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20 Prozent Überkapazität - Autoindustrie muss sich gesund schrumpfen

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03.02.2009 | 11:34

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20 Prozent Überkapazität - Autoindustrie muss sich gesund schrumpfen

Ob alle westeuropäischen Autowerke die Krise überstehen, ist unsicher. EU-Industriekommissar Günter Verheugen, dass mittel- und osteuropäische Fabriken bessere Überlebenschancen haben.

EPA

Die Autoindustrie in Europa wird sich nach Einschätzung von EU-Industriekommissar Günter Verheugen in der Krise gesundschrumpfen. Die Branche werde die derzeit bestehende Überkapazität von 20 Prozent jetzt abbauen, sagte Verheugen in einem am Montag geführten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Vor allem Westeuropa müsse mit Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen rechnen. Die Kredit- und Förderprogramme in der EU zur Unterstützung des wichtigen europäischen Industriesektors stoßen Verheugen zufolge inzwischen aber an ihre Grenzen.

"Man kann nicht garantieren, dass alle Standorte in Westeuropa nach der Krise noch da sein werden", sagte Verheugen. Mittel- und Osteuropa habe mit seinen neuen Produktionsstätten dagegen bessere Überlebenschancen. Anders als Vertreter der Banken behaupteten, gebe es vor allem bei langfristigen Projekten der Großunternehmen eine Kreditklemme. Dies habe eine aktuelle Analyse der EU-Kommission bestätigt. Vor allem die Autoindustrie komme nicht an die Finanzierungen heran, die notwendig seien, um die neuen gesetzlichen Umweltauflagen der EU zu erfüllen.

Deshalb springe die Europäische Investitionsbank (EIB) mit zinsgünstigen Krediten zur Förderung umweltschonender und kraftstoffsparender Autos ein. "Wir sind jetzt schon bei einem Volumen von bis zu neun Milliarden € in diesem Jahr. Nach Meinung der Industrie wird das nicht ausreichen, aber ich sehe keine Spielräume mehr."

Verheugen hatte Mitte Jänner mit den EU-Mitgliedstaaten darüber beraten, wie die von der Wirtschaftskrise besonders schwer gebeutelte Autoindustrie gestützt werden kann. Inzwischen wollen Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich und Rumänien Verschrottungsprämien einführen, um den Absatz anzukurbeln. Deutschland fördert den Autokauf noch mit steuerlichen Anreizen. Frankreich und Spanien bieten 700 beziehungsweise 800 Mio. Euro direkte Förderung an. Frankreich, Großbritannien und Schweden stellen einige Milliarden Euro an Kreditbürgschaften und Krediten zur Verfügung.

Die EU-Kommission werde nicht dazu aufrufen, neue Hilfen bereitzustellen. "Das ist Sache der Mitgliedstaaten. Ich kann nur dafür sorgen, dass sie miteinander abgestimmt sind und dass sie innerhalb Europas nicht den Wettbewerb einschränken." Bei der Abwrackprämie komme es aus EU-Sicht darauf an, dass keine Hersteller oder Herkunftsländer ausgeschlossen würden. Alle angekündigten Programme erfüllten diese Bedingung. Die EU könne keinen Protektionismus zulassen. "Wir würden einen großen Fehler machen, wenn wir hier den Wettbewerb behindern würden - dann würden die anderen ihre Märkte auch schließen. Da sitzen wir am kürzeren Hebel, weil wir schließlich der größte Exporteur sind."

Die Zukunft der europäischen Töchter der US-Hersteller General Motors und Ford hänge von der Entwicklung in den USA ab, sagte Verheugen. Noch sei nicht absehbar, was die US-Regierung über die Kredite von 17,4 Mrd. Dollar (13,64 Mrd. Euro) an GM und Chrysler hinaus zur Rettung der angeschlagenen Konzerne unternehmen werde. Aus europäischer Sicht sei entscheidend, dass der Wettbewerb nicht behindert werde und die Regeln der Welthandelsorganisation eingehalten würden. "Wir haben kein Interesse daran, dass die amerikanische Automobilindustrie zusammenbricht - aber die Maßnahmen müssen natürlich WTO-kompatibel sein."

(APA/Reuters)

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1 Kommentar

was soll das?

Nachdem Herr Verheugen breits Qimonda und damit die Chipindustrie in Deutschland abgeschrieben hat ist nun die Automobilindustrie dran. Wie kann es sein das ein EU Kommisar kein Interresse daran hat in Deutschland / Europa Arbeitsplätze zu erhalten? Nachdem alles in den Osten abgewandert hat niemand im Westen einen Job/Geld um sich Autos zu leisten.

Von Gast: Gast: TM am 03.02.2009 um 12:25

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