von Oliver Bayer | 04.06.2008 | 10:40
Schönheitswahn: Neues "Wundermittel" lässt Augenwimpern sprießen
Der Pharmariese Allergan sorgt sich künftig nicht nur um faltige Augen, sondern auch um den Wimpernschlag schönheitsbewusster Menschen.
Der US-Pharmakonzern Allergan erweitert sein Geschäftsfeld: Der Hersteller und Markeneigentümer der Schönheitsdroge Botox, wird sich in Zukunft nicht nur um die Problemzonen rund um die Augen, sondern auch um die Wimpern kümmern. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wird der Konzern ein Medikament auf den Markt bringen, dass Augenwimpern dunkler, dicker und länger wachsen lassen soll.
Details zu dem neuen "Wundermittel" wurden am Mittwoch bei einem Analystentreffen offiziell enthüllt. Das Medikament wird den Wirkstoff Bimatoprost enthalten, der bereits für Lumigan, ein Mittel gegen grünen Star, verwendet wird. Das Arzneimittel soll im Sommer 2009 auf den Markt kommen. Doch bereits jetzt ist sich Allergan sicher, dass das Medikament profitabel sein wird. "Wir rechnen mit über 500 Millionen Dollar Umsatz weltweit", sagte Allergan-CEO David Pyott. Die Cash-Cow des Konzerns ist aber immer noch Botox. Für das Jahr 2008 rechnet das Pharmaunternehmen allein in dieser Sparte mit einem Umsatz von 1,4 Milliarden US-Dollar.
Eigentlich als "richtiges" Medikamente gedacht
So interessant wie ähnlich ist die Geschichte der beiden Wirkstoffe, Bimatoprost (enthalten im Mittel Lumigan) und Botox. Anfangs waren beide Medikamente keineswegs als Schönheitsdroge gedacht, sondern zur Heilung von Augenkrankheiten. Botox wurde zur Bekämpfung von Muskelkrämpfen angewandt, Lumigan sollte den Augeninnendruck verringern. Es stellte sich allerdings bei Behandlungen schnell heraus, dass bei Botox-Patienten eine temporäre Entspannung der Falten rund um die Augen auftrat. Bei Lumigan hingegen wurde ein verstärktes Wachstum der Augenwimpern festgestellt. Diese Nebenwirkungen verhelfen Beauty-Freaks nun zu einem neuen Look und dem Pharmariesen Allergan zu vollen Kassen.
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