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Porsche gerät massiv unter Zugzwang

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von joa / APA / dpa | 17.06.2009 | 10:33

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Porsche gerät massiv unter Zugzwang

Am kommenden Freitag laufen Optionsgeschäfte des Konzerns mit VW-Aktien aus. Die Zukunft von Porsche steht auf des Messers Schneide. Die Familie beruhigt.

Der Endspurt um die Zukunft von Porsche ist heiß. Scheinbar ist dabei alles möglich. Denn noch immer ringt der Sportwagenhersteller um eine Finanzierung, die das Loch aus dem VW-Abenteuer decken soll. Sollte der Einstieg des Emirats Katar klappen, wäre sogar wieder denkbar, dass VW ins Porsche-Reich einfährt. Allerdings laufen am kommenden Freitag umfangreiche Optionsgeschäfte aus, die Porsche weitere 24 Prozent an VW sicherten. Und die Frage ist: Was passiert dann?

Schnelle Hilfe

Porsche rechnet mit schneller Finanzhilfe aus Katar. "Die Familie steht geschlossen hinter den Gesprächen mit einem Investor", sagte ein Porsche-Sprecher am Mittwoch in Stuttgart, der damit Pressebereichte dementierte, wonach es Widerstand bei den Eigentümerfamilien gegen Katar gegeben habe. Großaktionär Ferdinand Piech habe also bei einem Treffen der Eigentümerfamilien einen raschen Einstieg von Katar nicht verhindert, die Gerüchte seien falsch und "ein durchsichtiges Störmanöver". Ein solches Treffen habe es nicht gegeben.

Porsche kämpft schließlich mit einem Schuldenberg von neun Milliarden € und suchen seit Wochen nach neuen Geldquellen. Nach bisherigen Informationen will sich der staatliche Fonds Qatar Investment Authority (QIA) rund ein Viertel der Porsche-Anteile sichern. Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf das Umfeld der Eigentümerfamilien Porsche und Piech, Katar wolle nicht nur 25 Prozent an Porsche, sondern mindestens eine Aktie zusätzlich - und damit eine Sperrminorität. Der Sportwagenbauer wollte sich dazu nicht äußern.

Das Golf-Emirat Katar will nach Angaben seines Ministerpräsidenten Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani innerhalb der kommenden zwei bis drei Wochen über einen möglichen Einstieg bei den Stuttgartern entscheiden. Bis dahin sollten alle Details und die Größenordnung der Beteiligung geklärt sein. Katar sei generell daran interessiert, ein "langfristiger Investor" zu sein, versicherte der Scheich gestern. Grünes Licht müsste dann aber noch eine Aufsichtsratssitzung geben, die im Juli erwartet wird.

"Das Thema Katar ist eine reine Eigentümerangelegenheit und wird ausschließlich in der Porsche SE behandelt", teilte Porsche mit. "Es besteht auch Einigkeit in der Familie, dass die Forderung aus Wolfsburg, Katar müsse vor einem Einstieg zunächst mit dem Volkswagen-Management und dem Volkswagen-Betriebsrat Gespräche führen, jeglicher Grundlage entbehrt."

Der interne Machtkampf

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer meint, der Einstieg des Emirats würde die Position von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking deutlich stärken und VW-Patriarch Piech im Gegenzug entmachten. "Wenn Katar die Porsche-Anteile hat, dann werden die Intrigen innerhalb der Familie deutlich abgemildert", so der Professor der Universität Duisburg-Essen.

Da sich das Golf-Emirat langfristig engagieren wolle, halte er es sogar für möglich, dass sich Porsche doch noch einen Anteil von 75 Prozent an VW sichert, erklärte Dudenhöffer. Derzeit sind es rund 51 Prozent. Außerdem hält Porsche Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent, von denen ein Teil an diesem Freitag auslaufen könnte. Es geht um Kontrakte von rund 64 Millionen Aktien, berichtet das Handelsblatt. Bei den VW-Stammaktien dürfte Porsche derzeit jedoch nicht zugreifen. Fraglich ist, ob die Kontrakte gegen Gebühr verlängert werden.

Porsche hatte im Herbst mitgeteilt, sich bei VW zu 75 Prozent der Stimmrechte sichern zu wollen. Das hatte die VW-Stammaktien kurzfristig auf über 1000 € getrieben. Erwartet wird, dass es zum Verfallstermin am Freitag wieder heftige Kursbewegungen geben dürfte. Porsche gab bekannt, daraus keine negativen Einflüsse auf die Liquidität des Konzerns zu erwarten.

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