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Opel: Deripaska sagt "Njet", Magna vielleicht und Fiat will

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von Elmar Hillebrand/APA/dpa/Reuters | 23.04.2009 | 06:28

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Opel: Deripaska sagt "Njet", Magna vielleicht und Fiat will

Wer wird zum Opel-Retter? Während Deripaska konkrete Ambitionen dementieren lässt, lässt Magna sich nicht in die Karten schauen und Fiat bastelt am Konzept.

WB/Tanzer

Setzt sich Magna-Europa-Chef Siegi Wolf bei Opel ans Steuer?

Ein Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna von Frank Stronach und dem russischen Autobauer Gaz hat nach einem Bericht der "Rheinischen Post" Interesse an einem Einstieg beim angeschlagenen Autohersteller Opel. Die Zeitung (Donnerstag-Ausgabe) beruft sich auf Informationen aus Regierungskreisen. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums wollte sich am Mittwochabend zu dem Bericht nicht äußern.

Nach Darstellung der Zeitung soll Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf bereits beim Europa-Chef des Opel-Mutterkonzerns General Motors, Carl-Peter Forster, vorgesprochen haben. Außerdem wolle sich die größte russische Geschäftsbank Sberbank an dem möglicherweise neu gegründeten Opel-Konzern beteiligen, sollten Magna und Gaz den Zuschlag bekommen. Die Russen sollen demnach bereits Kontakt zum Umfeld des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier aufgenommen haben, zitiert die Zeitung aus Regierungskreisen.

Am Donnerstag Mittag haben Vertreter der Opel-Belegschaft bestätigt, dass Verhandlungen mit Magna International geführt würden.

Kein unbekannter Paarlauf

Die Kombination Magna/Deripaska ist in der Automobilbranche keine Unbekannte mehr. Im Jahr 2000 hat Deripaska beim russischen Autohersteller Gaz, wo bis 2005 auch die legendären Wolga-Limousinen produziert wurden, das Ruder übernommen. Ab 2005 konzentrierte sich Gaz auf die Produktion von LKWs und Bussen. Parallel dazu streckte Deripaska allerdings seine Fühler zunehmend in Richtung Westen aus. Ziel war die Produktion von ausländischen Pkw-Modellen bzw. neuen Pkw gemeinsam mit Partnern in Russland.
Fündig wurde Deripaska bei Chrysler und Magna. Während mit Chrysler kooperiert wurde, kaufte sich Deripaska im Jahr 2007 mit 1,54 Milliarden Dollar bei Magna ein. Ende Oktober 2008 war das Tete-à-tete allerdings wieder vorüber. Deripaska konnte den geschuldeten Kaufpreis in den Turbulenzen der Finanzmarktkrise nicht aufbringen.

Am Donnerstag Nachmittag hat Deripaska auch das Interesse an Opel offiziell dementieren lassen. Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Elena Matveyeva ließ verlautbaren, dass Deripaskas Gaz Group keine Gespräche mit Opel über einen Erwerb eines Teils oder des gesamten Unternehmens führe und dies auch nicht anstrebe.

Auch Fiat will zuschlagen

Freilich: Es gibt auch Anzeichen für einen möglichen Einstieg des italienischen Autobauers Fiat bei Opel. Wie "Spiegel Online" am Donnerstag berichtete, will Fiat bei der GM-Tochter einsteigen und die Mehrheit übernehmen. Eine entsprechende Absichtserklärung solle kommenden Dienstag unterzeichnet werden, berichtete das Magazin unter Berufung auf Verhandlungskreise. Opel lehnte einen Kommentar ab. Fiat war zunächst nicht zu erreichen.

Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte ein Interesse an Opel eigentlich zurückgewiesen. Das Dementi fiel jedoch halbherzig aus. "Sie haben darüber in den Zeitungen geschrieben? Nein, Nein!", hatte er Mitte April gesagt. Seither halten sich Spekulationen, der italienische Autobauer könnte bei Opel einsteigen.

Weitere Nahrung erhielten die Gerüchte durch die schleppenden Verhandlungen für die geplante Allianz zwischen Fiat und dem kriselnden US-Autobauer Chrysler. Die US-Regierung hatte den beiden Unternehmen eine Frist bis Ende April gesetzt, um die Kooperation unter Dach und Fach zu bringen.

Ein Einstieg der Italiener bei Opel stößt laut "Spiegel Online" aber auf massiven Widerstand der Beschäftigten. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz habe scharfen Widerstand angekündigt, hieß es. Er fürchte einen "dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen und Werksschließungen in Deutschland". Die Produktpaletten der Hersteller würden sich komplett überschneiden. Zudem sei Fiat hoch verschuldet. "Wir kennen die Braut", sagte Franz dem Online-Magazin.

Einem Engagement von Magna steht man offenbar freundlicher gegenüber. Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf solle deswegen bereits beim GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster vorgesprochen haben, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise. Magna wollte sich dazu bisher nicht äußern.

Unter Blitz und Donner - Die Opel-Entwicklung

Auch nach einem langen Abwärtstrend stehen hinter den General Motors-Marken in Europa noch zahlreiche Werke, tausende Händler und zehntausende Beschäftigte. Derzeit werden unter der Marke Opel sowie der britischen Schwestermarke Vauxhall in Europa 15 Modelle produziert. Im Jahr 2008 wurden unter diesen beiden Markennamen nach Angaben von GM 1,459 Millionen Autos verkauft. Gegenüber 2007 bedeutete dies einen Absatzrückgang von 10,5 Prozent. 2006 hatte man noch 1,772 Millionen Einheiten produziert.
Alleine in Deutschland beschäftigt Opel damit direkt rund 100.000 Menschen in der Herstellung, bei Zulieferern und im Händlernetz.
Im Netz der Fabriken, die für den General Motors-Konzern, hauptsächlich für Opel, produzieren, nimmt auch Österreich eine bedeutende Rolle ein. So werden in Aspern bei Wien von 1850 Mitarbeitern rund 25 Prozent aller von Opel verwendeten Motoren erzeugt und ein Großteil der Getriebe.
Bei Magna in Graz wiederum werden die Saab 9-3-Kabrios hergestellt. Ein Auftrag, der mit der Insolvenz von Saab allerdings ausläuft. In Österreich beschäftigt Magna insgesamt rund 12.000 Mitarbeiter.
General Motors selbst wurde 2008 nach einem deutlichen Absatzrückgang von elf Prozent auf 8,35 Millionen Fahrzeuge von Toyota als weltweit größter Autohersteller überholt. GM beschäftigt 245.000 Menschen.

Loyales Händlernetz

Die Produktion ist jedoch nur eine Komponente. Überraschend treu zeigt sich das Opel-Händlernetz. Die meist mittelständischen Unternehmen sind zum Teil bereits seit Jahrzehnten mit der Marke verbunden. Auch wenn sie von Opel manchmal nicht gerade sanft angepackt wurden. Besonders zum Beginn des Jahrtausends wurde das Händlernetz in mehreren Wellen massiv ausgedünnt. Trotzdem beschäftigen die Opel-Händler nach eigenen Angaben europaweit derzeit rund 120.000 Mitarbeiter. In Österreich arbeiten im Vertrieb von GM-Marken, wiederum hauptsächlich Opel, bei 255 Händlern rund 3700 Mitarbeiter
Das hindert die europaweit organisierten etwa 4000 Händler nicht daran, sich ihre eigenen Überlegungen zur Rettung von Opel zu machen. Mitte März haben sie einen Plan vorgelegt, der die Einrichtung eines Fonds vorsieht, in den für jedes verkaufte Opel oder Vauxhall-Modell 150 Euro eingezahlt werden. In drei Jahren sollen so 400 bis 500 Millionen Euro zusammenkommen. Dazu müssten in den drei Jahren rund drei Millionen Autos abgesetzt werden. Für das laufende Jahr rechnen die Händler mit einem Absatz von 1,2 Millionen Fahrzeugen. In der Folge will man sich mit bis zu 20 Prozent an Opel beteiligen. Erklärtes strategisches Ziel ist es, gemeinsam mit den Anteilen der Opel-Mitarbeiter mindestens 25 Prozent an einem neuen, ausgegliederten Opel-Konzern zu kontrollieren. General Motors dürfte an "Opel-Neu" nur noch einen Minderheitsanteil halten. Experten schätzen derzeit, dass Opel für das Überleben rund 3,3 Milliarden Euro benötigt.
Bis Mitte April haben rund 15 der 26 europäischen Opel-Händlerverbände diesem Plan zugestimmt. Endgültig abgestimmt werden soll darüber am 15. Mai anlässlich einer Generalversammlung in Wien.

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5 Kommentare

Moment...

... Deripaska "wirft ja nur ein Auge" auf Opel und nicht Geld (das er - wie viele andere Russen auch - gar nicht hat), welches von Banken käme, die dieses wiederum mangels rückgeführter oder notleidender Kredite auch nicht haben und wiederum vom Staat "ausleihen" müssen... also von UNS. Sprich: Laßt uns doch als Verein der Steuerzahler Opel kaufen... :-))

Von Gast: Gast: marcelus am 23.04.2009 um 12:41

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Wollen sie Opel retten?

Stronach und Deripaska sind keine sozialen Einrichtungen die schlecht laufende Unternehmen "retten" wollen, weil sie so nett sind, sondern dahinter steckt sehr wohl ein Investitionsgedanke, der die eigenen Unternehmen wieder auf Vordermann bringen könnte. Kann man sich ja vorstellen, dass es bei MAGNA wieder stark aufwärts geht wenn Opel die ganzen Teile fast ausschließlich bei diesem Unternehmen ordert...

Von Gast: Gast: Manni am 23.04.2009 um 11:44

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Re: ?

Sie meinen Stronach kauft eine Produktion um seine Produkte dorthin zu liefern? Das ist kein gutes Geschäftsmodell!
Wenn Stronach übernimmt, dann um OPEL wieder in die Gewinnzone zu bringen!

Von Gast: Gast: AAB am 23.04.2009 um 11:53

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Re: Re: OPEL

Bitte um genauere Erklärung warum das kein gutes, funktionierendes Geschäftsmodell sein sollte?
Aber na klar muss er Opel auch wieder in die Gewinnzone bringen, damit sich das alles rentiert. Nur wie will er das schaffen? Wird sicher nicht einfach.
Und ich persönlich halte nichts davon, wenn ein ohnehin schon schwer angeschlagenes Unternehmen ein anderes noch schwerer angeschlagenes übernehmen will. Die Sache ist mit verdammt viel Risiko verbunden.

Von Gast: Gast: Manni am 23.04.2009 um 12:42

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Deripaska

Deripaska soll mal seine Schulden zahlen, bevor er auch hier wieder den "Retter" spielt

Von Gast: Gast: Vodka Russkaja am 23.04.2009 um 11:24

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