sagte er BBC am Rande des Forums. Von der Wirtschaftskrise scheinbar unbetroffen könnte er 2008 Waren Buffett und Carlos Slim überholt und den Spitzenplatz der Forbes-Milliardärsliste zurückerobert haben: Laut Gates hat seine Stiftung in der Wirtschaftskrise bloß 20 Prozent verloren. Oleg Deripaska sitzt auf erheblicher höheren Miesen. Daher malt der Oligarch ein noch düstereres Bild, zumindest was sein Kerngeschäft, die Aluminiumindustrie, betrifft. Der bis vor der Wirtschaftskrise reichste Russe rechnet damit, dass der Preis für Aluminium bis 2016 im Schnitt nicht mehr als 1600 Dollar je Tonne betragen wird. Das wäre kaum mehr als der aktuelle "Wirtschaftskrise - Preis". Wirtschaftskrise verursacht weitere ProblemeDie Hauptsorge der meisten Wirtschaftsexperten ist, dass die Wirtschaftskrise und der damit verbundene Abschwung der Realwirtschaft weitere Probleme nach sich ziehen könnte. Vor allem die Idee der "Bad Banks" wurde daher von vielen Forumsteilnehmern schwerstens kritisiert: Anstatt Liquidität für die Realwirtschaft bereit zu stellen, würde man damit bloß den "Giftmüll" der Finanzwirtschaft mit Steuergeldern erwerben "Damit tauscht man Cash gegen Trash", sagte Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. "Dem schlechten Geld wirft man also gutes nach und der Steuerzahler bezahlt für die jahrelange übertrieben lockere Kreditpolitik der Banken." Dem widersprach Mexikos Ex-Finanzminister Angel Gurria, Generalsekretär der OECD: "Sicher bringt das moralisch- ethische Probeme, aber irgendwer muß die durch die Wirtschaftskrise generierten Verluste tragen", sagte er. "Wir müssen der Wirtschaft einen wichtigen Impuls geben." Milliardenprojekte gegen Wirtschaftskrise?Die Politiker machen den Geldhahn nicht nur für Banken auf. So will jetzt auch Saudi- Arabien in Zeiten der Wirtschaftskrise Geld in Infrastrukturprojekte stecken - nämlich 400 Milliarden Dollar über fünf Jahre. Japans Premier Taro Aso versprach 17 Milliarden Dollar an Finanzhilfe für die ärmeren Länder Asiens. Japan werde zudem für den IWF 100 Milliaren Dollar bereitstellen, die den von der Wirtschaftskrise ebenfalls hart getroffenen Entwicklungsländern zugutekommen sollen. Und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel schlug die Gründung eines UNO-Weltwirtschaftsrates ähnlich dem Weltsicherheitsrat vor - das wäre immerhin eine Maßnahme, die keine Milliarden kostet. Das Dossier. Alle Artikel zum Thema auf wirtschaftsblatt.at/davos mehr People…
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