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Coup: BC Partners kauft Synlab zum Teil, FutureLab zur Gänze

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von Leo Himmelbauer/Agenturen | 01.09.2009 | 13:18

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Coup: BC Partners kauft Synlab zum Teil, FutureLab zur Gänze

Michael Havel wollte die Wiener Laborkette FutureLab einst für einen Börsegang herausputzen. Jetzt wird sie von einem Finanzinvestor übernommen, samt Konkurrenten. Die österreichische Raiffeisen-Gruppe hilft bei der Finanzierung des Deals.

WB/Foltin

FutureLab-Chef Michael Havel

Die europäische Beteiligungsfirma BC Partners stemmt eine der größten Übernahmen eines Finanzinvestors in diesem Jahr. Die Gesellschaft kauft 40 Prozent des Augsburger Labor-Dienstleisters Synlab und dessen Wiener Rivalen FutureLab komplett. Beide Unternehmen mit insgesamt gut 4000 Mitarbeitern und 380 Millionen Euro Umsatz sollen nach Abschluss der Übernahme zusammengelegt werden, wie BC Partners am Dienstag mitteilte. An der neuen Firma hält der Investor rund zwei Drittel. Sie würde in Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien, der Schweiz und der Slowakei eine führende Stellung einnehmen. Beide Labor-Ketten bieten in einer Vielzahl von Ländern Dienstleistungen, Analysen und Beratung für Human- und Veterinärmedizin sowie im Bereich Umwelt an. Über den Kaufpreis für die Unternehmen wurde Stillschweigen vereinbart.

In Finanzkreisen war von einem Transaktionsvolumen von knapp einer halben Milliarde Euro die Rede. 70 Prozent des Kaufpreises habe BC Partners mit eigenen Mittel finanziert. Der Rest stammt von einer Bankengruppe um die WestLB, Unicredit und die österreichische Raiffeisen-Bankengruppe.

Eine solche Finanzierung bestätigt einen aktuellen Trend in der Private-Equity-Branche: Waren vor der Finanzkrise bis 2007 noch gut 80 Prozent des Kaufpreises über Darlehen finanziert, müssen einige Finanzinvestoren mittlerweile komplett auf Kredite verzichten. Dies führt dazu, dass die Beteiligungsfirmen kaum noch in Erscheinung treten oder aber kleinere Übernahmen tätigen. In jüngster Zeit gab es zwar wieder die eine oder andere Transaktion von Private-Equity-Häusern, doch lagen diese zumeist deutlich unter der Milliardenschwelle.

Kreativität werde immer mehr zum Schlüssel für attraktive Transaktionen in der Branche, sagt Ewald Walgenbach, Geschäftsführer von BC Partners. Bei den Laborfirmen sei seit Monaten parallel verhandelt worden - ein Abschluss stand immer unter dem Vorbehalt der Zustimmung des anderen Unternehmens. Kostensenkungen stünden nicht im Fokus der Übernahme.

Die Wiener Laborgruppe Futurelab erzielte im ersten Halbjahr 2009 mehr Gewinn: Das Konzern-Ebitda stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 16,1 (13,6) Mio. Euro. Diese Ergebnisverbesserung sei ausschließlich auf die Kostendisziplin zurückzuführen, heißt es im nun vorliegenden Halbjahresbericht. Das Vorsteuerergebnis wird mit 9,3 (6,7) Mio. Euro ausgewiesen, der Gewinn nach Steuern mit 6,6 (4,2) Mio. Euro.

Die Umsatzerlöse der in Österreich, Deutschland, der Schweiz sowie in Osteuropa (u.a. Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien) tätigen Unternehmensgruppe stiegen auf 66,7 (64,2) Mio. Euro. Futurelab gehört nach eigenen Angaben zu rund 58 Prozent der Duff-Privatstiftung von Geschäftsführer Michael Havel und der Wiener Städtischen (Vienna Insurance Group) zu rund 42 Prozent. Laut Halbjahresbericht bearbeiten die rund 1750 Mitarbeiter der Gruppe täglich die Proben von rund 30.000 Patienten bzw. rund 250.000 Analysen.

Havel sieht im Engagement von BC Partners die konsequente Fortführung seiner Unternehmensidee: „Als wir FutureLab im Jahr 2004 gegründet haben, wollten wir das Unternehmen zu einem der großen europäischen Anbieter im Laborbereich machen. Das ist uns gelungen. Ein wesentliches Kriterium dafür, dass sich die Eigentümer der FutureLab unter den zahlreichen Interessenten, vorbehaltlich der aufschiebenden Bedingungen, für einen Verkauf an BC Partners entschlossen haben, war, dass für die derzeitigen Eigentümer und das Management die Möglichkeit zur weiteren Beteiligung und Mitgestaltung der Expansionspolitik bestanden hat."

Der Labordienstleister Synlab wurde 1998 gegründet. 55 der weltweit 73 Standorte liegen in Deutschland, wo das Unternehmen etwa 2000 Mitarbeiter beschäftigt, davon ca. 200 Ärzte, Naturwissenschaftler und Ingenieure. In den drei Diagnostik-Säulen Mensch, Tier und Umwelt wurden im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Analysen durchgeführt. Neben dem Kerngeschäft der Labordiagnostik bietet Synlab auch Consulting- und Verwaltungs-Services für Kliniken und Ärzte an. Das Unternehmen ist insgesamt in 18 Ländern aktiv.

Ewald Walgenbach, Geschäftsführer bei BC Partners, will mit den  "zwei erstklassig aufgestellten Unternehmen" die fortschreitende Konsolidierung im Labormarkt mitgestalten. Er stellt weitere Akquisitionen in diesem Segment in Aussicht.

Die von BC Partners beratenen Fonds haben in der über 20-jährigen Unternehmensgeschichte in 69 Unternehmen mit einem Gesamtunternehmenswert von 65 Milliarden Euro investiert. BC Partners verfügt mit Investments in Hirslanden, die führende Schweizer Privatklinkgruppe, die General Healthcare Group, größte private Klinikkette im Bereich Akutversorgung, und Psychiatrie in Großbritannien sowie Centro Medico Teknon in Spanien über umfangreiche Erfahrung und Expertise im Gesundheitsmarkt. Aktuell gehören in Deutschland das Kabelunternehmen Unitymedia (Köln), Brenntag, Europas Chemie-Distributeur Nr. 1 (Mülheim/Ruhr) sowie der Transformatorenhersteller SGB Starkstrom Gerätebau (Regensburg und Neumark) zu den Portfoliounternehmen.

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